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Rauchlos im Kamin

26.11.2007, von

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Alle reden über Feinstaub, jetzt erwischt es auch die Kamin- und Kaminofenbesitzer. Im Januar tritt eine Neufassung der Bundesimmissionsschutzverordnung in Kraft und nach dieser Novelle der BImSchVO darf nicht mehr jeder munter unbegrenzt seinen Holzrauch in die Winterlandschaft blasen. Das Problem: die Holzöfen stossen mehr Feinstaub aus als der Verkehr. Ein Beispiel aus der Schweiz laut NZZ vom Samstag, durchaus repräsentativ: 350 von 2000 Tonnen Feinstaub, die jährlich auf den Kanton Zürich niederrieseln, stammen aus Holzheizungen. Das muss nicht sein. Lufthygiene-Spezialist Hansjörg Sommer:

„Würden alle Holzöfen und Cheminées (Kamine) modernen technischen Anforderungen genügen, würde darin kein Abfall mehr verbrannt und beherrschten alle Betreiber das richtige Anfeuern, liesse sich diese Feinstaub-Belastung um den Faktor 4 bis 5 verringern.“

Will heissen: Ohne Filter geht es oft nicht. Die Filter scheiden durch elektrische Aufladung 60 bis 90 Prozent der Partikel im Abgasrohr ab. Dort kann sie der Schornsteinfeger dann später beseitigen. Filter werden demnächst auch in Deutschland für viele Öfen Pflicht werden. Und noch etwas lässt sich tun: Anders anzünden!
Wer etwa das Kaminholz von OBEN mit einem brennenden Knäuel aus wachsgetränkter Holzwolle entzündet vermeidet den sonst in der Anfangsphase des Feuerns üblichen Rauch fast vollständig. Kein Rauch, kein Feinstaub. Das klingt unglaublich, weil wir bislang Feuer im Kamin immer von unten angezündet haben, aber es geht tatsächlich. Mehr Infos zur rauchlosen Anfeuerung gibt es unter www.fairfeuern.ch, dort lässt sich auch ein Film ansehen, der zeigt wie’s gemacht wird, und ein Merkblatt herunterladen für den richtigen, den rauchlosen Umgang mit Holzfeuer im Kamin oder Kaminofen.

Mir fällt’s ja ehrlich gesagt schwer einzusehen, dass ausgerechnet die älteste und gemütlichste Heizungsart so schädlich sein soll. Gerade letztes Wochenende im Elsass habe ich in den kleinen Dörfern wieder den Geruch nach Kastanienholzfeuer genossen. Da fällt mir Gemütlichkeit ein, nicht Feinstaub.
Aber wenn ich mir andererseits Statistiken über Lungenerkrankungen in den Drittweltstaaten anschaue, in denen in den Hütten mit offenen Feuerstellen bei entsprechender Rauchentwicklung gearbeitet wird, dann wird schon deutlich, dass es bei Holzfeuerung ein echtes Gesundheitsproblem gibt.

Alles Wichtige zum Thema Feinstaub aus Holzöfen gibt’s auch zum Hören, Sabine Schütze hat es in drei Minuten zusammen gefasst. Holzpelletöfen haben die Probleme übrigens so nicht.

Kommentare zu „Rauchlos im Kamin“

Es sind 6 Kommentare vorhanden. Ich möchte einen Kommentar verfassen.

  1. Dirk Staiger
    schreibt am 26. November 2007 17:17 :

    Ich bin überzeugter Pelletskunde und -fan und finde die Verschärfung der Bedingungen absolut richtig. Es gibt auf dem Markt zu viele Billigkessel, die wahre Feinstaubschleudern sind – auch unter den Pelletskesseln. Weil viele Kunden nur „Billig heizen“ im Kopf haben, wird nur über den Preis gekauft und nicht auf Qualität geachtet. Ich habe ein Komplettsystem aus Baden-Württemberg und bin hoch zufrieden, übrigens auch mein Kaminfeger. Vom Fachbetrieb gekauft und montieren lassen und seid 7 Jahren Spaß mit Sonne und Pellets und wir heizen wir auch mit Sonne – nur Warmwasser war vor 15 Jahren. Ich kann den Umstieg nur wärmstens empfehlen und es gibt mittlerweile auch tolle Pellets-Kleinstkellerlösungen. Thema Feinstaub: Die besten Pelletskessel sind mit dem blauen Engel ausgezeichnet und erfüllen die Auflagen für 2014 schon jetzt.

