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Blütendüfte schnell kaputt

21.04.2008, von

Blüten beim Kloster Caraca, Brasilien - Copyright Axel Weiss

Rechtzeitig um die Vorfreude auf Muttertag zu trüben erreicht uns die folgende Erkenntnis aus der Wissenschaft: Luftverschmutzung zerstört Blumendüfte. Gemeint ist damit nicht, dass Dieselgestank zarte Veilchendüfte am Straßenrand überlagern würde. Sondern – schlimmer – dass Blütendüfte nicht mehr so weit durch die Luft transportiert werden wie im vorindustriellen Zeitalter. Das schreiben US-Wissenschaftler in der März-Ausgabe von „Atmospheric Environment“. Duftsubstanzen wie Linalool, β-Myrcen oder β-Ocimen können durch Ozon und ähnliche Ingredienzien der modernen Luft schon nach kurzen Strecken zerstört werden:

The results indicate that the documented increases in air pollution concentrations, from pre-industrial to present times, can lead to reductions in volatile compound concentrations insects detect as they pollinate flowers.

Statt einst über Kilometer wird der Duft der Blüten teils keine 200 Meter mehr transportiert, bevor die empfindlichen Geruchsstoffe oxidiert sind. Pech für Bienen und Schmetterlinge, die jetzt länger nach Blüten suchen müssen. Eventuell ist das sogar einer der Gründe für die teilweise stark abnehmenden Populationen vieler blütenbestäubender Insekten? Könnte sein. Ich finde es zumindest eine interessante und weiter prüfenswerte Hypothese (auf die ich im Übrigen bei „telepolis“ gestoßen bin).

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