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NSU-Aussage: „Ich hab mich komplett nackig gemacht!“

13.06.2013, von

Carsten S. beantwortet heute Fragen der Nebenklage. Die Reihenfolge ergibt sich aus den Tatkomplexen. Angehörige sind nicht gekommen, es sind die Anwälte der Nebenkläger, die die Fragen stellen. Einige haben nur einzelne Nachfragen, andere ganze Fragenkataloge. Es geht um seine Motivation als Neonazi, sein Verhältnis zu dem Trio und Ralf Wohlleben und seinen Wandel weg aus der Szene. So verständlich der Wunsch der Nebenkläger ist, nun selbst Fragen stellen zu können, so deutlich wird bis zum Mittag, dass Carsten S. schon auf die Fragen des Gerichts alles gesagt hat, was er weiß – oder derzeit offenbaren will. Substantielle Neuigkeiten haben die Fragen bislang nicht ergeben. Und Carsten S. hat es nochmals deutlich gesagt: Auf die Frage der Nebenkläger der Familie Tasköprü, ob er sich denn komplett nackig gemacht habe, antwortet er deutlich: „Ja, komplett nackig!“

Nur unter einer Bedingung wollte Carsten S. am Morgen den Verteidigern von Ralf Wohlleben beantworten.  Wohlleben solle zunächst selbst Angaben zur Person und zur Sache machen. „Waffengleichheit“ wollte Carsten S. Wohllebens Anwalt sprach von „Erpressung“. Man verzichtete also notgedrungen auf Fragen. Rechtsanwalt Olaf Klemke (Cottbus) wies aber darauf hin, dass das wohl ein „Teilschweigen“ des Angeklagten sei – was das Gericht ggf negativ werten könnte.

Tatsächlich kann man trefflich darüber streiten, wie sinnvoll oder souverän diese Reaktion von Carsten S. war. Doch er hat sie selbst mit einer solchen Deutlichkeit vorgetragen, dass es ihm ein echtes Anliegen zu sein scheint: Ralf Wohlleben soll reden. Die Chancen dafür schätze ich gering ein.

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