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Schwager der Chouka-Brüder in Haft

14.04.2012, von

Das Bundeskriminalamt hat nach meinen Informationen gestern am Flughafen Köln-Bonn den 27jährigen Islamisten Ahmed K. aus Bonn festgenommen. Der Deutsch-Libyer K. wollte offenbar nach Tunis ausreisen. Er ist für die deutschen Sicherheitsbehörden kein Unbekannter – nicht nur, weil er ein Schwager der „Chouka-Brüder“ ist.

Bereits 2009 reiste Ahmed K. mit drei anderen Männern, einer Frau und einem kleinen Kind von Deutschland über Umwege nach Pakistan und wurde bei einem illegalen Grenzübertritt von pakistanischen Sicherheitsbehörden gefasst. Nach einer sechsmonatigen Haft kam ein Teil der Gruppe, darunter Ahmed K., nach Deutschland zurück. Zwei der Männer sollen damals in pakistanischer Haft zugegeben haben, „in den Jihad ziehen“ zu wollen. Seine Schwäger Yassin und Mounir Chouka treten als „Abu Ibrahim“ und „Abu Adam“ immer wieder in islamistischen Droh- und Werbevideos auf. Erst Mitte März hatte einer der Chouka-Brüder mit Anschlägen für Deutschland gedroht und dabei explizit auch zivile Ziele empfohlen.   

Ahmed K. wurde heute dem Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe vorgeführt. Wie die Bundesanwaltschaft mitteilte, erliess der Ermittlungsrichter Haftbefehl wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in der „Islamischen Bewegung Usbekistans“ (IBU). Er soll Geld beschafft und Propaganda betrieben haben. Hinweise auf konkrete Anschlagspläne durch ihn gebe es nicht, hiess es in Sicherheitskreisen. 

 

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„Brüder, lasst uns die Arbeit zu Ende führen!“

08.12.2011, von

Nach der Festnahme der Mitglieder der „Düsseldorfer Zelle“ Ende April vermuteten die Ermittler, es könnten noch mehr als die drei festgenommenen Männer zu der Terrorzelle gehören. Doch in der Öffentlichkeit wurde es still um die Gruppe – besonders seit sich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf den rechtsterroristischen „Nationalsozialistischen Untergrund“ richtete. Dabei lief seit Mai eine aufwendige Ermittlungsaktion von Bundeskriminalamt, Bundesanwaltschaft und Verfassungsschutz nach weiteren Helfern der Zelle. Heute wurde einer von ihnen in Bochum festgenommen – nach monatelanger Observation.

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BKA vergisst den Generalbundesanwalt

02.12.2011, von

Erste Version des Fahndungsplakates (ohne GBA)

Erste Version des Fahndungsplakates (ohne GBA)

Kleine Panne am Rande der gestrigen Pressekonferenz in Karlsruhe zum NSU: Das vorgestellte Fahndungsplakat wirkte zwar sehr überzeugend – und erinnerte auch von der Aufmachung an frühere, ähnliche Plakate (zum Beispiel aus der Fahndung gegen Eric Breininger und Houssain Al Malla). Doch offenkundig fiel bei der Gestaltung durch die Grafikabteilung der Generalbundesanwalt unter den Tisch.

Denn heute Nachmittag wurde eine neue Version verbreitet – mit Logo und Nennung der obersten Anklagebehörde. Ob das neue Plakat dadurch an tatsächlicher Schlagkraft gewinnt, scheint mir allerdings fraglich.

Die Sache ging für das BKA übrigens noch halbwegs glimpflich aus: Eingestampft werden musste wohl kein Plakat – weil der Druck noch gar nicht begonnen hatte. Was für sich betrachtet aber dann auch wieder erstaunt…

Die Hinweislage ist übrigens weiterhin sehr dürftig. Bis zum Nachmittag gab es nur rund 70 neue Hinweise, insgesamt sind es jetzt ca. 320. Wer den Gang zu den Behörden scheut, darf sich aber auch gerne bei mir melden 😉

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Wackerer Horst Herold

10.11.2011, von

Man hätte es ihm ersparen sollen: Heute war der ehemalige Präsident des Bundeskriminalamtes Dr. Horst Herold (88) Zeuge im Verfahren gegen Verena Becker. Aufgrund einer Erkrankung wurde Herold in einer Videovernehmung befragt und aus einem bayerischen Behördengebäude zugeschaltet. Die genauen Umstände wurden aus Sicherheitsgründen geheim gehalten. Herold bemühte sich nach meinem Eindruck, die Fragen des Senats und der Nebenklage nach bestem Wissen zu beantworten – konnte in der Sache aber nicht wesentlich weiterhelfen. Der hochbetagte ehemalige BKA-Präsident war einerseits deutlich von seiner Erkrankung gezeichnet, bestach aber andererseits durch seine weiterhin klare Analyse dessen, was er von den damaligen Ermittlungen noch erinnerte. Und obwohl Herold ganz offenkundig nicht damit einverstanden ist, wie er von Nebenkläger Michael Buback instrumentalisiert wird, gestand er ihm zu: Die Möglichkeit, Verena Becker könne die „Mordschützin“ gewesen sein, sei „durchaus plausibel“. Ein Schutz von Verena Becker oder eine Vertuschung bei den Ermittlungen seien aber völlig ausgeschlossen.

