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Interview mit Ibrahim Abou-Nagie

24.05.2012, von

Die Verteilung von deutschen Koranübersetzungen hat in den vergangenen Wochen für viel Aufsehen, Ausschreitungen in Bonn und Solingen sowie eine heftige politische Debatte gesorgt. Hinter der Aktion steht der Bonner Geschäftsmann und Prediger Ibrahim Abou-Nagie. Nach einigem Zögern war er bereit, mir ein Interview zu geben, das heute Abend um 20:15 im Radioprogramm SWRInfo ausgestrahlt wird (Webradio hier). Ich dokumentiere hier den Wortlaut des Interviews:

Frage: Herr Abou-Nagie in manchen Medien werden sie als salafistischer Hassprediger bezeichnet. Sind sie das? Ein Hassprediger?

Ibrahim Abou-Nagie: Nein, ich bin weder Hassprediger noch Salafist. Ich bin ein Muslim, der das Beste für die Menschen liebt.

Frage: Ein Salafist ist nach der Definition, die im Augenblick in Deutschland auch von der Politik favorisiert wird, jemand, der leben will, wie die Altvorderen, der in seinem Leben möglichst alles so machen will, wie wörtlich genommen die Vorstellung des Propheten zu sehen ist, ist das das, was eine richtige Glaubensrichtung auszeichnet?

Ibrahim Abou-Nagie: Ja, das ist eine Ehre für uns, wenn wir diese Stufe erreichen, dass wir so leben wie der Prophet (Red. Hinweis: Ibrahim Abou-Nagie fügt an dieser Stelle eine Ehrbezeugung in arabischer Sprache hinzu), und die Sahaba, die Gefährten. Das ist eine Ehre für uns. Und wenn man von Salafismus redet, und anhand von der Definition, die heutzutage in den Medien überall platziert werden, dann reden wir von mindestens zwei Millionen Salafisten in Deutschland, die den Islam praktizieren, Bart tragen, Kopftuch tragen. Man versucht, diese praktizierenden Menschen zu betiteln heutzutage. Genauso wie man uns damals vor sieben Jahren als Wahabiten bezeichnet hat.

Frage: Sie haben eine große Aufmerksamkeit erreicht in den vergangen Wochen, dadurch, dass Sie eine deutsche Übersetzung des Korans verteilt haben. Was hat es damit auf sich, warum haben sie das gemacht?

Ibrahim Abou-Nagie: Das ist ein Geschenk aller Muslime an die Nichtmuslime hier in diesem Land und das soll als Geschenk verstanden werden. Nicht anders. Wir haben keine Hinterziele hinter diesem Projekt. Wir wollen dankbar sein, und das ist auch eine Art Dankbarkeit gegenüber den Mitmenschen, unter denen wir leben, das wir Ihnen Allahs Wort verschenken. Und das ist ein reines Geschenk, ist nicht verbunden mit irgendeiner politischen Ideologie oder einem Ziel.

Frage: „Die Wahre Religion“ heißt die Bewegung, die dahinter steht. Haben sie einen Überblick im Augenblick, wie viele Korane sie bereits verschenkt haben?

Ibrahim Abou-Nagie: Also wir haben insgesamt 340.000 Koranexemplare bis jetzt verschenkt.

Frage: Wie haben Sie das finanziert? Es ist in der Öffentlichkeit häufig darüber spekuliert worden, es könnte über Spenden beispielsweise aus Saudi-Arabien bezahlt worden sein?

Ibrahim Abou-Nagie: Also, wir werden keine Spende aus Saudi-Arabien akzeptieren. Alles was die Finanzierung angeht, da kann sich jeder einen Blick in den Unterlagen schaffen, dass das Ganze hier in Deutschland finanziert worden ist von Muslimen, einfachen Muslimen, die diese Religion lieben und dankbar sind gegenüber den Mitmenschen.

Frage: Also aus Spenden ist das Ganze finanziert?

Ibrahim Abou-Nagie: Spenden und Verkauf. Wir haben auch eine Version zum Verkauf angeboten, das nennt sich die rote Version. Durch die Verkäufe von der roten Version wird die blaue Version, die wir kostenlos verschenken, auch finanziert.

Frage: Wo wäre das Problem, wenn es Spenden aus Saudi-Arabien gegeben hätte?

Ibrahim Abou-Nagie: Spenden ohne Bedingung gibt es nicht, und wir akzeptieren keine Bedingung. Das ist nur ein reines Geschenk von uns Muslimen hier in Deutschland an die Nichtmuslimen. Und wir gehören zu keiner Gruppe, wir bekommen keine Unterstützung von keinem Land, und das werden wir auch nicht akzeptieren.

Frage: Und wenn Sie Bedingungen sagen, was meinen Sie dann?

Ibrahim Abou-Nagie: Das haben wir erlebt in Bahrein. Wir waren dort und einige Organisationen wollten einige hunderttausend finanzieren unter der Voraussetzung, dass sie ihren Namen drauf schreiben. Und das haben wir abgelehnt, weil wir nicht in Berührung kommen wollten mit irgendeiner Organisation weder in Arabien noch hier in Deutschland.

Frage: Es gibt Muslime, die sich selbst wohl auch als Salafisten sehen vielleicht nach der ganz engen Definition, die sagen, es ist nicht in Ordnung, eine so große Aktion zu machen. Es ist nicht in Ordnung, den Koran zu verschenken, unter anderem deswegen, weil auch nicht bekannt ist, dass der Prophet das gemacht hätte. Ist das eine richtige Überlegung?

Ibrahim Abou-Nagie: Als der Prophet (Red. Hinweis: Ibrahim Abou-Nagie fügt an dieser Stelle eine Ehrbezeugung für den Propheten ein) gelebt hat, gab es keine diese Art Exemplare, die man verschenken kann, und es gab auch keine Übersetzungen. Und ich frage mich, wie sollen die Menschen hier über den Islam, von der ersten Quelle des Islams erfahren, wenn wir die Koranübersetzungen nicht an die Nichtmuslimen verteilen sollen. Und die Menschen, die dagegen sind, die sollen Allah fürchten, und wir sehen uns am jüngsten Tag. Das ist eine Dankbarkeit, die wir bis jetzt darstellen wollen gegenüber unseren Mitmenschen, die es verdient haben, Allahs Wort, Allahs Buch zu lesen.

