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Money, Money…

07.07.2010, von

Das große Schweigen. Fragen Sie mal Jemand hier nach etwas, was mit dem Öl zu tun hat. Da herrscht schnell Schweigen. Alles ganz schlimm! Aber mehr? Keiner der Tausenden von Helfern darf mit einem Journalisten sprechen. Und die meisten halten sich dran. Selbst Cindy Brown, die Leiterin der großen Umweltorganisation Nature Conservancy am Golf,  ist auffallend zurückhaltend. Ja, ganz schlimm für die Vögel. Und für die Natur. Sie meint, es müsse viel mehr Naturschutz gemacht werden, Schutzgebiete ausweisen. Aber das Öl? Ganz schlimm! Aber kein böses Wort über BP – nicht ins Mikrophon. Nur so privat findet sie das Verhalten des Konzern unerträglich. Aber der hat das Geld. Und die Regierung dürfe nichts sagen, denn die sei mit verantwortlich. Nature Conservancy lebt von Spenden. Und nie ist ein wärmerer Geldregen in Aussicht gewesen als der, den BP jetzt niedergehen lässt. Wissenschaftler bekommen gigantische Forschungsaufträge. Und vielleicht kann ja auch der Naturschutzverband etwas abbekommen? Es geht um viel Geld. Das wird immer wieder auf dieser Fahrt deutlich. An den Strassen stehen Schilder auf denen Rechtsanwälte ihre Hilfe anbieten: „Sie sind vom Öl betroffen? Wir verhelfen Ihnen zu Ihrem Recht – kostenfrei!“
Den wahren Schaden trägt die Natur, der ist nicht bezahlbar. Aber die kleinen Schäden für Dich und mich, die sind Sache von Versicherungen und Rechtsanwälten. Es geht um Geld.
Vernon Asper, der Meereskunde-Professor an der University of Southern Mississippi, regt sich auf: die nationale Forschungsgesellschaft der USA bringt gerade mal 5 Mio. $ in den nächsten sechs Monaten auf, um Studien zu diesen Thema zu finanzieren. BP wirft das Hundertfache raus. Für Asper heißt das: nur mit Geld von BP können die Folgen der Ölpest untersucht werden. Aber: wer zahlt schafft an! Dann ist man nicht mehr Herr seiner Ergebnisse. So wie so ist der Wissenschaflter der Ansicht: weder die Regierung noch BP geben Ihr wahres Wissen preis. Dabei, sagt er, könne Wissenschaft nur funktionieren, wenn die Fakten auf dem Tisch liegen. Übrigens: ein Verschwörungstheoretiker ist der bestimmt nicht.

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