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„Warum ihr und wir?“ RAF-Doku ‚Die Folgen der Tat‘

27.05.2015, von

Attentat auf Jürgen Ponto 1977

Attentat auf Jürgen Ponto 1977

Als Jürgen Ponto im Juli 1977 von den RAF-Terroristen Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt in seinem Haus erschossen wird, ist Susanne Albrecht, eine enge Freundin der Familie, zugleich Türöffnerin und Mittäterin. Sie stürzt mit ihrer Tat beide Familien in die Verzweiflung und zerstört eine alte Familienfreundschaft: Über Jahrzehnte schwiegen die Familien Ponto und Albrecht. Erst seit kurzer Zeit findet die Generation ihrer Kinder den Weg zu einer vorsichtigen Aufarbeitung des Familiendramas.

Heute Abend läuft im Ersten der Dokumentarfilm „Die Folgen der Tat„, in dem Julia Albrecht, die kleine Schwester von Susanne Albrecht, mit ihrer Mutter, ihren Geschwistern, Verwandten und Freunden die Tat und den Weg ihrer Schwester in Gesprächen aufzuarbeiten. Viele der Gesprächspartner trauen sich vor die Kamera. Susanne nicht.

Es ist ein beeindruckender, sehr persönlicher Film. Er zeigt die Zerrissenheit von Mutter und Geschwistern, den Widerspruch zwischen der Liebe zum eigenen Kind und zur eigenen Schwester auf der einen und der nicht zu leugnenden kaltblütigen Tat von Oberursel auf der anderen Seite. Er beschreibt die Verzweiflung der Familie, über 13 Jahre der Ungewissheit nach der Tat – in der Susanne Albrecht lange Zeit unter dem Namen Ingrid Jäger in der DDR als staatlich gedeckte RAF-Aussteigerin lebte.

Der Film macht vor nichts Halt. Nicht vor der Scham der Mutter, wenn die eigene Familiengeschichte von Susanne Albrecht selbst im Prozess als Grund für ihre Entwicklung genannt wird. Und nicht vor der Zerrissenheit, in der sich die Freundinnen Ignes Ponto und Christa Albrecht am Tat des Mordes trotzdem in die Arme nahmen: „Weil alles unmöglich war, ist auch dies gegangen. Es war alles von A-Z nicht vorstellbar“, sagt Christa Albrecht heute im Film über diesen Moment. Und doch war es für 34 Jahre die letzte Begegnung der beiden Freundinnen.

 

„Die Folgen der Tat“
Dokumentarfilm von Julia Albrecht
und Dagmar Gallenmüller
am 27.05.2015 um 22:45 Uhr im Ersten

 

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