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Klimawandel fördert Killerpilze

05.10.2009, von

Winzer Stein sägt Esca-kranke Rebe ab - Copyright Axel Weiss/SWR

Zur Säge greifen Winzer nur im Ausnahmefall. Wenn eine Rebe freilich die Esca-Krankheit hat, hilft nur noch ein radikaler Schnitt. Oft muss der ganze Rebstock dran glauben, damit sich die tückische Pilzkrankheit nicht noch weiter ausbreiten kann. Untersuchungen zeigen, dass Pilze wie der Mittelmeerfeuerschwamm, die Esca verursachen, in vielen Rebstöcken im Holz nach zu weisen sind, unklar ist aber nach wie vor, was einen Ausbruch verursacht.

Winzer Dr. Ulrich Stein (links im Bild) aus Alf, bei dem wir heute gedreht haben, könnte sich vorstellen, dass die modernen, auf Zuckerproduktion gezüchteten Riesling-Klone anfälliger sind für Esca als die alten, wurzelechten Reben. Dafür sprechen entsprechende Befallsverteilungen, die er in seinen Weinbergen beobachten konnte. Eine wissenschaftliche Beweisführung steht aber noch aus. Sollte sich Steins Vermutung bestätigen, könnte das für den Weinbau gravierende Folgen haben, denn Esca breitet sich aus. Eine mörderische Krankheit, die teilweise binnen kurzer Zeit eine Rebe dahin raffen kann. Und eine tückische Krankheit, denn etwa bei der Kerner-Rebe ist der Befall lange nicht klar zu erkennen. Durch die Bearbeitung der Rebe verbreiten sich die Pilze dann über die Rebscheren an neue Stöcke.

Klar ist: Vor einigen Jahren war Esca hierzulande noch kaum ein Thema, doch mit dem Klima wandeln sich eben auch die Rebkrankheiten. Dieses Jahr machten vor allem Pilze wie der Falsche (und tw. zusätzlich der Echte) Mehltau den Reben zu schaffen. Manche Winzer an der Mosel verzeichneten in ihren Weinbergen bis zu 100 Prozent Ernteausfall, vor allem bei empfindlichen Sorten wie Müller-Thurgau oder Cabernet-Arten. Mehr dazu am Dienstag Donnerstag abend in der Landesschau Rheinland-Pfalz im SWR-Fernsehen.

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