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Warum der Suizid von AlBakr eine mehrfache Tragödie ist

15.10.2016, von

Der Suizid des Terrorverdächtigen Jabr Al-Bakr ist eine Tragödie. Nicht nur, weil Terrorverdacht hin oder her, der selbstgewählte Tod eines Menschen in staatlichem Gewahrsam nicht achtlos hingenommen werden darf. Es ist unerträglich, dass Stimmen laut werden, die den Freitod als effiziente Lösung für einen möglichen Massenmörder ansehen. Es mag sein, dass der Mann in Deutschland ein Blutbad anrichten wollte. Aber zu den Stärken unserer Gesellschaft gehört, dass auch gegenüber unseren Feinden der Rechtsstaat gilt. Dazu gehört das faire Verfahren und der Schutz des Lebens. Wer darüber hinweg gehen will, ist nicht besser, als die, die unsere Freiheiten angreifen wollen.

Eine weitere Tragödie ist es aber, dass es in kurzer Zeit schon wieder Sachsen ist, das Schlagzeilen macht. Die Geschichte des Terrorverdachts von Chemnitz war so lange eine Erfolgsgeschichte, bis die sächsischen Behörden ins Spiel kamen. Die Polizei vermasselte den Zugriff, nun hat die Justiz versagt. Im April geschah fast das Gleiche im Bereich Rechtsextremismus. Die mutmaßliche Terrorgruppe Freital wurde erst von der Polizei, dann von der sächsischen Justiz unterschätzt. Weitere Beispiele lassen sich anführen.

Vom „Failed State Sachsen“ ist in manchen Kommentaren die Rede. Das ist eine polemische Zuspitzung. Somalia oder Jemen sind Beispiele für tatsächlich gescheiterte Staaten ohne solide Strukturen. Trotzdem ist klar:

So kann es in Sachsen nicht weiter gehen, die Politik muss Konsequenzen ziehen und die Verantwortung tragen.

 

Dieser Kommentar wurde zuerst am 13. Oktober 2016 von NDR2 gesehendet und bei tagesschau.de veröffentlicht.

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