Frage: Sie sagen, wir sehen uns am jüngsten Tag. Es gibt andere Äußerungen von ihnen die darauf hinauslaufen, dass Leute, die den Koran nicht annehmen, damit rechnen müssen, in der Hölle zu landen. Können sie verstehen, dass das vielen Leuten Angst macht?

Ibrahim Abou-Nagie: Sie meinen die Äußerung, wer den Islam nicht annimmt sei Jude oder Christ und stirbt ohne Islam, dass er in die Hölle kommt. Diese Äußerung stammt nicht von mir. Das ist ein Bestandteil des Islam. Das sagt Allah im Koran und das sagt der Prophet Mohammed (Red. Hinweis: es folgt eine Ehrbezeugung in arabischer Sprache). Und ich lese ihnen einen Hadith vor. Hadith bedeutet eine authentische Überlieferung über den Prophet Mohammed (Red. Hinweis: es folgt eine Ehrbezeugung in arabischer Sprache),  in dem er gesagt hat, und das finden wir bei seiner Moslem Hadith Nr. 153 und das leugnet kein Moslem. Der Prophet Mohammed (Red. Hinweis: es folgt eine Ehrbezeugung in arabischer Sprache) sagte, ich schwöre bei Allah, also bei dem, in dessen Hand die Seele Mohammed ist, also das heißt, ich schwöre bei Allah, jeder Mensch ob Jude oder Christ, der von mir hört und stirbt ohne an das zu glauben, ohne an den Koran zu glauben, ohne den Islam anzunehmen, außer dass er Bewohner des Höllenfeuer sein wird. Das sagt der Prophet Mohammed (Red. Hinweis: es folgt eine Ehrbezeugung in arabischer Sprache). Und Allah sagt im Koran in der Sure Nr. 4 Vers 47, Oh Leute der Schrift, also Juden und Christen, glaubt an das, also glaubt an den Koran, was wir herabgesandt haben, das bestätigt, was euch im Original vorlag, also der Koran bestätigt die Thora und das Evangelium in Originalform, bevor ich euer Gesichter vernichte. Also das heißt, dass ein Befehl von dem allmächtigen Gott an die Christen und an die Juden, dass sie den Islam annehmen müssen.

Frage: Können sie verstehen, dass dieser absolute Anspruch vielen Menschen Angst macht? Darunter nach meinem Eindruck auch Muslime, die ihre Religion für toleranter halten, als sie das möglicherweise tun?

Ibrahim Abou-Nagie: Ich kann nur betonen und bestätigen, dass ich ehrlich zu den Menschen bin und das Beste für die Menschen liebe. Und wenn ich die Menschen warne, das heißt nicht, dass ich Hassprediger bin. Wenn ich die Menschen hier in Deutschland hasse oder hassen würde, würde ich ihnen niemals eine Koranübersetzung kostenlos verschenken, und werde ich auch ihnen niemals diese Wahrheit ans Herzen legen, dass sie den Islam annehmen müssen.

Frage: Aber es klingt so bedingungslos von ihrer Seite. Gibt es nicht so etwas wie eine Co-Existenz, gibt es nicht die Möglichkeit, dass die großen Religionen nebeneinander bestehen, ohne das man sagt, wir haben den einzigen richtigen Anspruch, und ihr werdet unweigerlich böse enden, wenn ihr das nicht annimmt?

Ibrahim Abou-Nagie: Nein, ich sage nur was im Koran steht, ich wiederhole nur das, was im Koran steht und was der Prophet Mohammed (Red. Hinweis: es folgt eine Ehrbezeugung in arabischer Sprache) gesagt hat. Es bleibt jedem überlassen. Allah hat jedem von uns freien Willen gegeben. Wir zwingen keinen Menschen den Islam anzunehmen. Allah sagt im Koran, es gibt keinen Zwang in der Religion, d.h. wir zwingen die Menschen nicht, den Islam anzunehmen. Aber Allah hat jedem von uns freien Willen gegeben, und für diesen freien Willen gibt es ein Mittel der Bestrafung oder Belohnung. Wir sind normaler, wir mahnen die Menschen, weil wir das Beste für die Menschen lieben. Und wenn sie mich fallen sehen würden, sie werden mich anschreien, weil sie Angst um mich haben, weil sie mich retten wollen, und das Gleiche tue ich auch. Das ist keine Kampansage gegen den Menschen. Ganz im Gegenteil, das ist die Dankbarkeit gegenüber den Menschen, unter denen ich seit 30 Jahren lebe. Ich möchte, dass die Menschen hier in Deutschland ins Paradies kommen.

Frage: Aber dieser Weg ist zu erreichen über das Annehmen des Korans ihrer Auffassung nach und auf keinen anderem Weg, habe ich das richtig verstanden?

Ibrahim Abou-Nagie: Ja, weil der Koran die letzte Botschaft des allmächtigen Gottes für alle Menschen ist und an der ersten Stelle für die Juden und für die Christen. Allah fängt diesen Befehl mit den Juden und den Christen an, weil sie Schriften besitzen. Und nachdem die Thora entstellt worden ist, hat Allah Jesus, also Aisa (Red. Hinweis: es folgt eine Ehrbezeugung in arabischer Sprache), Friede und Segen Allahs auf ihm, entsandt, damit die Menschen am jüngsten Tag keine Ausrede haben. Und nachdem das Evangelium entstellt worden ist, hat Allah den Koran auf den Prophet Mohammed (Red. Hinweis: es folgt eine Ehrbezeugung in arabischer Sprache) offenbart aus Barmherzigkeit an der ersten Stelle mit den Juden und den Christen, dass sie nicht am jüngsten Tag kommen und sagen: Wir sind Markus´ Evangelium gefolgt oder ein falsches Buch gefolgt.

