. .

Die öligen Vögel

06.07.2010, von

Das Öl draußen auf dem Meer tötet Vögel.  Das ist ganz sicher. Eine der wenigen Folgen, die man klar absehen und sehen kann. 2000 wurden verölt aufgelesen, mehr als die Hälfte tot. Etwa 800 lebend. Und die kommen alle ins international Bird Rescue Research Center. Das hat seinen Stützpunkt in Fort Jackson bei Venice aufgebaut. Dorthin kommen auch viele Journalisten. Die Helfer zeigen, wie in einer Halle Pelikane und Lachmöven vom Öl gereinigt werden. Mit Daunenwaschmittel und Bürstchen. Draußen sitzen in Volieren junge Pelikane, die so weit fit sind, dass sie bald wieder in Freiheit gebracht werden können. Die Rettungs-Rate ist ganz beachtlich. Immerhin Drei Viertel der Tiere überlebt. Das hat damit zu tun, sagt die Sprecherin des Zentrums, dass das Öl in das die Tiere geraten, schon sehr alt ist. Es dauert nämlich Wochen, bis es von der Unglücksstelle an die Küste kommt. Der giftigere Teil ist dann schon verdunstet und abgebaut.

Handarbeit: Lachmöven unter der "Dusche"

Im Bird-Rescue-Center in Fort Jackson bei Venice, südlich New Orleans reinigt eine Helferin eine Lachmöve vom Öl

Das Rettungscamp ist sicherlich ein Segen für jedes einzelne Tier.  Die Vogelretter machen eine gute Arbeit. Sie ahnen das „ABER“. Ganz ehrlich: dahinter steckt auch eine perfekte PR-Maschine. Die Organisation finanziert sich über Spenden. Und sie trommeln wie verrückt. Vielleicht geht darüber manchmal vergessen, dass es hier nicht darum geht einen Vogel hier und da zu retten. Ziemlich sicher versinken Tausende verölte Kadaver ganz einfach im Meer – und belasten damit die Statistik nicht. Die Frage ist ja am Ende  nicht, wie man einen Vogel entölt. Sondern: wie man sicher stellt, dass seine Umwelt erst gar nicht verölt wird. Das Camp hat was von einem Feigenblatt.

Kommentare zu „Die öligen Vögel“

Es sind 3 Kommentare vorhanden. Ich möchte einen Kommentar verfassen.

  1. Mandy
    schreibt am 6. Juli 2010 12:53 :

    Nach meinem empfinden macht die amerikanische Regierung viel zu wenig das das ganze mal ein Ende gibt. http://www.bloggerei.co.cc/sterbehilfe-wer-entscheidet-uber-den-tod/

  2. Birgit Klumpp
    schreibt am 6. Juli 2010 21:35 :

    Vielleicht ist es nur der Tropfen auf dem heißen Stein. Ich selber habe schon mehrmals für IBRRC Vögel geputzt und auch viele in Freiheit entlassen können. Wenigstens diese…denkt man da eigentlich nur. Vor allem viele DEUTSCHE Vogelorganisationen propagieren aber – die Vögel gleich zu töten und das ist auch falsch.
    Es kommt nämlich auf die Vogelart an.
    Danke für die Berichterstattung – sehr spannend und Grüße an die IBRRC Gang vor allem Jay Holcomb!

  3. Energiefox
    schreibt am 7. Juli 2010 10:08 :

    Im Forum

    http://www.csn-deutschland.de/home.htm

    das vorbildlich Aufklärung über Gesundheit betreibt, wir das Thema Umweltschutz
    sehr ernst genommen.
    Den Bericht habe ich dort gebracht.
    Für mich hängt es zusammen, die schreckliche Verdreckung der Meere durch Öl. Wir sollten weltweit nachdenken ob jeder fahrtüchtige Mensch wirklich ein Auto braucht. Wir haben bald 1 Milliarde Autos.

    Prima das berichtet wird aus Amerika, nur hier vor der eigenen Haustür wir recht wenig berichtet, wir verschwenden unnötig sogar zur Naturvernichtung Öl bzw. Benzin ein Produkt des Rohöls.

    Jetzt der Bericht aus dem anderem Forum.

    Ekelbild des Tages (Vorsicht)

    http://tinyurl.com/32tw6pj

    Vermutlich ist es für viele ein schönes Bild.

    In Amerika wird viel durch Öl verseucht und hier habe es gerade fotografiert, mähen wir auch noch wöchentlich freiwillig die Straßenränder kahl.

    Das passt nicht und was überhaupt nicht passt, hatte es ja etliche Male hier im
    Forum geschrieben, die Verantwortlichen die es stoppen könnten schweigen oder besser gesagt dulden es. Die Stadt Lingen (Ems) habe ich etliche Male gebeten das Grün zu schützen

    Jetzt haben meine Mitmenschen freiwillig und das passiert wöchentlich, nun auch sogar bei mir an der Straße, direkt vor meinem Grundstück gemäht.

    Ich hatte aber gebeten zumindest bei mir das Grün am Straßenrand zu schonen.

    Vor ca. 2 Wochen hat die Stadt gerade gemäht.

    Also wir klingen so was von unglaubwürdig wenn wir solche Taten vollbringen und hier kein Stopp rein bekommen, (hier fließt nämlich auch Öl das Natur vernichtet) aber uns über das auslaufende Öl in Amerika beschweren.

    Hier ist es das einfachste der Welt, Länder und Städte könnte im Sinne des Umweltschutzes und zur Einsparung von Energie (Öl) ein Verbot aussprechen.

    Gruß Energiefox

Schreibe einen Kommentar

*

Blogeinträge

Häufige Stichworte

 

Der SWR ist Mitglied der ARD.

Impressum | SWR ©2019