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NSU-Verteidigung: Alles Banane?

08.04.2014, von

Alles Banane? dpa entdeckt eine "gelbes"  Exemplar im NSU Prozess

Alles Banane? dpa entdeckt eine „gelbes“ Exemplar im NSU Prozess

Zugegeben: Zuerst dachte ich an einen Aprilscherz. Doch das nebenstehende Bananen-Foto steht zum heutigen Prozesstag in der dpa-Bilddatenbank. Dazu gibt es von dpa den erläuternden Text:

„Ein gelbe Banane liegt am 08.04.2014 im Gerichtssaal in München (Bayern) neben einem Schild mit der Aufschrift „Verteidigung Zschäpe“ auf der Anklagebank. Das Obst wurde vom Zschäpe-Anwalt Wolfgang Stahl mitgebracht. Vor dem Oberlandesgericht wurde der Prozess um die Morde und Terroranschläge des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) fortgesetzt.“

Sehen wir vom Erkenntnisgewinn ab, dass München in Bayern liegt und die gezeigte Banane gelb ist, stellt sich dem Betrachter die Frage nach der tieferen Symbolik des Bildes. Immerhin handelt es sich um Obst eindeutig nicht-deutscher Herkunft. Doch daraus lassen sich keine Schlüsse ziehen: Auf Nachfrage sagte mir Wolfgang Stahl, dass es sich bei der Banane um sein Mittagessen gehandelt habe. „Brainpower“, wie er es nennt. Mit Beate Zschäpe ist die Frucht also nicht in Verbindung zu bringen.

Dabei haben Bananen in Untergrund-Bewegungen durchaus Tradition – wie man durch das Plattencover von „The Velvet Underground & Nico“ weiß. Wobei unwahrscheinlich ist, dass im „Thüringer Heimatschutz“ derartige Musik gehört wurde. Und der auf dem Cover neben der Warhol-Banane verwendte Slogan „peel slowly and see“ ist wohl auch weniger das Motto der Verteidigung, als eher das des Senats…

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Kommentare zu „NSU-Verteidigung: Alles Banane?“

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  1. Ulf G. Stuberger
    schreibt am 12. April 2014 11:08 :

    Solche unterhaltsamen Texte während eines komplexen Strafprozesses liebe ich, verdeutlichen sie doch, dass auch das alles Menschenwerk ist. Vielen Dank!

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