Frage: Ja aber heißt das in der Konsequenz nicht, dass es ihrer Auffassung nach dann eigentlich in der Perspektive keine andere Lösung gibt als im Grunde ein weltweites Kalifat, als einen weltweiten islamischen Staat als Lehre davon?

Ibrahim Abou-Nagie: Also das will ich gar nicht erstmal beantworten, diese Frage.

Frage: Die Staatsanwaltschaft Köln hat Ihnen vorgeworfen, dass sie zu Straftaten aufgerufen haben, weil sie gesagt haben sollen, wenn ein Muslim trotz Ermahnung drei Mal nicht betet, muss man ihn töten. Es hat sich rausgestellt, Sie haben diesen Satz so nicht gesagt in dem Video, das die Staatsanwaltschaft Köln hatte. Da ist offenbar ein gravierender Fehler bei der Staatsanwaltschaft passiert, aber wie ist es inhaltlich? Sind wir uns einig, dass die Tötung von Andersgläubigen oder die Tötung von jemand, der trotz Aufforderung nicht betet, nicht in Frage kommt?

Ibrahim Abou-Nagie: Sie haben selber gesagt, dass es ein Fehler war, und normalerweise warte ich auf eine Entschuldigung. Bis jetzt ist keine Entschuldigung gekommen und man hat mich fast ein Jahr terrorisiert durch diese falsche Verdächtigung. Und darüber möchte ich eigentlich gar nicht reden.

Frage: Das akzeptiere ich, aber nochmal inhaltlich die Frage, sind wir uns einig, dass man Andersgläubige oder Nichtbetende deswegen nicht töten darf?

Ibrahim Abou-Nagie: Allah sagt im Koran (es folgt ein arabisches Zitat), „es gibt keinen Zwang im Glauben“. Wenn sie beten als Moslem, sie retten sich selbst, und sie bekommen ihre Belohnung am jüngsten Tag. Wenn sie nicht beten, sie schaden sich nicht. Wenn sie den Islam annehmen, ich kriege nichts davon. Wnd wenn sie den Islam nicht annehmen, sie schaden mich am jüngsten Tag auch nicht. Aber ich bin nur ein Verkünder, ich verkünde Allahs Botschaft an die Menschen, die dafür ein Gehör haben.

Frage: Die Koran-Verteilungsaktion hat zu Gegendemonstrationen geführt. Die sind teilweise sehr aggressiv geendet. Nach meinem Eindruck hat die rechtsextreme Pro Bewegung das erheblich provoziert, man hat es geradezu darauf angelegt und viele, ich hab den Eindruck ihrer Anhänger, haben sehr stark dagegen demonstriert, haben sich sehr provozieren lassen. War das ein Fehler?

Ibrahim Abou-Nagie: Also das sind erstmal nicht unsere Anhänger. Ich hab die Anweisung an alle Infoständen weitergegeben, wenn diese Menschen von Pro NRW kommen würden, man sollte sich nicht provoziert fühlen, und man sollte den Infostand zumachen und nach Hause gehen, keine Diskussionen und keine Fragen beantworten. Das man versucht, hier in diesem Land dieses Projekt zu stoppen, das ist uns klar. Es gibt Menschen, die mögen die Wahrheit nicht. Aber dieses Projekt haben wir gemacht für die ehrlichen Menschen, die es verdient haben, und wir bestehen darauf, dass das nur ein Geschenk ist für die ehrlichen Menschen.

Frage: Aber war es nicht eigentlich eine klare Provokation von Pro NRW und muss man nicht im Grunde sagen, dem sind Leute auf den Leim gegangen, die sich haben provozieren lassen?

Ibrahim Abou-Nagie: Meinen sie jetzt von unserer Seite?

Frage: Ja.

Ibrahim Abou-Nagie: Aber wir haben damit gar nichts zu tun.

Frage: Sie haben gesagt, das Projekt ist versucht worden zu stoppen. Wie haben diese Versuche ausgesehen?

Ibrahim Abou-Nagie: Ja, indem man die Druckerei angerufen hat, die Druckerei eingeschüchtert hat und andere Sachen auch, die parallel gelaufen sind, die nicht schön sind.

Frage: Möchten Sie das erzählen?

Ibrahim Abou-Nagie: Nein, ich verzeihe jedem, der nicht schadet. Und ich sage, wir sehen uns am jüngsten Tag. Dafür werde ich auch belohnt werden, wenn ich verzeihe.

Frage: Die Einschüchterung der Druckerei, wie hat die ausgesehen?

Ibrahim Abou-Nagie: Man hat die Druckerei angerufen, mehrere Politiker sogar haben die Druckerei angerufen, und die hatten auch Morddrohungen bekommen, schlechte Briefe, schlechte Anrufe.

Frage: Welche Politiker haben die Druckerei angerufen? 

Ibrahim Abou-Nagie: Das kann ich nicht sagen.

Frage: Es ist ein Drohvideo gegen zwei Journalisten aufgetaucht. Es soll von einem Kameramann stammen, der mit ihnen zusammenarbeitet. Ist das richtig, und war dieses Video richtig?

Ibrahim Abou-Nagie: Also wir haben damit gar nichts zu tun. Jeder in Deutschland hat die Freiheit, ein Video selber zu drehen und bei YouTube oder irgendwo zu veröffentlichen. Diese Aktion hat mit uns gar nichts zu tun.

Frage: Sie werden als Hassprediger bezeichnet, wir hatten das angesprochen. Deswegen um das mal vielleicht klarer zu stellen, wie steht es bei Ihnen persönlich um die freiheitliche demokratische Grundordnung, die wir als staatlich garantierte Werte in Deutschland verstehen, zu der auch die Religionsfreiheit gehört und das staatliche Machtmonopol gehört, akzeptieren Sie das?

