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Warum wir Kino lieben

01.03.2009, von

Erstmals macht „U wie Umwelt!“ bei einer Blogparade mit. „Warum wir Kino lieben“ heißt das Motto, das der Blog „Schoener-Denken“ ausgegeben hat. Kino und Umwelt? Hat das Kino mit Umwelt zu tun? Ja, eine Menge. Nur ein Aspekt rausgegriffen: Das Politische bewegt Umwelt, Wirtschaft bewegt Umwelt und umgekehrt. Und von all dem erzählt Kino. Ein Klassiker dazu: „Erin Brockovich“ mit Julia Roberts. Der Film aus dem Jahr 2000 erzählt die Geschichte einer Anwältin, die gegen heftigste Widerstände erreicht, dass die Geschädigten einer Umweltverschmutzung vom Verursacher viele Millionen Dollar Schadensersatz bekommen. Oder, ganz aktuell, Tom Tykwers „The International“, der auf der Berlinade lief und in dem ich gerade gestern abend war. „The International“ ist ein Thriller, der zeigt, welche Verflechtungen zwischen Politik und Finanzwesen bestehen könnten, Wie Banken Poltik machen und dabei über Leichen gehen, wie Bankenpolitik und die Machtverhältnisse in ressourcenreichen, aber armen Ländern zusammenspielen. Kein Ökothriller, aber er zielt auf die Hintergründe, auf die Macher hinter der Politik – und die ist weltweit gesehen nun alles andere als nachhaltig. Kurzfristiger Profit passt nicht mit Nachhaltigkeit zusammen. Solche Kinogeschichten sind natürlich nicht eins zu eins in die Wirklichkeit übertragbar, aber ein guter Kinofilm hinterlässt Spuren, regt zum Denken an. Mir zum Beispiel sind gestern nach „The International“ einige hanebüchene Geschichten aus meiner journalistischen Arbeit eingefallen, die nie geschrieben, nie gesendet werden konnten, weil die Fakten nicht gerichtsfest zu beweisen waren. Da macht Kino Mut, trotzdem dran zu bleiben, weiter zu bohren. Schon dafür lieben wir Kino.

Kommentare zu „Warum wir Kino lieben“

Es sind 3 Kommentare vorhanden. Ich möchte einen Kommentar verfassen.

  1. Naturfreund
    schreibt am 1. März 2009 22:53 :

    Den Film “The International” kenne ich nicht, dafür aber “Erin Brockovich”, den ich als überaus gelungenen Film ansehe, der die Umweltverschutzung und die damit verbundenen gravierenden gesundheitlichen Folgen für die Bevölkerung bestens darstellte. Auch die Vertuschungsversuche der Verursacher kamen gut zum Ausdruck, denn der Film spiegelt die Realität wider. Leider werden Umweltkranke hierzulande meist nicht entschädigt, man versucht die Existenz von Umweltkrankheiten herunterzuspielen, die Betroffenen gehen leer aus und werden aufs Abstellgleis manöviert.

    Siehe hierzu z. B. Deinen Blog zu den Holzschutzmittelopfern:

    https://www.swr.de/blog/umweltblog/?p=1220

    Daher schließe ich mich Deiner Meinung an, Kino regt zum Nachdenken an, Diskussionen kommen in Gang und dadurch wird etwas bewegt. Dranzubleiben, weiterzumachen, diese Hartnäckigkeit ist gerade bei kritischen Themen wünschenswert, denn dass die Leute aufgeben, bequem werden und sich berieseln lassen, nicht mehr nachdenken und passiv werden, damit würde man so manchem Interessenverband einen großen Gefallen tun.

    Du hast recht, dafür lieben wir Kino.

  2. Naturfreund
    schreibt am 2. März 2009 07:11 :

    Leider bekamen die Holzschutzmittelopfer in Deutschland keinerlei Entschädigung, Erin Brockovich fehlt hier bei uns, denn so wie sie sich für die Betroffenen im Film, der immerhin wahren Begebenheiten beruht, einsetzt, ist schon bemerkenswert und sie hatte mit ihrem unermüdlichen Einsatz und ihrer Hartnäckigkeit letztendlich einen bahnbrechenden Erfolg!

    Kino lieben die betroffenen deutschen Holzschutzmittelopfer sicherlich auch, doch diejenigen, die in Folge der Intoxikation der Holzschutzmittel zwischenzeitlich an MCS (Multipler Chemikalien Sensitivität) erkrankt sind, werden sich wohl nie mehr einen Film in Kino ansehen können.

    Deshalb begrüsse ich es sehr, wenn sich andere Menschen für die Belange derjenigen einsetzen, die es selbst aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr können!

    Die Bevölkerung ist vielfach der Dumme, nicht nur auf Grund von Umweltskandalen, wie z. B. ganz aktuell bei der Finanzkrise, der kleine Mann hat das Nachsehen und diejenigen mit den hohen Posten, klagen noch überdimensionale Abfindungen für ihre schwerwiegenden Fehler ein. Verflechtungen zwischen Politik und Finanzwesen bestehen auf alle Fälle auch im wirklichen Leben hinter unserem Rücken, deshalb ist der Film “The International” bestimmt eine interessante Wahl, um Einblick zu erhalten, wie es evtl. im wahren Leben ablaufen könnte.

  3. Thomas
    schreibt am 11. April 2009 10:03 :

    Endlich ist die Blogparade online: http://schoener-denken.de/blog/index.php/darum-lieben-wir-kino/ Vielen Dank nochmal für den Beitrag!

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