  2. Joachim Datko
    schreibt am 19. Februar 2008 07:52 :

    Webseiten zum Schornsteinfegerproblem!

    – Meine Erdgasheizung benötigt keinen Schornsteinfeger. Trotzdem nimmt mir ein Schornsteinfeger jedes Jahr über 60 Euro ab. Das Geschäftsmodell der Kehrbezirke für deutsche Schornsteinfeger ist aus dem Jahre 1935.

    Damit Sie in Zukunft nicht vor Wut rauchen, wenn Sie Schornsteinfegerrechnungen sehen:

    Portal : http://www.kontra-schornsteinfeger.de
    Forum: http://www.schornsteinfeger-ko.de

    Joachim Datko
    Ingenieur, Physiker

    Interessengemeinschaft gegen das Schornsteinfegermonopol
    Sektion Bayern

  3. Joachim Datko
    schreibt am 24. September 2008 07:23 :

    Schornsteinfeger-Bezirke aus NS-Zeit von Bundestag und Bundesrat bestätigt

    Die Schornsteinfeger werden von Behörden und Politikern seit 1935 wie heilige Kühe behandelt.

    Das repressive System, das selbst vor Artikel 13 des Grundgesetzes (Unverletzlichkeit der Wohnung) nicht halt macht, bleibt bestehen. Bundestag (27.06.2008) und Bundesrat (19.09.2008) haben die 1935 eingeführte Einteilung Deutschlands in Kehrbezirke bestätigt.

    Es entspricht dem politischen Willen der Regierungsparteien CDU/CSU und SPD, für den Reinigungsberuf Schornsteinfeger Artikel 13 des Grundgesetzes zu ignorieren.

    Wie soll der Jugend Demokratie und Marktwirtschaft vermittelt werden, wenn die Politiker an alten repressiven Konzepten festhalten? Was bewegt demokratische Politiker, sich gegen große Teile der Bevölkerung zu stellen und marktwirtschaftliche Prinzipien einem Gebietsmonopol zu opfern?

    Dr. Dr. Horst Poller von Haus & Grund Württemberg hat die Schornsteinfeger ein Symbol für nutzlose Beschäftigung, für Monopolisten und für Lobbyisten genannt.
    siehe:
    http://www.sueddeutsche-wohnwirtschaft.de/sites/artikel.php?artikel_id=126

    Der Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (1,11 Millionen Wohneinheiten der Mitgliedsunternehmen) fordert:

    * Gebietsmonopol der Schornsteinfeger abschaffen
    * Prüfmonopol im Immissionsschutz aufbrechen
    * Doppeltätigkeiten verhindern
    siehe:
    http://web1.bbu.de/publicity/bbu/internet.nsf/index/de_nachrichtenpool.htm?OpenDocument&59D70BD149899976C1257248002D82F9

    Viele Ingenieure und Naturwissenschaftler schütteln nur mehr den Kopf über die oft unnützen Schornsteinfegertätigkeiten.

    So z.B. Dr. Rettenberger, Chemiker
    „Das exklusive Monopol der „Bezirksschornsteinfegermeister“ hat sich in Hinblick auf die wissenschaftlich-technische Notwendigkeit ihres Tätigkeitsfeldes als nicht mehr zeitgemäss, als überflüssig, erwiesen.“

    Joachim Datko – Ingenieur, Physiker – Interessengemeinschaft gegen das Schornsteinfegermonopol – Sektion Bayern

    Portal: http://www.kontra-schornsteinfeger.de – Forum: http://www.schornsteinfeger-ko.de

  4. Gelkamine
    schreibt am 10. November 2008 13:40 :

    Ich habe auch einen Gelkamin und finde die echt super. Die lassen sich einfach mit Bioethanol betreiben und sind einfach und schnell aufzubauen.

  5. Kaminofen Cheminee
    schreibt am 20. November 2013 19:23 :

    Dem Blog ist hinsichtlich der Ankündigung, dass nun Filteranlagen notwendig sind, etwas hinzuzufügen. Durch die aktuellen technischen Entwicklungen der Ofenhersteller ist es in allen mir bekannten Fällen nicht notwendig zusätzlich einen Feinstaubfilter vorzusehen.

  6. Gustav Sucher
    schreibt am 12. Oktober 2018 04:42 :

    Da gibt es so eine tolle Technik, dass das Holz langsam von oben nach unten abbrennt. Schließlich macht das im Verbrauch einiges aus. Wenn 1 Holzstückchen 24 Stunden brennt, satt 2,4 Stunden, dann ist das schon 10 mal so viel gespart. Danke für den Beitrag!

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