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Stammheim: Vier Patronen und das Elefantentreffen am Nürburgring

18.10.2012, von

Ehemalige RAF-Zelle in Stuttgart-Stammheim

Ehemalige RAF-Zelle in Stuttgart-Stammheim

 „Die von Terroristen in einer Lufthansa-Boeing entführten 86 Geiseln sind alle glücklich befreit worden“. Mit dieser Meldung im Deutschlandfunk am frühen Morgen des 18. 10. 1977 ist das Schicksal der RAF-Terroristen Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Jan Carl Raspe besiegelt. Schon Tage zuvor hatte sie gegenüber Polizeibeamten verklausuliert ihren Selbstmord für den Fall angekündigt, dass ihre Befreiung scheitern sollte. Baader und Raspe erschießen sich in ihren Zellen. Die Waffen dafür waren ihnen zuvor über ihre Anwälte zugespielt worden. Gudrun Ensslin erhängt sich, Irmgard Möller versucht, sich mit einem Messer zu töten. Die Nacht geht als die „Todesnacht von Stammheim“ in die Geschichtsbücher ein. Sie jährt sich heute zum 35. Mal – und bislang nicht beachtete Stasi-Unterlagen offenbaren ein ungelöstes Rätsel um vier Patronen aus Polizeibeständen.

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Verena Becker zu vier Jahren Haft verurteilt

07.07.2012, von

Verraten die drei Münzen den Täter?

Verraten die drei Münzen den Täter?

Gestern hat das Oberlandesgericht Stuttgart nach fast 100 Verhandlungstagen das Urteil gesprochen. Nachstehend gibt es den Text der Pressemitteilung des Oberlandesgerichts und hier mein Kommentar zum Urteil auf Tagesschau.de. Beiträge über den Prozess findet man in diesem Blog unter anderem unter der Rubrik „Mordfall Buback“ oder unter dem Stichwort „Verena Becker„.

Wie geht es nun weiter? Michael Bubacks Anwalt Dr. Ulrich Endres will Revision einlegen, weil er die Strafe in Anbetracht des Vorwurfes (Beihilfe zu drei Morden) „schon rein rechnerisch“ für zu gering hält. Die Bundesanwaltschaft scheint mit dem Urteil zufrieden zu sein, sie muss nun überlegen, was mit dem noch laufenden Ermittlungsverfahren gegen Stefan Wisniewski werden wird. Zudem wäre zu prüfen, ob auch weitere RAF-Mitglieder in ähnlichem Maß Beihilfe zu den Morden geleistet haben könnten. Die Verteidigung schließlich war zunächst froh, dass „nur“ wegen Beihilfe verurteilt wurde. Man müsse nun mit Verena Becker sprechen, sagten Walter Venedey und Hans Wolfgang Euler gestern. Und Verena Becker selbst? Von ihr war nicht zu hören. Ob sie – wie schon zuvor in anderen Fragen – die drei Münzen befragt hat, wer Siegfried Buback vom Soziussitz aus erschossen hat?

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Verena Becker und die Schweiz

04.07.2012, von

Teile der Schweizer Akten

Teile der Schweizer Akten

Am Freitag fällt das Urteil über Verena Becker im „Buback-Prozess“. Höchste Zeit, vorher noch ein paar Details über ihre tatsächlichen und vermeintlichen Verbindungen in die Schweiz zu besprechen. In den vergangenen Monaten war ich mehrfach im Schweizer Bundesarchiv und habe Akten eingesehen.  Sensationen habe ich nicht zu berichten – interessant finde ich die Akten trotzdem. Sie enthalten eine ganze Reihe von Aspekten und Unterlagen, die auch im Verfahren eine Rolle spielten. Sie erzählen aber auch – teilweise recht groteske – Geschichten über das Drumherum. Und nach der Veröffentlichung der „Verena Becker Fiche“, die ich bis dahin nicht einsehen konnte, bin ich nochmals in die Schweiz gefahren und habe auch diese Karteikarten eingesehen. Hier also ein paar Geschichten aus dem Archiv. Ich beginne mit der Tatwaffe. „Verena Becker und die Schweiz“ weiterlesen →

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Freispruch für Verena Becker?

27.06.2012, von

Der Antrag hat nicht überrascht: Die Verteidiger von Verena Becker, Rechtsanwalt Walter Venedey (Berlin) und Hans Wolfgang Euler (Frankfurt) beantragten im „Buback-Prozess„, Verena Becker vom Vorwurf des Mordes als Mittäterin oder Helferin sowie wegen der Verabredung einer Straftat freizusprechen. „Juristisch“ sei ihre Mandantin nicht schuldig. Ausführlich begründeten Euler und Venedey diesen Antrag – und übten scharfe Kritik an Nebenkläger Michael Buback und an Rechtsanwalt Matthias Rätzlaff, der den Bruder des ermordeten Generalbundesanwalts vertritt.

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Schweizer Hafturlaub für Becker und Sonnenberg?

21.06.2012, von

Quasi in letzter Minute des „Buback-Prozesses“ gegen Verena Becker ist eine Karteikarte aufgetaucht, die von der Schweizerischen Bundespolizei stammen soll und Rätsel aufgibt. Dem Anschein nach handelt es sich um eine „Fiche“ (Karteikarte), wie sie in den 70er und 80er Jahren (nicht nur) in der Schweiz zur Systematisierung von Informationen benutzt wurde: Unter einem Stichwort (hier: Verena Becker) sind darauf in chronologischer Reihenfolge die Erkenntnisse und deren Quellen vermerkt.

