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Weihnachtsmarkt-Angst essen Seele auf

23.11.2015, von

Weihnachtsmarkt (Archiv)

Weihnachtsmarkt (Archiv)

„Trotz allem – gute Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt“ heißt ein Beitrag, über den ich heute gestolpert bin. Ein tiefes Seufzen ist mir entfahren. Über das Grundthema und die neue Variation des „trotz allem“.

Schon seit Tagen grassiert dieses Thema: In zahlreichen Gesprächen über die aktuelle Terrorgefahr in Deutschland bin ich danach gefragt worden: Wie gefährlich ist ein Weihnachtsmarkt? Kann man da „trotz allem“ hingehen? Trotz allem was? Und vor allem: Warum alle Jahre wieder die Angst vor dem Weihnachtsmarkt?, frage ich zurück.

Zugegeben: Wenn man sich als Drehbuchautor ein terroristisches Szenario für den nächsten Terror-Blockbuster ausdenken möchte, kann man leicht auf den Weihnachtsmarkt kommen: Viele (ungläubige) Menschen im Gedrängel, kommerzialisierte Anklänge an die christliche Weihnachtsgeschichte, frevelhafter Alkohol im Glühwein, infernalische Weihnachtsmusik. Also ist der Markt das ideale Ziel für den nächsten Anschlag?

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Highlights sprachlicher Minderleistung: In dubio torero

27.08.2015, von

Nebenbei bemerkt: Man muss Juristen nicht immer verstehen. Manchmal verstehen sie sich aber auch selbst nicht – oder reden schlicht Unsinn. Diesen Unsinn zu sammeln, hat sich seit einigen Jahren der Götttinger Oberstaatsanwalt Wilfried Ahrens zur Aufgabe gemacht. Er hat aktuell eine neue Sammlung mentaler Fehlleistungen von oder gegenüber Juristen vorgelegt, die ich lustig finde: „In dubio torero“ lautet der Titel und der Autor verspricht, dass sich darüber sogar „Skinheads in die Haare kriegen“. Was kein Wunder ist, wenn man „zu Hause eingetroffen, etwa 300 l Mariacron zu sich genommen“ hat. Aua. Aber es wird noch absurder.

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Verfassungsschutz: „Über rote Ampeln fahren, ist bei der Observation normal!“

09.10.2014, von

Im Keller eines Verfassungsschutzamtes

Im Keller eines Verfassungsschutzamtes

Viel ist seit dem Auffliegen des NSU über den deutschen Verfassungsschutz geschrieben, gelästert und gezürnt worden. Wie unfähig, unnötig, sogar kontraproduktiv die Dienste doch seien, wie sehr der Verfassungsschutz einer grundlegenden Reform (oder besser gleich der Abschaffung?) bedürfe.

Wie berechtigt ist diese Kritik, von welchen Menschen reden wir eigentlich, habe ich mich gemeinsam mit meinem Kollegen, dem erfahrenen Dokumentarfilmer Egmont R. Koch, gefragt. Deshalb haben wir vor rund einem Jahr den Versuch gestartet, einen ernsthaften Blick hinter die Kulissen des deutschen Verfassungsschutzes zu werfen und einige der Menschen zu portraitieren, die unsere Verfassung schützen sollen. Herausgekommen ist der Film „Spitzel und Spione – Innenansichten aus dem Verfassungsschutz“, der am kommenden Montag im WDR und am Mittwoch im SWR gezeigt wird. Ich darf schon jetzt versprechen: Es sind erstaunliche Erkenntnisse zu erwarten. In vielerlei Hinsicht.

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Die Spione, die wir liebten

16.07.2014, von

"Dagger Complex" bei Darmstadt

„Dagger Complex“ bei Darmstadt

Die jüngsten Spionagefälle in Pullach und Berlin, Spionage unter „Freunden“ und das deutsch-amerikanische Verhältnis waren die Themen für den SWR-Kommentar der Woche, den ich am vergangenen Samstag gemacht habe. Für Interessierte hier noch einmal der Text:
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Elvis lebt: Nachts beim BND!

19.05.2014, von

Martin Schlüter. Nachts schlafen die Spione. Letzte Ansichten des BND in Pullach. © Sieveking Verlag, Martin Schlüter, 2014

Elvis lebt: Beim BND (Foto: Martin Schlüter)

Wenn beim Bundesnachrichtendienst (BND) etwas streng verboten ist, dann privat zu fotografieren. Ob Mitarbeiter, Gebäude, Dokumente oder Ausrüstung: Bei einem Geheimdienst ist prinzipiell alles geheim, selbst die Speisepläne der Kantine seien Verschlusssache, wird gerne kolportiert. Umso erstaunlicher, dass der BND den Fotografen Martin Schlüter eingeladen hat, sich auf der „Liegenschaft“ in Pullach umzusehen und die Gebäude zu dokumentieren. Einzige Bedingung: Es durften keine Menschen und Fahrzeuge auf den Bildern zu sehen sein. Was steckt hinter der Einladung, wird sich Martin Schlüter gefragt haben? Er konterte Angebot und Vorgaben des BND auf eine interessante Weise: Er fotografierte nur bei Nacht – entstanden sind faszinierende Aufnahmen.

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Auf Wiedersehen, Jochen!

28.04.2014, von

Randnotiz: Ab heute muß der NSU-Prozess ohne Dr. Jochen Neumeyer auskommen. Bislang hatte Jochen das Verfahren als Justizkorrespondent der Deutschen Presseagentur (dpa) begleitet und war fast an jedem Verhandlungstag in München. Das war eine Freude, denn mit ihm konnte man nicht nur wunderbar unaufgeregt und fundiert den Verfahrensgang diskutieren und das Verhalten der Beteiligten würdigen (wie schon zuvor bei anderen Gelegenheiten, zum Beispiel im „Buback-Verfahren“ gegen Verena Becker). Auch darüber hinaus war die Zusammenarbeit mit ihm eine große Freude. Doch Jochen hat den Journalismus an den Nagel gehängt und eine ganz andere, große Herausforderung im Bereich der Juristen angenommen. Verständlich. Aber: Schade!

