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Kleines Volk siegt über Alu-Mine

24.08.2010, von

Ausschnitt der Homepage von Vedanta

Sich „nachhaltige Entwicklung“ auf die grüne Fahne schreiben ist das eine. Eine nachhaltige Unternehmenskultur das andere. Häufig klafft zwischen PR und Wirklichkeit eine erhebliche Lücke. Offenbar auch im Fall des britischen Bergbaukonzerns Vedanta, wenn ich die heutige Pressemitteilung der NGO „Survival International“ richtig interpretiere.

Ein indigenes Volk in Indien hat einen überwältigenden Sieg über einen der größten Rohstoffkonzerne der Welt errungen. In einer außergewöhnlichen Entscheidung hat Indiens Umweltminister Jairam Ramesh die kontroversen Pläne des Unternehmens Vedanta Resources gestoppt, auf dem heiligen Berg der indigenen Dongria Kondh Aluminiumerz abzubauen. Vedanta hat eine „schockierende“ und „eklatante Verachtung für die Rechte indigener Gruppen“ gezeigt, sagte Minister Ramesh. Der Minister zog auch die Rechtmäßigkeit der Raffinerie in Frage, die Vedanta bereits am Fuße des Berges errichtet hat.

Wäre ja schön, wenn David gegen Goliath gewonnen hätte und die 8.000 Mitglieder des kleinen indigenen Volkes der Dogria tatsächlich den Rohstoffbegehrlichkeiten dauerhaft trotzen können. Der Direktor von Survial International gab sich da heute optimistisch:

Die Ära in der Bergbaukonzerne alles und jeden aus dem Weg räumen konnten, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden geht glücklicherweise zu Ende. Es ist dennoch bezeichnend, dass Vedanta bis zum Schluss für seine Pläne gekämpft hat und immer wieder die Aussagen der Dongria geleugnet hat. Die Öffentlichkeit muss gegenüber solchen so-genannten Entwicklungsprojekten weiterhin wachsam sein. Man kann sich nicht  darauf verlassen, dass sich Unternehmen an unverbindliche Menschenrechtsstandards halten, insbesondere wenn indigene Völker betroffen sind, die selten wissen, womit sie es zu tun bekommen.

Na, den ersten Satz halte ich ja für Zweckoptimismus. Aber selbst wenn noch der ein oder andere Fall folgt, an dem die PR-Maschinen rücksichtsloser Großkonzerne „siegen“: der Preis des Sieges hat sich erhöht. Und das ist eine gute Nachricht.

Homepage von Survival International

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