Es ist durchaus wahrscheinlich, dass es in der Schweiz eine solche Karteikarte zu Verena Becker gibt – auch wenn ich diese bei zwei Recherchen im vergangenen Jahr in Schweizer Archiven nicht zu sehen bekommen habe. Die angebliche Becker-Karte, die wohl „BILD“ zuerst veröffentlicht hat, gibt nun manchen Medien Anlass zu Spekulationen: Kann man aus ihr entnehmen, dass Verena Becker 1983 durch die Schweiz gereist ist?

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Der Gerichtssaal als „Logikfreier Raum“?

14.06.2012, von

Heute gingen die Schlussvorträge im „Buback-Prozess“ gegen Verena Becker weiter. Die Bundesanwaltschaft forderte für Verena Becker eine Strafe von vier Jahren und sechs Monaten wegen Beihilfe zu den Karlsruher Morden. Michael Buback begann sein ausführliches Plädoyer und versuchte, seine Wahrheit zu erläutern. Zwischendrin gab es einen kleinen Eklat, als ein Mann im Zuschauerraum mit seinem Smartphone die Verhandlung mitschnitt und dabei erwischt wurde. Der Vorsitzende Richter Hermann Wieland improvisierte eine Art Standgericht. Zwischenzeitlich kam dann zudem noch der Verdacht auf, Rechtsanwalt Rätzlaff hätte kürzlich den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Und auch sonst war es unter Terrorismus-Gesichtspunkten ein ereignisreicher Tag. Der Reihe nach:

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Die Meisterin der Ankündigung

12.06.2012, von

Am Mittag übernahm Oberstaatsanwältin beim BGH Silke Ritzert das Plädoyer. Sie machte es spannend. Denn die Anwesenden – und vor allem wir Journalisten – warteten natürlich seit dem Morgen auf den konkreten Strafantrag und die Aussage, welche Begehungsform (Mittäterschaft oder Beihilfe) der drei Morde die Bundesanwaltschaft bei Verena Becker für gegeben hält. Dabei ist es im staatsanwaltlichen Schlussvortrag absolut üblich, diesen Antrag erst am Schluss des Plädoyers zu formulieren und bis dahin durch die Würdigung der Beweisaufnahme auf diesen Antrag hin zu argumentieren.

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Plädoyer GBA: Buback und der Rosinenkuchen

12.06.2012, von

Walter Hemberger vor dem Plädoyer

Walter Hemberger vor dem Plädoyer

Im „Buback-Prozess“ gegen Verena Becker hat am Vormittag das Plädoyer der Bundesanwaltschaft begonnen. Bundesanwalt Walter Hemberger hat vor Beginn angekündigt, es könne „bis 18, 19 Uhr“ dauern. Auf eine Seitenzahl wollte sich Hemberger nicht festlegen, trug aber zwei dicke Packen Papier unter dem Arm. Es dürfte also ein langer Tag werden.

Gleich zu Beginn zeigte Bundesanwalt Hemberger, wohin sein Plädoyer zielen soll: Es gehe ihm nicht nur um die Ergebnisse der Hauptverhandlung, die Verena Becker belasten. Es gehe für die Staatsanwaltschaft auch darum, entlastende Aspekte für die Angeklagte zu ermitteln und zu würdigen. Das unterscheide die Rolle des Staatsanwalts von der der Nebenklage, erklärte Hemberger mit Blick auf Michael Buback. Und er wurde noch deutlicher:

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Urteil im Verfahren gegen Verena Becker am 06. Juli?

06.06.2012, von

Am kommenden Freitag plant das Oberlandesgericht Stuttgart einmal mehr, die Beweisaufnahme im „Buback-Prozess“ gegen Verena Becker abzuschliessen. Käme es dazu, könnte das Urteil am 06. Juli gesprochen werden. Zuvor soll sechs Tage lang plädiert werden – für den Nebenkläger Michael Buback sind allein zwei Tage angesetzt, die Nebenklage bekommt insgesamt drei Tage lang die Gelegenheit zur Stellungnahme. Die geplanten Termine stehen hier. Interessant ist, dass neben Michael Buback wohl nur Matthias Rätzlaff, der Anwalt des Bruders von Siegfried Buback, einen Schlussvortrag halten wird. Die Anwälte von Michael Buback und dessen Mutter werden sich offenbar nicht äussern.

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Was Verena Becker und Akte X gemeinsam haben

15.05.2012, von

Verena Becker - wie bei "Akte X"?!

Verena Becker – wie bei „Akte X“?!

 Der Fall Buback und die Frage nach der Beteiligung von Verena Becker erinnern mich schon lange an „Akte X“ und Fox Mulders Suche nach der Wahrheit in rätselhaften Fällen. Inspiriert von Akte X ist während der Recherchen im Mordfall Buback ein kleines selbstgemachtes Plakat entstanden, angelehnt an ein Plakat, dass bei Special Agent Mulder im (fiktiven) Büro hängt. Selten fand ich es treffender als gestern.

 

Kann man Verena Beckers Teileinlassung glauben? Was ist von dem 20minütigen Statement zu halten? Im Hörfunk habe ich es wie folgt kommentiert:

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