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Überlebender Polizist im NSU-Prozess als Zeuge geladen

23.12.2013, von

Trauer um Polizistin Kiesewetter

Trauer um Polizistin Kiesewetter

Kurz vor den Feiertagen hat das Oberlandesgericht München noch die Zeugenladungen für den Januar verfügt. Darunter sind die Mutter des mutmaßlichen Mörders Uwe Mundlos, die Mutter des Opfers Michéle Kiesewetter und der Polizist Martin A., der den Anschlag auf sich mit viel Glück schwerstverletzt überlebt hat.

Zusammen mit der getöteten Polizistin Michéle Kiesewetter saß Martin A.  im April 2007 in Heilbronn in einem Streifenwagen, als wohl Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos auf die beiden Polizisten schossen.  Nach langer ärztlicher Behandlung ist er inzwischen wieder im Polizeidienst. Erinnerungen an die Täter hat er nicht, auch eine Vernehmung unter Hypnose brachte kein Ergebnis.

Am 16. Januar wird es vor dem OLG München deshalb wohl vor allem um die Folgen der Tat für Martin A gehen und um eine Beschreibung, wie er seine Streifenpartnerin Michéle Kiesewetter erlebt hat. Die Mutter von Michéle Kiesewetter soll am 21. Januar aussagen. Auch geladen ist ein Zeuge vom Tatort, der interessant sein wird: Jamil C. kam unmittelbar zum Tatzeitpunkt an der Heilbronner Teresienwiese vorbei. Er hat wohl nichts mit der Tat zu tun, beschäftigte die Ermittler aber lange, weil man ihn aus anderen Ermittlungen im Bereich „Ausländerextremismus“ bestens kannte und deshalb höchst misstrauisch war.

Für Jamil C. hat das Gericht 30 Minuten  eingeplant. Das könnte knapp werden…

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Kommentare zu „Überlebender Polizist im NSU-Prozess als Zeuge geladen“

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  1. MH
    schreibt am 23. Dezember 2013 20:42 :

    Ich bin gespannt, was Martin A als Zeuge aussagen wird, ob die ganze oder die halbe Wahrheit. Letzteres wäre absolut nachvollziehbar. Zum einen ist es denkbar, dass sein Leben nach wie vor in Gefahr ist. Zum anderen halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass er „von oben“ unter Druck gesetzt wird. Die nicht nur auf diesem Blog verbreitete Behauptung „Erinnerungen an die Täter hat er nicht, auch eine Vernehmung unter Hypnose brachte kein Ergebnis“ trifft nach meinen Recherchen nicht zu! Wolf Wetzel schreibt in seinem Buch „Der NSU-VS-Komplex (Oktober 2013): „ Im geheimen Bericht der Sonderkommission „Parkplatz“ ist vermerkt, A. habe „klare und konkrete Erinnerungen“. (Südwest Presse vom 10.6.2013)…Auch die Internetzeitung „Kontext“ hatte Einblick in die Ermittlungsakten, die über fünf Jahre unter Verschluss gehalten wurden…“
    Bei einem Vortrag am 1. November 2013 in Bochum zeigte Herr Wetzel die bis dahin der Öffentlichkeit vorenthaltenen Phantombilder, die auf kontextwochenzeitung.de vom 17.7.2013 abgebildet sind, wie auch in der Ausgabe 11/2013 des Compact-Magazins von Jürgen Elsässer. Das letzte Phantombild beruht vermutlich auf den Angaben des überlebenden Polizeibeamten und könnte am 2. November 2010 erstellt worden sein. Am 13.09.2012 hat der Zeuge Axel Mögelin (ab 1.8.2010 Leiter der Sonderkommission „Parkplatz“) im NSU-Untersuchungsausschuss (s. Protokoll 29a S.4 zum Bericht vom 22.8.2013, Drucksache 17/14600 Deutscher Bundestag) folgendes ausgesagt:
    „Bei der Analyse der bei der Sonderkommission vorliegenden Vernehmungen wurde
    zudem festgestellt, dass sich der überlebende Polizeibeamte im Laufe der Vernehmungen
    konkreter an das Tatgeschehen erinnern konnte. Es wurde nach Rücksprache
    mit einem Experten am 2. November 2010 der Versuch einer Phantombilderstellung
    unternommen, der zunächst erfolgreich verlief. Mit dem vermeintlichen Phantombild
    des Täters wurde auf Weisung der sachleitenden Staatsanwaltschaft zunächst nur verdeckt
    und polizeiintern gearbeitet. Nachdem dies nicht zu neuen Ansätzen im vorliegenden Fall führte, wurde seitens der Sonderkommission eine Veröffentlichung des Bildes angestrebt… Aufgrund eines von der Staatsanwaltschaft Heilbronn in Auftrag gegebenen Gutachtens
    war das mithilfe des Streifenpartners von Michèle Kiesewetter erstellte Bild aber
    nicht verwertbar und daher nicht veröffentlichungsfähig. Auch die Veröffentlichung der
    anderen Bilder wurde aufgrund aus Sicht der Staatsanwaltschaft fehlender Voraussetzungen
    zunächst abgelehnt.“
    Der Heilbronner Staatsanwalt Christoph Meyer-Manoras soll für die Nichtveröffentlichung aller Phantombilder verantwortlich sein. Im Protokoll 29a seiner Vernehmung als Zeuge des 2. Untersuchungsausschusses finde ich jedoch nur einen konkreten Hinweis auf das Phantombild nach den Angaben einer Zeugin W., die Herr Meyer-Manoras für unglaubwürdig hielt. Die Aussagen des Heilbronner Staatsanwalts hinterlassen bei mir einen bitteren Nachgeschmack, es fehlen klare Begründungen für seine unbegreiflichen Entscheidungen, die Erklärungsversuche gleichen misslungenen Ausweichmanövern…
    Die Phantombildserie soll von Polizeibeamten weitergegeben worden sein, in der Hoffnung, dass die Mörder ihrer Kollegin Michèle Kiesewetter endlich ernsthaft gesucht werden, denn keines der Phantombilder besitzt auch nur die entfernteste Ähnlichkeit mit Mundlos oder Böhnhardt!

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