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Bonner Taschenbombe: Anklage da, Anwälte sauer

14.03.2014, von

Presseerklärung von Generalbundesanwalt Harald Range

Presseerklärung von Generalbundesanwalt Harald Range

Es geht um die wohl geplante Ermordung des ProNRW-Chefs Markus Beisicht und anderer Politiker der rechtsextremen Partei – und es geht um die Bonner Taschenbombe: Der Generalbundesanwalt hat am Mittwoch vier Männer wegen Gründung und Mitgliedschaft in einer (inländischen!) terroristischen Vereinigung angeklagt: Marco G., Enea B., Koray D. und Tayfun S. sollen spätestens am 22. Dezember 2012  diese Vereinigung gegründet haben, um dem Wunsch des Terroristen Yassin Chouka nachzukommen, den er 2012 in einem Propagandavideo aus Waziristan überbracht hatte: „Ihr sollt die Mitglieder der Partei ProNRW töten!“ Für Marco G. geht es noch dazu um den Anschlagsversuch am Bonner Hauptbahnhof am 10. Dezenber 2012 – und damit um vielfachen Mordversuch. Die Pressemiteilung des Generalbundesanwalts steht hier, Einzelheiten zur Tat beschreibe ich hier.

Inhaltliche Äußerungen der Verteidiger der vier Angeklagten waren heute nicht zu erhalten. Sie fühlen sich überrumpelt. Rechtsanwalt Mutlu Günal (der unter anderem auch im Münchner GIMF-Verfahren verteidigt hat und der Anwalt der Prediger Sven Lau und Abu Nagi ist) schickte auf meine Anfrage nur dieses Statement:

„Mein Mandant kennt die Vorwürfe aus der Anklage noch nicht. Früher war es üblich, daß die Ermittlungsbehörden von öffentlichen Stellungnahmen in der Sache abgesehen haben, bis diejenigen, um die es im Strafverfahren geht, die Angeklagten, überhaupt wußten, was ihnen im Einzelnen vorgeworfen wird. Der Generalbundesanwalt hat sich von diesen Gepflogenheiten verabschiedet. Die Verteidiger werden sich gleichwohl zunächst auf die Information ihrer Mandanten konzentrieren, nicht auf die Information derjenigen, deren Neugier durch verfrühte Angaben der Ermittler geweckt wurde.“

Das sind deutliche Worte. Allerdings: Zumindest ich bin auf das Ermittlungsergebnis schon durch das Abstellen der Tasche am Bonner Hauptbahnhof neugierig gemacht worden…

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Kommentare zu „Bonner Taschenbombe: Anklage da, Anwälte sauer“

Es sind 2 Kommentare vorhanden. Ich möchte einen Kommentar verfassen.

  1. schneidermeister
    schreibt am 14. März 2014 22:42 :

    „Früher war es üblich“ aus dem Mund eines Mittdreißigers…
    Die Anklage wurde am 12.03. erhoben, die PM ist vom 14.03. Herr Günal kam vermutlich nicht wie die Jungfrau zum Kinde zu dem Mandat, dürfte Akteneinsicht gehabt haben und so einigermaßen absehen können, dass ein paar Kartons zu einem OLG geschickt werden. Man kann es mit der Heulsuserei auch übertreiben

  2. Beobachter
    schreibt am 16. März 2014 12:27 :

    @schneidermeister:
    Auch ein Mittdreißiger kann Erkenntnisse dazu haben, wie es früher einmal war…zudem ist der Herr Günal ausweislich der Angaben auf seiner Internetseite wohl eher 39!

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