Ibrahim Abou-Nagie: Ob ich die Demokratie akzeptiere? Ja. Ich gehe erstmal zur ersten Frage, ich bin erstmal kein Hassprediger und die Menschen, die mich als Hassprediger bezeichnen, sie werden am jüngsten Tag sehen, dass ich nur das Beste für sie geliebt habe. Hassprediger ist derjenige, der die Menschen betrügt und gerne, dass sie in die Hölle kommen. Ich warne die Menschen vor der Hölle, weil ich das Beste für sie will. Jemand, der sie warnt, der hasst sie nicht. Jemand, der sie nicht warnt, wenn sie in Gefahrsituation sind, das ist jemand, der sie hasst. Und wir haben noch nie zu Hass gepredigt. Wir haben niemals Hass gepredigt. Aber natürlich die Menschen sind schockiert, wenn ich die Wahrheit aus dem Koran und aus der Sura des Propheten wiedergebe. Das ist ein Schock und ich verstehe diesen Schock auch. Ich verstehe auch die Gefühle einiger Menschen. Das Gleiche hat der Prophet Mohammed (Red. Hinweis: es folgt eine Ehrbezeugung in arabischer Sprache) gemacht, als er die Offenbarung von Allah bekommen hat. Er stieg auf den Berg und hat die Menschen in Mekka gerufen. Ich bin ein Warner zu euch. Als die Menschen diese Worte gehört haben, die waren natürlich auch schockiert. Aber er liebte nur das Beste für die Menschen. Er wollte sie mitnehmen ins Paradies, und das Gleiche tu ich auch hier in Deutschland, weil ich dankbar bin, weil ich verpflichtet bin, Allahs Botschaft zu verbreiten, und weil wir das Beste für die Menschen lieben.

Frage: Und Sie respektieren die Demokratie, die freiheitlich demokratische Grundordnung?

Ibrahim Abou-Nagie: Es geht hier nicht um Respekt, das müssen auch die Menschen hier verstehen. Jemand einen Moslem, der die Scharia leugnet, ist kein Moslem, der tritt direkt aus dem Islam aus. Der ist „Kuffar“ (Red. Anmerkung: „Ungläubiger“). Wie kann ich als Moslem ein anderes System akzeptieren als Allahs System. Ich sage (Red. Anmerkung: Es folgt die arabische Glaubensformel) setzt voraus, dass Allah der Herrscher, der Lenker ist. Aber wir leben hier in diesem Land und wir haben keine Probleme damit. Also Dinge, die gegen die Scharia sind, die lehnen wir ab und die Scharia kommt von unten und nicht von oben.

Frage: Das bedeutet?

Ibrahim Abou-Nagie: Das bedeutet, die Muslime selber müssen erstmal selber die Scharia wollen, und der Anführer ist nur ein Symbol.

Frage: Aber dann wäre das Ideal, das von unten, wie sie es bezeichnen, die Scharia eigentlich als Gesamtsystem etabliert?

Ibrahim Abou-Nagie: Also ich wünsche, dass Allahs Scharia weltweit herrscht. Denn das ist unser Schöpfer, der uns erschaffen hat, und uns seine Gebrauchsanweisung im Koran herabgesandt hat. Wenn wir danach leben, wir werden keine Depressionen mehr haben, wir werden auf Alkohol verzichten, wir werden nur glücklich und zufrieden in diesem Leben, denn das ist unser Schöpfer, der uns geschaffen hat, der weiß, was für uns gut ist.

Hier ist das ENDE der Sendefassung des Komplettinterviews.

Bei der Aufzeichnung habe ich noch eine Frage gestellt:  

Frage: Wie sieht es mit Ihrem ganz persönlichen Leben aus? Es heißt einerseits immer wieder, Sie seien ein erfolgreicher Geschäftsmann, dann heißt es, dass sie staatliche Hilfsleistungen beziehen. Was davon ist richtig?

Am Tag des Interviews wollte Herr Abou-Nagie diese Frage nicht beantworten. Am Tag danach schickte er mir dann aber eine Audiodatei per Mail, die doch eine Antwort auf diese Frage enthält. Dort sagt er:

Ibrahim Abou-Nagie: Diese Angelegenheit wurde in den Medien falsch dargestellt. Seit März 2011 bin ich dabei, eine große Firma hier in Deutschland für einen arabischen Partner zu gründen. Man darf auch eines nicht vergessen: Ich habe Millionen an Steuern bezahlt an das Finanzamt Köln. Ich hatte drei Firmen gehabt, und ich war sehr erfolgreich hier in Deutschland und in den arabischen Ländern. Parallel habe ich auch große Firmen in den arabischen Ländern, deutsche Firmen in den arabischen Ländern etabliert, die jetzt Millionen an Umsätzen dort erzielen.

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Kommentare zu „Interview mit Ibrahim Abou-Nagie“

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  1. Cebtin
    schreibt am 24. Mai 2012 08:11 :

    Ich finde, dass das ein sehr gut geführtes Interview war, indem nicht auf platte Art versucht wurde Abou-Nagie aus der Reserve zu locken.
    Ich möchte nur anmerken, dass ich die Fragen darüber, ob Nicht-Muslime in die Hölle gehen, als nicht relevant für die Frage der Verfassungskonformität der Salafisten halte. Ein Absolutheitsnspruch ist eigentlich allen Religionen gemein und ich finde, dass so etwas eine pluralistische Gesellschaft mit Religionsfreiheit auch aushalten muss.
    Deutlich wird in dem Interview aber auch aus welcher ideologischen Ecke der Salafisten Abou-Nagie stammt. Ablehnung der Islamisierung von Oben, sattdessen Gewinnung der Maßen für den Islam und Islamisierung von Unten ist das Ziel. Damit grenzt er sich klar von dem „revolutionären“ Jiahd-Salafisten ab. Dafür deutet auch die Aussage, dass Demokratie allgemein OK ist. Ich verstehe die Aussage so, dass Abou-Nagie einer Beteiligung der Muslime an der ungläubigen Gesellschaft positiv gegenübersteht. EIne Frage, die unter Salafisten stark diskutiert wird und auf ideologische Strömungen in Saudi Arabien zurück geht (Fragen wie: Darf man demonstrieren?). Auch hier ist deutlich, dass er nicht aus dem Jihadi-Lager stammt. Dass sich aber auch Jihadis an der Aktion beteiligt haben, steht außer Frage. Und dass diese ihre Aggression gegenüber der ungläubigen Gesellschaft mit ihren Aktionen gezeigt haben, steht auch außer Frage. Man sollte sich hier also der Fragmentierung der Bewegung sehr bewusst sein.