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Eklat im GIMF-Verfahren: Steuerte das FBI die zweite Generation?

09.09.2011, von

Die Anhaltspunkte scheinen eindeutig: Rechtsanwalt Rainer Ahues (Bremen) hat heute im GIMF-Verfahren vor dem Oberlandesgericht München angeprangert, dass die „zweite Generation“ der Globalen Islamischen Medienfront (GIMF) offenbar von der amerikanischen Bundespolizei FBI und einer privaten Beratungsfirma für Terrorismusbekämpfung unterwandert worden ist. Damit nicht genug: Der deutsche Auslandsgeheimdienst BND soll es gewußt haben. Und all das, so Ahues, ergibt sich aus den Ermittlungsakten – und düpiert damit auch das Bundeskriminalamt, das offenbar monatelang bei seinen Ermittlungen auch einen Internet-Account beobachtete und auswertete, den die US-Kollegen des FBI betrieben hatten. Da kann man nur laut Aua rufen.

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Filiz Gelowicz distanziert sich von Drohungen

09.08.2011, von

GIMF: Mißhandlungen in deutscher Haft?

GIMF: Mißhandlungen in deutscher Haft?

Im Internet sind frische Anschlagsdrohungen gegen deutsche Einrichtungen und konkrete (deutsche) Politiker aufgetaucht. Es ist ein  Aufruf zur Rache für angebliche Mißhandlungen der Ulmer Islamistin Filiz Gelowicz in deutscher Haft. Konkret genannt werden Autobombenanschläge, Angriffe auf Eisenbahnstrecken oder Aktionen gegen deutsche Botschaften und andere Einrichtungen. Auch der Bundesinnenminister und der Außenminister werden genannt.

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Gerade noch die Kurve gekriegt

04.08.2011, von

Fahndungsplakat des BKA

Fahndungsplakat des BKA

Es war eine Wendung um 180 Grad: Rainer Hofmeyer, Abteilungspräsident beim BKA a.D. hat heute im Buback-Verfahren eine erstaunliche Aussage gemacht: Verena Becker habe an Tag des Anschlags (07. April 1977) für das BKA nicht zum unmittelbaren Kreis der Verdächtigen gehört. Damit revidierte Hofmeyer eine Aussage, die er mir gegenüber 2008 für das Feature „Verschlusssache Buback“ gemacht hatte. Damals sagte er, Verena Becker sei für das BKA unmittelbar nach den Morden „im Zielspektrum“ gewesen. Das sei ein Irrtum gewesen, so Hofmeyer heute.

Mich hat dieser Umschwung nicht sonderlich erstaunt, denn Hofmeyer hatte seine pointierte Antwort bereits 2010 gegenüber meinem Kollegen Egmont Koch für die ARD- Reportage „Bubacks Mörder“ nicht wiederholt. Die Frage war nur: Warum genau rudert der heute 64jährige ehemalige Ermittler zurück?

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„Sauerländer in kleiner“

29.04.2011, von

Heute Morgen haben Beamte des Mobilen Einsatzkommandos des BKA drei Männer in Düsseldorf und Bochum festgenommen. Nach SWR-Informationen handelt es sich um den 29jährigen Abdeladin K,, den 31jährigen Jamil S. und den ebenfalls 19jährigen Ahmet C. Einer der Männer leistete bei seiner Festnahme offenbar Widerstand und soll Polizisten mit einem Messer bedroht haben. Ein Ermittler sagte mir eben: „Es ist wie bei den Sauerländern, nur kleiner“. Allerdings geht es diesmal um das Terrornetzwerk Al Qaida. 

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Terrorziel Stuttgart?

28.04.2011, von

Stuttgart-Innenstadt

Stuttgart-Innenstadt

Es ist eine gespenstische Vorstellung: Hat der Islamist, der auf dem New Yorker Times Square vor fast genau einem Jahr einen Anschlagsversuch unternommen hat, auch Stuttgart als Tatort in Erwägung gezogen? Das ist nach meinen Recherchen jedenfalls ein Szenario, mit dem sich deutsche Ermittlungsbehörden in den vergangenen Jahren erheblich beschäftigt haben!

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„Haben Sie eine Zigarette? Kämpfen Sie in Afghanistan?“

04.03.2011, von

Tatort am Frankfurter Flughafen

So oder so ähnlich soll der mutmassliche Attentäter von Frankfurt sein erstes Opfer angesprochen haben. Er wollte sicher gehen, dass es sich bei einer Gruppe von Männern im Terminal 2, Halle E des Frankfurter Flughafens wirklich um GIs handelt. Denn nur einer der Männer trug Uniform: Der Fahrer des Busses, der die Gruppe abholen wollte. Die Soldaten kamen aus London Heathrow, mit dem Bus sollte es weiter nach Ramstein gehen und von dort wieder mit dem Flugzeug über Bischkek (Kirgisistan) weiter nach Afghanistan. All das wusste Arid U. offenbar nicht, er tötete die ersten amerikanischen Soldaten, die er am Flughafen traf. Es ist der erste tödliche Anschlag eines Islamisten in Deutschland.

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