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DNA-Treffer auf der „Taschenlampenbombe“ – doch es ist ein Ermittler

23.09.2013, von

Für einen Moment sah es so aus, als hätte es im Fall der Nürnberger „Taschenlampenbombe“ einen kriminalistischen Durchbruch gegeben: Wie aus aktuellen Ermittlungsakten hervorgeht, konnte auf einer Mutter, mit der die rohrbombenartige Konstruktion verschlossen war, eine DNA-Spur mit einem eindeutigen Muster nachgewiesen werden. Doch leider stellte sich rasch heraus, das die DNA-Spur zwar ein „Treffer“ war – aber in der Mitarbeiterdatenbank des Bayerischen Landeskriminalamts. Das Profil gehört zu einem Mitarbeiter der Kriminaltechnik (Sachgebiet Chemie). Die Erklärung ist so einfach, wie bedauerlich: Die Rohrbombe wurde im LKA als Anschauungsobjekt verwendet. Das bedeute, notiert ein Mitarbeiter des BKA-Staatsschutzes in einem Vermerk, dass jeder Besucher des Kriminaltechnischen Instituts (KTI) des Bayerischen Landeskriminalamts den Gegenstand hätte anfassen können – weshalb es zu zahlreichen DNA-Spuren kommen konnte. Eine für das Verfahren relevante Spur konnte nicht mehr festgestellt werden.

Ist das eine Ermittlungspanne? Keine einfache Frage. Denn bis zur Aussage von Carsten S. wurde die Taschenlampe nicht mit einem terroristischen Anschlag in Verbindung gebracht, der damalige Fund wurde als „normales“ Sprengstoffdelikt (und nicht als Tötungsdelikt“) gewertet. Im Laufe des Prozesses wird sich durch Gutachten zeigen, wie gefährlich die Taschenlampe war. Sollte die Konstruktion tatsächlich so harmlos sein, wie es die Nürnberger Ermittler damals angenommen haben, wäre die Aufnahme in die Sammlung des KTI ein Standardvorgang. Solche Sammlungen dienen der Anschauung und Ausbildung der Ermittler – und bekommen regelmäßig Zulauf von selbstgebauten Böllern, Rohrbomben und Sprengsätzen, die oft von Hobby-Bastlern stammen.

Sollte die Lampe allerdings damals unterschätzt worden sein, wäre die Aufnahme als Anschauungsobjekt tatsächlich ein bedauerlicher Fehler.

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