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Feuchte Träume für Spekulanten

12.08.2010, von

Rheinstrand - Copyright Axel Weiss/SWR

Die globale Wasserversorgung, das ist ein Markt mit Zukunft. Immer mehr wird er von Spekulanten entdeckt. Die „Zeit“ hat dazu einen spannenden Artikel im Netz:

Auch wenn das „blaue Gold“ an den Finanzmärkten noch immer vernachlässigt wird, setzen inzwischen einige Investoren auf dieses Thema. „Es zeichnet sich ab, dass Wasser knapper wird und sich zu den kostbarsten Gütern des Planeten entwickelt“, sagt Olaf B. Koester, Fondsmanager des zur Altira Group zählenden VCH New Energy Fonds.

Weltweit werden derzeit rund 4,5 Billionen Kubikkilometer Wasser verbraucht. Das ist bereits drei Mal mehr als noch vor 50 Jahren. 2030 sollen es 6,5 Billionen km³ sein – und die müssen erst mal bereit gestellt werden.

Vor allem vier Megatrends werden das absehbare Wachstum bestimmen: Bevölkerungswachstum, Urbanisierung, Klimawandel und marode Infrastruktur.

Wer jetzt glaubt, wir in Deutschland wären davon nicht betroffen, der wird sich in ein paar Jahren umgucken: da sind zum einen die zunehmenden Extremwetterlagen, die Probleme auch für die Wasserversorgung machen. Und: die Kosten unserer alternden Kanalsysteme aus dem 19. Jahrhundert werden von einer schrumpfenden Bevölkerung auf Dauer nicht zu tragen sein. Denn zur Versorgung gehört zwingend auch die Entsorgung. Die dringend benötigten neuen Ver- und Entsorgungssysteme stecken noch im Experimentalstadium. Zukunftsweisende Projekte wie „Deus21“ sind leider bisher die Ausnahme.

Quelle: Rohstoffe: Wasser wird zum Spekulationsobjekt | Wirtschaft | ZEIT ONLINE.

Echtes Trinkwasser - Copyright Axel Weiss

Kommentare zu „Feuchte Träume für Spekulanten“

Es sind 2 Kommentare vorhanden. Ich möchte einen Kommentar verfassen.

  1. Energiefox
    schreibt am 20. August 2010 11:16 :

    Also der Bericht ist klasse.
    Besonders das Projekt Deus21 ist wirklich toll. Ich interessiere mich für dezentrale Energiegewinnung bzw. wie hier dezentrale Wasserver- Entsorgung. Soche Systeme sind stabil.
    Ich kenne das Prinzip aus der Fernmeledetechnik. Kleine selbständige Netze die man verknüpft . So ist es immer noch möglich im Krisenfall (Störungsfall) , dass einzelne Inseln funktionieren und nicht das ganze System zusammenbricht.
    Ich denke wir sollte auch in der Energieerzeugung (Strom Gas usw) da hinkommen.
    Schlicht und einfach kurze Wege vom Erzeuger zum Verbraucher sind sehr effizient.

    Gruß Fox

  2. Naturfreund
    schreibt am 16. Oktober 2010 22:53 :

    Das Schlimmste ist der indirekte (virtuelle) Wasserverbrauch, mit dem wir hierzulande, wo Wasser eigentlich im Überfluss vorhanden ist, durch unser Konsumverhalten, entscheidenden Einfluss auf die Lebensbedingungen vieler Menschen in fernen Ländern nehmen. Lt. Meldungen von Umweltverbänden liegt der virtuelle Wasserverbrauch jedes Deutschen bei immerhin ca. 4000 Liter täglich, denn für die Herstellung vieler Lebensmittel und Alltagsgegenstände wird zum Teil sehr viel Wasser benötigt.

    Durch den Griff zu ganzjährig angebotenen, nicht saisonalem Obst und Gemüse z. B. aus der spanischen Region um Almeria, sind wir entscheidend an der Verwüstung der Gegend beteiligt, denn für die riesigen Anbauflächen werden Unmengen an Wasser benötigt, das eigentlich in diesem Gebiet Mangelware ist. Das Land verwüstet mit der Zeit, der Grundwasserspiegel liegt bereits unter Meerwasserniveau, was zur Versalzung des Wasser führt.

    Wasser wird zunehmend knapp auf unserer Erde, der Grundwasserspiegel sinkt rund um den Globus. Aber scheinbar lernt niemand aus den Fehlern der Vergangenheit. So werden weltweit weiterhin munter neue Touristencentren erschlossen, mit großzügig angelegten Swimmingpools und Golfanlangen, oftmals in Regionen, in denen Wasser eigentlich jetzt schon ein knappes Gut ist.

    In der Vergangenheit gab es bekanntlich schon Kriege um Wasserrechte. Es ist davon auszugehen, dass Konflikte um das kostbare Nass zukünftig zunehmen nehmen.

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