  2. Ibrahim Abou-Nagie
    schreibt am 24. Mai 2012 19:39 :

    Original:
    Und nachdem die Thora erstellt worden ist, hat Allah Jesus, also Aisa (Red. Hinweis: es folgt eine Ehrbezeugung in arabischer Sprache), Friede und Segen Allahs auf ihm, entsandt, damit die Menschen am jüngsten Tag keine Ausrede haben. Und nachdem das Evangelium erstellt worden ist, …

    Richtig:
    Und nachdem die Thora entstellt worden ist, hat Allah Jesus, also Aisa (Red. Hinweis: es folgt eine Ehrbezeugung in arabischer Sprache), Friede und Segen Allahs auf ihm, entsandt, damit die Menschen am jüngsten Tag keine Ausrede haben. Und nachdem das Evangelium entstellt worden ist, …

    • Holger Schmidt
      schreibt am 25. Mai 2012 00:49 :

      @Ibrahim Abou-Nagie: Sie haben Recht, es liegt ein Transkriptionsfehler vor, den ich bedauere.

  3. Jacqueline
    schreibt am 24. Mai 2012 21:03 :

    Sehr gutes Interview. Man sollte auch mal die andere Seite hören. Es ist doch so: Die Salafisten Sache ist doch nur ein Pingpong Spiel zwischen bestimmten Politikern und Medien. Wer ist denn der Salafist? Das weiß niemand. Hier hatten wir ein Interview mit dem sogenannten größten Hassprediger/ Salafisten Deutschlands. Also von Hass habe ich nichts gehört. Was soll das Ganze dann? Dies werden wir aufgrund der Seltenheit solcher Interviews leider nie erfahren. Ich muss Ihnen ein Komplement machen Herr Schmidt. Sie habe gut nachgebohrt aber auch die Antworten waren sehr aufschlussreich. Ich werde mir einen Koran bestellen damit ich mir selber ein Bild mache.

  4. Dora
    schreibt am 26. Mai 2012 15:35 :

    Hallo Herr Schmidt

    Schönes Interview. Frage mich aber leider warum andere Medien dieses Interview nicht ansprechen. die Antworten passen halt nicht ins gesamt Bild. Schade.

    Sie als Journalist wissen es sicherlich besser, wie die Medien Welt arbeitet. Und Sie wissen auch wenn sie morgen den Islam annehmen würden und einen Koran verteilen würden, was die Presse mit Ihnen machen würde „Terrorismus experte wird selber zu einem“.

    Hoffe, dass Sie immer die Wahrheit bringen und sich nicht beeinflussen lassen.

  5. Murat
    schreibt am 29. Mai 2012 06:44 :

    Lieber Herr Schmidt,

    ich möchte Ihnen zu Ihrer Objektivität vom ganzen Herzen gratulieren. Es freut mich sehr zu sehen, dass es noch Menschen gibt, bei denen die Wahrheit schwerer wiegt als das Geld, das sie von ihren Vorgesetzten bekommen.

    Weiter so!

  6. Holger
    schreibt am 6. Juni 2012 23:55 :

    Lieber Herr Abu Nagie, haben Sie vielen Dank für Ihre Sorge um die Menschen.
    Das meine ich wirklich ernst.
    Ich frage mich aber, ob Ihre „Hilfe“ nicht in die falsche Richtung geht.
    Während niemand auch nur einen Funken von Hinweis auf die Existenz einer Hölle erbracht hat, existiert z.B. das Problem des Hungers auf dieser Welt.
    Viele Menschen leiden Hunger und Durst. Viele Menschen auf dieser Erde würden sich lieber was zu Essen kaufen anstatt eines Korans. Hier in Deutschland muss man keine Korane verschenken, oder meinen Sie die Menschen wären so arm hier? Sie selbst bieten sogar eine kostenlose Online-Version des Korans an, in der ich übrigens schon geschmökert habe. Aber z.B. in der dritten Welt, dort können Sie Essen verschenken und vor Ort helfen. Wenn diese Menschen dann gesättigt sind, können Sie den Koran lesen. Lösen Sie die Probleme, die es wirklich gibt und nicht die, die nicht mehr als Spekulation sind…

  7. Dirk Manthey
    schreibt am 14. Juni 2012 14:03 :

    Ein gutes und interessantes Interview. Danke.
    Die einzige Sache die mich beschäftigt wer wll die Scharia? Auf konkrete Fragen gab es keine, ausweichende oder nicht nachprüfbare Antworten. Politisch gesprochen. Aber möglichst schwammig.
    Ich will den Koran nicht! Und bin mir sicher die meisten würden schreiend weglaufen

  8. Fred Jansen
    schreibt am 14. Juni 2012 15:35 :

    Das gute am Koran ist, dass für alle etwas dabei ist. Für den Pazifisten und den Sprenggläubigen.
    An über 200 tellen ruft Allah über sein Sprachrohr Mohammed zu Gewalt auf…
    Was Herr Nagie meisterlich beherrscht ist die Kunst der Taqqiya, der Verschleierung. Ein Moslem soll sogar lügen, um den Islam zu verbreiten. Meiner Meinung nach ist der Islam eine Spielart des Faschismus, der sich erfolgreich als Religion tarnt, etwa auch wie bei der Scientology-Church.
    An ihren Taten sollt ihr sie erkannen…(steht in der Bibel!)
    Wie sieht es denn aus in Irak, Iran, Saudi-Arabien? Friehofsfrieden!

    Lies!

