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Sauerlandgruppe: Fritz Gelowicz auf Bewährung frei

18.08.2016, von

Fritz Gelowicz (Archiv)

Fritz Gelowicz (Archiv)

Wie die Zeit vergeht: Am Montag (15. August) wurde Fritz Gelowicz von der „Sauerlandgruppe“ aus der Haft entlassen. Er hatte zwei Drittel seiner 12jährigen Haftstrafe abgesessen. Zwei Gutachter kamen unabhängig voneinander zum Ergebnis, dass er eine „günstige Prognose“ habe, also wohl nicht mehr gefährlich sei. Auch in der Haft hatte er sich nach meinen Informationen zuletzt so verhalten, dass eine Entlassung auf Bewährung und unter Auflagen für vertretbar gehalten wurde.

Zu den Auflagen für Gelowicz gehört neben den üblichen Gesprächen mit einem Bewährungshelfer auch, gewisse Orte und Personen zu meiden. Sein Rechtsanwalt, Dirk Uden aus Karlsruhe ist zuversichtlich. Er glaubt, dass Gelowicz dem „Heiligen Krieg“ entsagt hat und ein normales Leben führen will. Man könne Gelowicz mit dem Satz zitieren „Wegen mir brauch sich niemand Sorgen machen, ich bin definitiv keine Gefahr mehr für die innere Sicherheit.“(Fehler im Original). Sein Mandant wolle sich künftig der Familie widmen.

Für Fritz Gelowicz wird es nun darum gehen, wieder in den Alltag zu finden und von der UN-Terrorliste gestrichen zu werden. Den dort ist er weiter gelistet und kann deshalb derzeit nicht einmal ein normales Bankkonto aufmachen. Sein früherer Komplize Daniel Schneider hatte kürzliche das „De-Listing“ erreicht.

Bei der Polizei sieht man das nicht ganz so entspannt. Nach seiner Festnahme sagte mir damals ein leitender Ermittler lakonisch: „Mist, wenn er wieder raus kommt, bin ich noch nicht in Rente„. Diese Prophezeiung ist eingetreten. Ob der Beamte das heute auch noch so sieht (oder längst ganz andere Probleme hat), konnte ich allerdings noch nicht klären. Er ist gerade im Urlaub. Schon das könnte man andererseits als positives Zeichen werten.

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Droht Prozess gegen mutmassliche Terrorhelfer in Stuttgart zu platzen?

21.04.2016, von

Terrorprozess am OLG Stuttgart (Archiv)

Terrorprozess am OLG Stuttgart (Archiv)

Es ist ein handfester Eklat: Zwanzig Verhandlungstage nach Beginn der Hauptverhandlung gegen vier mutmassliche Unterstützer der als terroristische Organisation eingestuften „Ahrar al Sham“ (Freie Männer Syriens) stellt sich am Stuttgarter Oberlandesgericht heraus, dass Nuran B., einer der Angeklagten, bereits zur Zeit des Ermittlungsverfahrens „Vertrauensperson“ des baden-württembergische Landeskriminalamts war – während das Bundeskriminalamt im Auftrag des Generalbundesanwalts gegen ihn und drei andere Männer ermittelte.

In dieser Zeit sprachen Nuran B. und die LKA-Beamten ausführlich über just jenen Verkauf von militärisch nutzbaren Ausrüstungsgegenständen, der Teil der Ermittlungen des BKA war und in der Anklage des Generalbundesanwalts genannt wurde. Es klingt nach einer grotesken Situation: Sollte das LKA dem BKA diese Zusammenarbeit verschwiegen haben, hat das BKA Dinge ermittelt, die man auch einfach beim LKA hätte erfragen können. Falls BKA und LKA sich allerdings über die Vertrauensperson ausgetauscht hätten, wären Teile der Ermittlungen eine Farce. Das Verfahren scheint in schwere See geraten.

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Drei Deutsche unter Terrorverdacht am Frankfurter Flughafen festgenommen

08.09.2014, von

Drei Männer sind nach meinen Informationen am Samstag unmittelbar bei ihrer Rückkehr aus Kenia auf dem Flughafen Frankfurt am Main durch Beamte des Bundeskriminalamts festgenommen worden. Ihnen wird die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen, für die sie in Ostafrika gekämpft haben sollen. Gemeint ist damit die radikalislamistische Shabaab-Miliz.

Eine Sprecherin des Generalbundesanwalts bestätigte, dass die Festnahmen im Auftrag der Bundesanwaltschaft durchgeführt worden sind und die Männer aus Kenia kamen. Weitere Einzelheiten würden im Laufe des heutigen Tages bekannt gegeben.

Nach meinen Informationen sind die Männer aus Ostafrika zurückgekommen, weil sie nicht weiter an den blutigen Kämpfen der Shabaab-Miliz teilnehmen wollten. Hinweise darauf, dass die Männer konkrete Anschlagspläne für Deutschland hatten, gibt es offenbar nicht.

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17.04.89: Radiobombe explodiert im BKA

17.04.2014, von

17. April 1989: Rettungswagen verläßt das BKA (Quelle: HR)

17. April 1989: Rettungswagen verläßt das BKA (Quelle: HR)

Heute vor 25 Jahren: Der 17. April 1989 war kein guter Tag für das Bundeskriminalamt. Bei dem Versuch, zwei zu Bomben umgebaute Kofferradios zu entschärfen, explodierte einer der beiden Sprengsätze. Ein Beamter erlitt tödliche Verletzungen, ein anderer wurde schwer verletzt. Langgediente BKA-Mitarbeiter, die schon damals im Amt waren, sind vor einigen Wochen noch einmal nachdrücklich an die verunglückte Entschärfung erinnert worden. Denn kurz vor dem 25. Jahrestag starb auch der Beamte, der das Unglück damals schwer verletzt überlebt hatte und bleibende Schäden davon trug. Bis heute sind in dem Fall viele Fragen offen. Vor allem die Frage, in welchem Zusammenhang die Kofferradio-Bomben mit dem Lockerbie-Anschlag auf Pan Am Flug 103 im Dezember 1988 standen. Und warum die Brisanz der neuen Radiorekorder im April 1989 so spät erkannt wurde.