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Was ist der Bundespolizei ein GSG9-Mann wert?

11.11.2013, von

Die Hansa Stavanger (Archiv)

Die Hansa Stavanger (Archiv)

Eine kleine Randnotiz vom „Sicherheitspolitischen Kongress 2013“, der am Samstag in Baden-Baden stattfand. Experten aus den Bereichen Bundeswehr, Polizei und Verfassungsschutz diskutierten breit das Thema „Innere Sicherheit“. Mit dabei: Der frühere Chef der Bundespolizei Matthias Seeger. Er kam während einer Podiumsdiskussion, an der beispielsweise auch der Vizepräsident des BKA, Peter Henzler, teilnahm, auf das Thema Hansa Stavanger zu sprechen: Er sei damals gegen den Befreiungseinsatz der GSG9 gewesen, sagte Seeger wenig überraschend. Doch dann verstieg er sich zu einem höchst bemerkenswerten Satz. Das geforderte Lösegeld sei doch nicht nenneswert gewesen: „Ich riskiere doch nicht für 2 Mio Euro 16 Mann GSG9, einen Hubschrauber und zwei Piloten“, sagte Seeger.

Fragt sich, ab welchem Lösegeld er das Risiko für angemessen gehalten hätte und ob die Abwägung damals nicht eine andere war – oder zumindest hätte sein sollen.

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Bundespolizei erwischt: Übung macht den Meister!

23.10.2013, von

Achtung, Aufnahme: Observationsübung am Münchner Hauptbahnhof

Achtung, Aufnahme: Observationsübung am Münchner Hauptbahnhof

Randnotiz: Eine lustige Beobachtung konnte ich heute morgen auf dem Weg vom Münchner Hauptbahnhof zum NSU-Prozess machen: Die Bundespolizei übte auffällig unauffällig eine Observation. Zunächst fiel mir ein VW-Bus mit brandenburgischer Zulassung auf, aus dem mehrere sportlich gekleidete Männer ausstiegen. Der Bus stand fast genau vor einem Hotel, in dem nach meinem Eindruck gelegentlich der im NSU-Prozess angeklagte André E. übernachtet. Das weckte natürlich mein Interesse.

Offenbar hatten die Beamten ein anderes Ziel: Sie justierten ihre Kopfhörer, versorgten sich mit Backwaren und machten sich in mehreren Gruppen auf den Weg in die Bahnhofshalle. Dort verteilten sie sich auffällig unauffällig. Ich gesellte mich dazu, beobachete etwas abseits die Aufstellung der Beamten, die in ihre Knopfleisten und Manschetten sprachen oder den Linienplan des Münchner Nahverkehrs studierten.

Übungsleitung am Hbf: "Kobra, übernehmen Sie!"

Übungsleitung am Hbf: „Kobra, übernehmen Sie!“

Parallel erkundigte sich mein Kollege Oliver Bendixen, Polizeireporter des BR, ob denn nicht vielleicht mindestens Thomas Drach am Bahnhof erwartet würde. Wurde er nicht. Das ganze war nur eine Übung der Bundespolizei. Meine Prognose: Richtig zufrieden wird man mit dem Ergebnis nicht sein…

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Tatort „Er wird töten“ mit Sabine Postel

07.06.2013, von

Tatort: Er wird töten (RB)

Tatort: Er wird töten (RB)

Inhaltsbeschreibungen zu einem Tatort halte ich stets sehr kurz, weil ich es selbst nicht leiden kann, Vorinformationen zur Handlung zu haben. Bei „Er wird töten“ kann man sich diese Vorsicht eigentlich sparen, weil schon nach kurzer Zeit derart glasklar ist, bei wem am Ende die Handschellen klicken werden, dass es eigentlich schade ist. Trotzdem halte ich mich zurück, um den letzten Rest Spannung nicht zu zerstören. Schöner Randaspekt: Kommissar Stedefreund ist aus Afghanistan zurück und wieder im Team – allerdings samt seiner (wiederum erwartbaren) traumatischen Erinnerungen an den Polizeieinsatz am Hindukusch.

Tatort „Er wird töten“ am Sonntag, zur Tatortzeit 20:15 Uhr im Ersten

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Ansehen: Tatort „Unvergessen“ mit Harald Krassnitzer

17.05.2013, von

Tatort: "Unvergessen" mit Harald Krassnitzer

Tatort: „Unvergessen“ mit Harald Krassnitzer

Zugegeben: Tatort-Folgen mit BKA-Ermittler Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) haben es leicht, mir zu gefallen. Eisners grantelige Art, seine liebenswert-nervige Kollegin Bibi und die teilweise bizarren Einblicke in eine mir recht fremde Ösi-Welt finde ich unterhaltsam. In der aktuellen Folge kämpft Eisner um seine Erinnerungen – denn offenbar war er der Lösung seines Falles sehr nahe, bevor er lebensgefährlich verletzt wurde. Keine ganz neue Ausgangsituation, aber eine spannende, sehenswerte Umsetzung. Zudem gibt es en passant automatisierte Särge zu sehen, die so leidenschaftslos durchs Bild surren, dass einem das Lachen im Hals stecken bleibt. Prädikat: Ansehen!

ACHTUNG: Pfingstmontag, zur Tatortzeit 20:15 Uhr im Ersten

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