  9. Elke
    schreibt am 14. Juni 2012 16:19 :

    Lieber Fred
    Es tut mir Leid, dass Sie anscheinend der PI-Ideologie zum Opfer gefallen sind. Ich wünsche Ihnen gute Besserung. An alle anderen: Takiya bezeichnet im Islam das Recht, zu leugnen das man Muslim ist, wenn einem mit dem Tod gedroht wird – was zur Zeit des Propheten passierte. Menschen, die zu diesem neuen, nicht etablierten und dem Götzentum konträr entgegenstehenden Glauben übergetreten waren wurden gefoltert und aufgefordert, sich von diesem zu distanzieren. Daher wurde diesen Menschen erlaubt, um der Folter oder dem Tod zu entgehen, das Lippenbekenntnis abzulegen das man nicht nur an einen Gott glaubt sondern an alle zu der Zeit populären Götzen.
    Wer sich tatsächlich für den Islam interessiert der kann sich Literatur vom Cambridge Professor Timothy Winter besorgen. Leider haben wir in Deutschland nichts von seinem Kaliber.
    MfG
    Elke

  10. Michael
    schreibt am 14. Juni 2012 16:57 :

    Ich bin froh, in diesem Land zu leben – mit seiner humanistischen Grundordnung, die – fast wollt ich Gott sei Dank ;o) – zum Glück nicht mehr wesentlich von Religionen sämtlicher Coleur beeinflusst wird. Auch Erich Mielke liebte die Menschen – und seine Auslegung von Menschenliebe hat m.E. sehr grosse Ähnlichkeiten mit der im Interview zu Tage kommenden. Einerseits bewundere ich die Geduld und die Objektivität des Journalisten, andererseits ist die Meinung des heuchlerischen Salafisten ebenso überflüssig wie sämtliche Casting Shows im kommerziellen Fernsehen. Brauchen wir das wirklich? Er sollte tatsächlich all seinen Reichtum und die Spenden seiner muslimischen Freunde für Brot für die Welt oder Ärzte ohne Grenzen weiterspenden. Auch in islamisch orientierten Ländern gibt es Geiz und Hass und Geldgier. Deshalb kann man die massiven Probleme, die unsere Gesellschaft hat, nicht auf den Humanismus zurückführen – sondern eher auf die Gesellschaftsordnung, mit der wiederum sich Herr Abuschnippel überhaupt nicht auseinanderzusetzen scheint.

    Wir sollten den Islam genauso wie alle anderen Relgionen dorthin zurückstellen, wo sie hingehören – in die hinterste Ecke der dunklen Geschichte. Humanistische Werte wie Mitgefühl, Nächstenliebe, Respekt, Toleranz, und Hilfsbereitschaft gibt es auch OHNE Gott. Es gibt unzählige Beispiele dafür. Und nutzte man das viele Geld, das für Religionen ausgegeben wird, für wirklich sinnvolle, menschliche Dinge, wie stünden genauso da wie jetzt. Wozu also gibt es noch Religionen?

    Allen Lesern einen schönen Abend!
    Michael

  11. Dr. Beyer
    schreibt am 14. Juni 2012 17:05 :

    Habe ich hier etwas falsch verstanden? Oder ist es nicht so, dass Herr Abou-Nagie letztlich sogar ein Staatsfeind ist, da er unser Rechts- und Wertesystem nicht akzeptieren will, da für ihn nur die Scharia gilt? (Zitate“Wie kann ich als Moslem ein anderes System akzeptieren als Allahs System.“ „Also Dinge, die gegen die Scharia sind, die lehnen wir ab …“)
    Außerdem ist Herr Abou-Nagie damit einverstanden, dass Andersgläubige oder Nichtbetende getötet werden. Wenn das kein Hass ist, damit einverstanden zu sein, dass jemand getötet wird, nur weil er einen anderen Glauben hat, dann weiß ich auch nicht …

  12. Heinz
    schreibt am 14. Juni 2012 17:54 :

    Werden künftig alle religiösen Fundamentalisten in der „Terrorismus“-Sparte interviewt? Das ist ja traurig. Ich hatte fast schon den Eindruck, dass seit den Revolutionen und Aufständen in Ländern der arabischen Liga nun ein Bild herrsche, dass Islam und Terrorismus trennt.
    Wollen Sie, Herr Schmidt, künftig auch Pfarrer aus christlichen Pfingstler-Gemeinden als Terrorismusexperte interviewen?
    Inhaltlich begrüße ich jedoch das Interview. Ich würde mir nur wünschen, dass Fundamentalisten als das wahrgenommen werden, was sie sind: fundamental. Terroristisch und gewalttätig ist etwas anderes.

  13. christoph
    schreibt am 14. Juni 2012 17:57 :

    Ich frage mich ob so ‚Menschen‘ wie Herr Abou-Nagie und andere ‚Hassprediger‘,
    den Schwachsinn den die da von sich geben etwa wirklich glauben!
    Ich meine vor ein paar Jahrhunderten haben sich ‚Christen‘ und „Moslems“ sich noch gegnseitig abgeschlachtet,
    im ‚Namen‘ von jenen dessen Worte sie ueberhaupt nicht verstanden haben.
    Denn der Kern der Botschaften der ‚wahren‘ Propheten ist ja derselbe „Freiheit“, „Liebe“
    und „Respekt“ , aber davon haben diese geistigen Schwachmaten noch nie gehoert.
    Wenn ich sehe wie andersdenkende oder Frauen behandelt werden, wuerde ich mal sagen, bei diesen Herren, ist die ‚geistige‘ Weiterentwicklung irgendwo im 1200 Jahrhundert stehengeblieben, was man aber bei den ‚amerikanischen‘ sogennanten Christen auch feststellen kann. Bei den angesprochenen Glaubensgruppen ist wohl unter diesen ‚bildungsschwachen‘ Fanatikern die Erde wohl immer noch eine SCheibe !

  14. Dominik
    schreibt am 14. Juni 2012 19:01 :

    An „Michael“

    Religionen gehörten seit eh und je zum Menschen dazu und viele ihrer humanistischen Werte „wie Mitgefühl, Nächstenliebe, Respekt, Toleranz, und Hilfsbereitschaft“ wurden und werden von Religionen geprägt. Zu einer offenen, toleranten Gesellschaft gehört dazu, dass jeder denken darf, was er will. Deshalb macht es keinen Sinn gegen Religionen an sich zu wettern.