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Bad Kleinen: Zugriff im Tunnel

24.06.2013, von

Tatwaffe: Ceska von Wolfgang Grams

Tatwaffe: Ceska von Wolfgang Grams

Zur Erinnerung: Heute Abend läuft um 23:30 Uhr im Ersten der Film „Zugriff im Tunnel“ über die missglückte Festnahmeaktion gegen die RAF 1993 in Bad Kleinen. Im Film von Egmont R. Koch kommen die damals Verantwortlichen zu Wort und rekapitulieren, warum eine generalstabsmäßig geplante, hoch aufwendige Aktion des BKA in einem völligen Desaster endete.

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Durch Kennzeichenerfassung: BKA fasst offenbar Lkw-Schützen

23.06.2013, von

Autotransporter: BKA sucht Schützen

Autotransporter: BKA sucht Schützen

Kein Terrorismus, aber trotzdem spannend: Nach komplizierten Ermittlungen hat das Bundeskriminalamt nach meinen Informationen heute offenbar einen Verdächtigen im „Autotransporter-Fall“ festgenommen. Der Mann soll selbst Lastwagenfahrer sein und aus der Eifel stammen. Offenbar hat er die Tat bereits gestanden und die Beamten zu den Waffen geführt.

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Wie deutsche Sicherheitsbehörden von NSA & Co profitieren

13.06.2013, von

Das "Gemeinsame Terrorismus-Abwehrzentrum" GTAZ

Das „Gemeinsame Terrorismus-Abwehrzentrum“ GTAZ

Wie gut wären die deutschen Sicherheitsbehörden ohne ihre amerikanichen Freunde? Bislang ist diese Frage immer nur als Fußnote zu Ermittlungserfolgen diskutiert worden. Doch die Diskussion um „Prism“ und die Aktivitäten der NSA und anderer US-Geheimdienste ist die Frage interessant: Wie sehr hat Deutschland von den erhobenen Erkenntnissen profitiert? Sehr! Hier eine Auflistung einiger bemerkenswerter Fälle. Aber: Welche Konsequenz soll man nun daraus ziehen? Informationen zu möglichen Anschlägen nicht mehr annehmen?

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Verena Beckers Festnahme als Theaterstück

03.05.2013, von

Cafe Hanser in Singen 1977

Cafe Hanser in Singen 1977

Alles begann heute vor 36 Jahren im Polizeirevier von Singen am Bodensee mit dem Hinweis einer Rentnerin: „Im Café Hanser sitzen zwei Terroristen beim Frühstück“ soll sie am 3. Mai 1977 sinngemäß zu den Beamten gesagt haben.  Die Dame hatte Recht – auch wenn die beiden nicht die Terroristen waren, die sie erkannt zu haben glaubte. Es waren die RAF-Mitglieder Günter Sonnenberg und Verena Becker. Doch beide bewiesen starke Nerven, lockten die Polizisten aus dem Café zu ihrem angeblich in der Nähe geparkten Auto und schossen einige Straßen weiter unvermittelt auf die beiden jungen Polizisten. Der Beamte Wolfgang Seliger überlebte nur knapp – dank seiner guten Kondition. Die äußerlichen Wunden von damals sind bis heute für jeden zu sehen, Wolfgang Seliger hat unter anderem einen Finger verloren. Und die psychischen Folgen?

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GBA prüft Verbindung von Tino Brandt zum Heilbronner Polizistenmord

20.06.2012, von

Was wollte Tino Brandt in Hardthausen?

Was wollte Tino Brandt in Hardthausen?

Es könnte eine neue Wendung im Fall des Heilbronner Polizistenmordes sein: Bei einer Hausdurchsuchung bei dem Neonazi und früheren V-Mann des Thüringer Verfassungsschutzes Tino Brandt fanden Ermittler Ende März Hinweise auf ein Haus in Hardthausen am Kocher, nur etwa 15 Kilometer Luftlinie vom Tatort auf der Heilbronner Theresienwiese entfernt. Recherchen, die ich zusammen mit den Kollegen Axel Hemmerling und Ludwig Kendzia (beide MDR Thüringen) gemacht habe, ergaben, dass dieses Haus in der Zeit von 2004 bis 2008 dem früheren V-Mann Brandt gehörte. Zufall? Diese Frage beschäftigt nun auch BKA und Bundesanwaltschaft.

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Staatsanwaltschaft Köln hört Stimmen – und schaltet das BKA ein

16.04.2012, von

Der Fakt an sich ist schon bekannt, aber die Geschichte dahinter unglaublich: Die Staatsanwaltschaft Köln hat das Ermittlungsverfahren gegen den als „Hassprediger“ bekannt gewordenen Ibrahim Abou Nagie eingestellt – und zwar, weil sie Abou-Nagie öffentliche Äußerungen unterstellt hat, die dieser so gar nicht gemacht hat. Jedenfalls nicht nachweisbar. Wäre man bösartig, könnte man sagen: Eine Art umgekehrtes Wahndelikt. Und weil die Staatsanwaltschaft Köln zunächst nicht glauben konnte, dass sie Stimmen hört, schaltete die Behörde sogar das BKA ein.

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