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Kein Räuber, nirgends

02.09.2010, von

Allein die aktuelle Überschrift der NZZ-Online zeigt, wie wenig wir dazu gelernt haben. „Die Rückkehr von Grossraubtieren in die Schweiz.“ Genau: „Grossraubtiere“, da steckt immer noch dieses „Raub“ drin. Wir sehen den maskierten Räuber schon hinterhältig durch die Nacht schleichen, den Sack am Rücken, voller Mordlust in den Augen. Wem aber „rauben“ denn bitte Wolf und Co. etwas? Hallo, geht’s noch? Die wollen fressen, um zu überleben, diese Tiere. Das ist wenig romantisch, ok, aber auch kein Grund für Alpträume. Dazu sind wir technisch inzwischen zu weit entwickelt. Eins freilich ist nach wie vor richtig:

An ihnen entzünden sich emotionale Konflikte über den richtigen Umgang mit «wilder» Natur.

Falls „emotional“ bedeuten soll „mit häufiger Ignoranz wider wissenschaftliche Erkenntnis und besseren Wissens“, dann beschreibt das wohl am besten den Zustand der Debatte. Die Leidtragenden sind Wölfe, Luchse und Bären. Inzwischen verfestigt sich mein Eindruck: Nein, ein Zusammenleben von Mensch und nennenswerten Populationen von Großbeutegreifern ist im Jahr 2010 in Mitteleuropa nicht mehr möglich. Zu groß sind die alten Vorbehalte und Vorurteile. Hoffe zwar, ich täusche mich, bin aber wenig zuversichtlich. #bruno #jj2

Quelle: Die Rückkehr von Grossraubtieren in die Schweiz Schweiz, NZZ Online.

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