    Klar ist, dass Religionen keinen Platz in der Gesetzgebung haben dürfen. Ein Staat herrscht nunmal über eine Vielfalt von Menschen und kann sich deswegen niemals nach einer bestimmten Religion richten.

    Wenn sich Menschen privat dazu verpflichten möchten, keinen Alkohol zu trinken, dann schadet es Niemanden. Auch darf jeder seine Meinung verkünden. Wenn jemand glaubt, dass Menschen, die den Islam nicht annehmen, am Ende in die Hölle kommt, ist es zwar ein dicker Brocken, jedoch gibt es ähnliche Modelle in vielen anderen Religionen auch. Das ist auch verständlich, denn heutzutage werden Verstöße gegen Toleranz etc. bestraft, früher musste man jedoch etwas mehr „in der Hand haben“ um Menschen zu diesen moralischen Werten zu bewegen. Heutzutage ist es möglich Verbrecher ins Gefängnis zu stecken und sie durchzufüttern. Es wäre wünschenswert, wenn Religionen, über die drakonischeren Positionen neu nachdenken könnten, ohne Angst und Scheu. Doch jahrtausendalte Traditionen sitzen tief und möchten nur ungerne verändert werden. In der jüngsten Geschichte, hat es gerade auch viele weltliche Gesellschaften, die ihr System als Nonplusultra ansahen und dies hat sicher nicht geholfen, Aufklärung in anderen Regionen weiterzubringen. Wenn die westliche Welt es schafft, ihre Werte tatsächlich für eine längere Zeit selber einzuhalten und andere Menschen nicht mehr unterdrückt, wird es sicher eine Vorbildfunktion haben können.

    So weit sind wir allerdings mMn noch nicht.

  15. Laurentius
    schreibt am 14. Juni 2012 19:02 :

    Die Antworten dieses Herrn strotzen vor Ironie und Verachtung gegüber Andersgläubigen. Er kann froh sein, dass er im System einer freiheitlichen Grundordnung lebt, die es ihm erlaubt solch einen
    Schwachsinn zu verbreiten. Bedauerlich ist nur, das man ihm durch dieses Interview ein Forum zur Selbstdarstellung gegeben hat. Was hinter dieser Fassade steckt, war doch dem Interviewer von vornherein schon längst bekannt. Der Sache kann man nur dann etwas Gutes abgewinnen, wenn durch das Interview der Verrfassungsschutz möglicherweise neue Erkenntnisse gewonnen hat, um die feriheitsliebenden Menschen unseres Landes vor solchen Typen zu schützen. Er will das Beste für die Menschen solange er entscheidet was das Beste ist.Ich habe im Bekanntenkreis
    viele gläubige Moslems, die ich sehr schätze und die mit einer solchen Interpretation des muslimischen Glaubens nichts gemein haben und auch nichts zu tun haben wollen.

  16. Sylvia
    schreibt am 14. Juni 2012 22:52 :

    Ein Lob an Herrn Schmidt, wie er in dem Interview versucht hat Herrn Abou-Nagie eine faire Chance zu geben, sich zu äußern. Das findet man in der Tat sehr selten in den heutigen Medien.
    Nach meiner Auffassung kann man leider an mehreren Stellen erkennen, wie Herr Abou-Nagie versucht den Fragen aus dem Weg zu gehen, damit er eben nicht sagen muss wie aggressiv sein Ansicht sei. Wenn jemand in Deutschland lebt und sagt ‚ich akzeptiere‘ die Demokratie hier, ist es nur logisch, weil er kaum eine andere Möglichkeit hat (zum Glück!) ABER Herr Abou-Nagie sagt auch, an einer der wenigen Stellen sehr direkt, dass er die Demokratie nicht respektieren könne, weil es nicht mit seinem Glauben konform ginge. Wie könnte es auch anders sein? Im Grunde wird nichts anderes als der eigene Glaube toleriert und respektiert. Doch wie kann ich davon ausgehen, dass mir Gutes widerfährt, wenn ich Anderes schlecht rede und nicht toleriere?
    Für mich sieht Respekt, Toleranz, Freiheit und Liebe anders aus. Und deshalb gebe ich auch Holger recht. Anstatt Millionen von Geldern für irgendwelche Propaganda-Aktionen und religiöse Verkündigungen und ähnliche Aktionen auszugeben, sollten wir das Geld lieber dazu investieren die vielen Probleme auf unserer Welt (Hunger, Menschenverachtung, Naturzerstörung u.v.m) kleiner zu machen. Dann kommen wir unserem Wunsch nach einem Paradies bestimmt wesentlich näher. Ich würde keinem Einlass in mein Paradies gewähren, der seine eigene Welt vorher zerstört hat, der wüsste es doch gar nicht wirklich zu würdigen.

    Ein gute Nacht!

  17. Abi
    schreibt am 15. Juni 2012 01:07 :

    Guten Abend. Ich bin in den heutigen Augen der Gesellschaft ein christlicher Fundamentalist. Ich habe das Interview mit großem Interesse gelesen und kann Hr. Abou-Nagie sehr gut verstehen. Für ihn liegt die Wahrheit im Koran und der Islam ist die einzige heilsbringende Religion. Daher finde ich es nur logisch gefolgert und konsequent, dass er diese, aus seiner Sicht, wichtige Botschaft an den Mann bringt und dass er die Scharia am liebsten in der ganzen Welt etabliert hätte, weil er glaubt, dass die Ordnung seines Gottes die beste ist.

    Mir geht es ähnlich: ich bin überzeugt davon, dass nur der Glaube an Jesus als Erlöser errettet, weil es so in der Bibel steht: „Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14,6) Dieses Geschenk erachte ich als das Wertvollste in meinem Leben und genau deshalb möchte ich es auch an möglichst viele Menschen weitergeben.

