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Amerika kämpft gegen das Öl…

05.07.2010, von

jedenfalls der eine Teil. Der andere schaut zu.

Hallo aus New Orleans. Eine Woche will ich hier herausfinden, was es noch über diese Ölpest zu sagen gibt, über die wir schon so viel berichtet haben – ohne da gewesen zu sein.

Das sind jetzt nur die ersten Eindrücke: es ist ein Kampf mit enormem Aufwand. Ich war in einem der 17 Kommando- und Nachschubhäfen für die Anti-Öl-Kräfte. Und die militärische Sprache kommt nicht von ungefähr. Es sieht aus wie in einem Leitstand der Bundeswehr. Cocodrie ist scnst ein Fischerdorf – der Hafen wird auch von Privatleuten angefahren. Südseebar und subtopische Natur. Jetzt aber stapeln sich dort Öl-Barrieren – aus aller Herren Länder übrigens, z.B. mit chinesischen Aufschriften. Etwa 670 km davon  sind verlegt. Soviel gibt es nirgends. Bizarrer: die Dinger müssen alle Nase lang ausgetauscht und gesäubert werden. Das machen Dutzende Männer bei 33 Grad und 90% Luftfeuchtigkeit unter riesigen Zeltdächern…

Ölsperren aus allen Herren Länder

Ölsperren aus allen Herren Länder

Am Nachmittag: Grand Isle, der südlichste Urlauberort am Meer. Sonst überlaufen – gerade am 4. Juli. Aber der endlose Strand ist gesperrt. Trucks und Armee-Hummer fahren da drauf rum, Bagger schieben Sandwälle auf, Männer in Weißen Overalls schöpfen Schlick ab. Viel ist es nicht, sagt mir ein Geologe, der Löcher buddelt und bewertet, wie viel Öl dort auch drunter ist. Nicht viel, sagt er, dank des gigantischen technischen Aufgebots. Jetzt kommen wir zum anderen Teil Amerikas: die Urlauber, die doch da sind, die sitzen gemütlich auf der Düne und schauen zu. Oil-spill-watching. Wenn man sonst keine Unterhaltung hat…

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