. .

Bischof kämpft gegen Fluten

08.02.2010, von

Der brasilianische Bischof Erwin Kräutler gehört für mich zu den beeindruckenden Gestalten der Menschheitsgeschichte.  Ich habe ihn vor vielen Jahren kennengelernt und verfolge sein Engagement seither mit einer gehörigen Bewunderung. Mit unglaublicher Kraft und Zähigkeit kämpft der gebürtige Österreicher für die Bewohner seiner Diözese Altamira im Amazonasgebiet und setzt sich für den Erhalt der Regenwälder ein. Gegen massive Widerstände, trotz Morddrohungen. Auch jetzt noch, nach dem die brasilianische Umweltbehörde eingeknickt ist und das gigantische Belo Monte Projekt genehmigen will – das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt. Es wird ein Drittel des Bezirks Altamira fluten.

Altamira wird unter Wasser stehen, und die Verantwortlichen wissen noch immer nicht, wie viele Familien davon betroffen sind, und noch weniger, was mit ihnen geschehen soll.

Wenigstens will jetzt auch die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Pará gegen die erteilte Umweltlizenz vorgehen.

Mehr dazu: Radio Vatikan: Kräutler kämpft weiter.

Kommentare zu „Bischof kämpft gegen Fluten“

Es sind 3 Kommentare vorhanden. Ich möchte einen Kommentar verfassen.

  1. Jörg
    schreibt am 16. Februar 2010 23:03 :

    Mit den Missionaren begannen nicht nur für die Amazonasbewohner die „eigentlichen“ Probleme. Dem Pfaffen geht es wohl eher um das christliche Erbe …

    • Axel
      schreibt am 17. Februar 2010 13:05 :

      Ersterem stimme ich zu, aber was ist gegen praktizierte Nächstenliebe einzuwenden? Der Mann setzt seine Energie für die Bewohner Amazoniens ein, missioniert aber nicht.

  2. Jörg
    schreibt am 17. Februar 2010 20:07 :

    Um die Missionierung hat sich der aktuelle Bischof wohl nicht mehr kümmern müssen! Das haben seine Kollegen vor ihm erledigt, auf bekannte Art und Weise. Ansonst gebe es jetzt wohl in Altamira keine Diözese, sondern traditionelle Siedlungen mit traditionellen Lebensweisen – außerhalb der Kontrolle des Papstes. Nächstenliebe kann auch aufgezwungen werden (oder anbefohlen), wenn es dem Image der Kirche dient und entsprechend publiziert wird. Bei einem aktuellerem Papstbesuch in Brasilien, hat jener den Beschwerden der Nachkommen der Ureinwohner überhaupt kein Gehör gewidmet; sie hätten ihre Missionierung (mit Nebenwirkung?) erwünscht, behauptete er. Die christliche Kirche hat in großem Umfang und mit viel Energie der Not und dem Elend der Amazonasbewohner (und anderer Naturvölker) den Boden geglättet, was mit der Zerstörung der natürlichen Umwelt einhergeht.

Schreibe einen Kommentar

*

Blogeinträge

Häufige Stichworte

 

Der SWR ist Mitglied der ARD.

Impressum | SWR ©2021