    Die heutige westliche Welt hat leider zum größten Teil ihre geistliche Perspektive verloren. Es zählen nur noch sichtbare Dinge und das Hier und Jetzt. Daher ist auch die Furcht vor dem islamistischen Terror so groß. Aber es gibt einen entscheidenden Kampf, der in der unsichtbaren Welt ausgetragen wird und in diesem Zusammenhang nehme ich die Aktion von Hr. Abou-Nagie ernst, weil er damit ein Manöver einleitet, um Menschen vom Falschen zu überzeugen bzw. sie von der Wahrheit fernzuhalten. Glaubt man der Bibel, steht aber, Jesus sei Dank, der Sieger in diesem Ringen schon fest. Trotzdem ist jeder Christ zu geistlichem Kampf aufgerufen.

    Warum, wenn ich schon Kampfvokabular benutze, würde ich niemals zur Waffe bzw. zum Sprengstoffgürtel greifen? Weil, mit Paulus sprechend (Eph. 6,12), „unser Kampf sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern (…) wider die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen richtet.“ Weil dort wird zuerst entschieden, ob jemand an Jesus glauben kann oder nicht. Rein argumentativ kann ich davon niemanden überzeugen.

    Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Abend und natürlich die Erkenntnis, dass Jesus, der Sohn Gottes, auch Ihr Erlöser sein möchte. Lassen Sie sich mit Ihrer endgültigen Entscheidung aber noch einen kurzen Augenblick Zeit, ich muss erst noch beten, dass Sie das auch erkennen können. 😉

  18. U.Schmidt
    schreibt am 15. Juni 2012 04:51 :

    Hallo
    Ich wohne nicht in Deutschand aber verfolge diese discussion und ich kriege das kotzen.Dieser mann ist Feige.Selbst auf seiner Hopmepage wird keine email angegeben.Er preist den islam als die wahre religion.Es gibt keine wahre Religion.Es gibt nur den Glauben oder auch nicht.Den einen und universalen Gott.Wenn man glaubt.Ich finde es nicht schlecht das Sie korans kostenlos verteilen.Es gibt auch christliche organisationen die das auch tun.
    Desweiteren denke ich da dieser mann die Deutsche Staatsbürgerschaft edrworben hat kann mann die auch aberkennen.Ist schwierig aber geht und dann sende ihn nach Gaza dort kann er seinen Islam leben etc.Ich finde das eine gute idee und das problem ist gelöst.
    Viele Grüße

    P.S Sie wollen hier Leben und ich wohne gerne hier.In Europa und dann muß ich nicht die dummen Islamitischen Birnen habe.Mögen Sie das nicht.Lass uns in ruhe und geh zurück wo du her komst.Ganz einfach.Leben und leben lassen.

  19. U.Schmidt
    schreibt am 15. Juni 2012 05:06 :

    Hallo
    Und noch mal mein Senf.Im Islam gibt es 3 strömungen.Schiiten Sunniten und Maleviten.Wobei die Maleviten verfolgt werden.Also Brüder verfolgen Brüder.Im judentum und Christentum gibt es das auch aber wir haben das Entwickeld. und wir tolerieren das ohne Hass.

  20. Alex
    schreibt am 15. Juni 2012 11:39 :

    Ich weiß ja nicht, ob Herr Schmidt seine Interviews selber abtippt oder ob das der Praktikant macht. Es ist einer großen und bekannten Redaktion wie dem SWR jedoch entschieden unwürdig, dermaßen viele Rechtschreibfehler in solch einem veröffentlichten Text vorzufinden. Wenn der Autor es nicht selber hinbekommt, wann man „dass“ mit 2 s schreibt und wann nicht, oder wann man „Sie“ groß und wann klein schreibt, so kann man zumindest jemand anders drüberlesen lassen!

  21. Fred
    schreibt am 15. Juni 2012 12:08 :

    Die Argumentation des Herrn Abou-Nagie könnten auch dubiose Versicherungsverteter oder Bankberater anbringen. Wir lieben unsere Kunden und wollen nur ihr Bestes. Wir können doch nicht zusehen, wie unsere Kunden in ihr Verderben laufen. Wenn die keinen Versicherungsschutz haben oder keine Altersvorsorge… Wir denken nicht an Provisionen oder ähnliches, wir lieben unsere Kunden, von ganzem Herzen. Wir würden denen doch keine Prospekte mit den Versicherungsbedinungen schenken, wenn wir unsere Kunden nicht lieben würden.

    Dabei haben dubiose Versicherungsvertreter und Bankbearter sogar noch die positive Eigenschaft, dass sie im Falle der Verweigerung der Unterschrift im Vertrag uns nicht auch noch mit der Hölle drohen oder mit Ziegelsteinen auf Polizisten werfen, noch nicht jedenfalls.

  22. Margrit
    schreibt am 16. Juni 2012 15:27 :

    Geistiger Schwachsinn ist wohl eher das, was Sie hier von sich geben, Christoph. Sie machen es sich alle sehr schön einfach, wenn ein „Salafist“ etwas sagt, was nicht gefällt und damit in Bild passt, dann glaubt man ihm. Sagt er aber etwas, was eigentlich gut und angebracht ist, aber leider nicht ins Bild des bösen „Salafisten“ passt, dann lügt er sicherlich und wird als Heuchler abgestempelt. Ob das alles so in unsere freiheitlich demokratische Grundordnung passt? Ich denke Sie schmeißen hier alle mit so großen Worten um sich, über dessen Bedeutung sie sich nicht recht im Klaren sind.

  23. Christoph Landel
    schreibt am 6. September 2014 17:24 :

    Meinen Glückwunsch, werter Herr Schmidt, zumindest einmal die fdGO zutreffend zitiert, auch im übrigen eine gar vortreffliche Fragetechnik, Respekt, derlei Journalisten würde ich mir mehr wünschen. Allein, den Kommentar im Kommentarteil hätten Sie sich auch gut sparen können. Eine Frage nur am Rande: offensichtlich ist mir dieses Interview untergegangen, obzwar ich ein fleißiger Leser Ihres Blogs bin. Gehe ich recht in der Annahme, dass dieser Beitrag die bislang meisten Kommentierungen gefunden hat?
    Hochachtungsvoll

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