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Wendet sich Verena Becker an die Angehörigen?

13.05.2012, von

88 Verhandlungstage hat sie geschwiegen, morgen will sich Verena Becker zu den Vorwürfen äußern, sie sei 1977 eine Mittäterin an dem Mordanaschlag auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback und dessen beiden Begleitern gewesen. Ihre beiden Verteidiger kündigen eine kurze inhaltliche Erklärung an. Die Motive sind unklar: Hat die Verteidigung kurz vor Ende des Prozesses Angst, es könne eng für Verena Becker werden? Die Bundesanwaltschaft hat eine andere Vermutung: Becker wolle Worte für die Angehörigen finden!

Oberstaatsanwältin beim Bundesgerichtshof Silke Ritzert sagte dem SWR: „Es steht zu erwarten, dass sie Worte für die Angehörigen finden wird“. Schon in der Verhandlung sei deutlich geworden, dass sich Verena Becker schon länger mit ihrer Rolle in der RAF auseinandersetzt. So seien bei einer Wohnungsdurchsuchung bei Verena Becker im Sommer 2009 Papiere gefunden worden, aus denen man ein Nachdenken über die Tat und Zweifel an der Richtigkeit ableiten könne. Ritzert:  „Man kann diesen Aufzeichungen vielleicht sogar die Tendenz entnehmen, dass sie diese Dinge heute vielleicht nicht mehr tun würde, damals aber als richtig empfand. Und ich denke, so eine Distanzierung wäre ja zumindest für die Strafzumessung zu berücksichtigen“.

Kommt es vor Gericht also zu einer Art Entschuldigung für die Angehörigen? Nebenkläger Michael Buback will sich dazu vor der Aussage nicht äussern. Für den Göttinger Chemieprofessor steht seit Jahren fest, dass Verena Becker nicht nur an der Tat beteiligt war, sondern persönlich vom Soziussitz eines Motorrads die tödlichen Schüsse abgegeben hat. Vor Gericht steht er mit dieser Auffassung allein. Die Bundesanwaltschaft, aber wohl auch der Senat halten viele von Bubacks Thesen für nicht haltbar.

Die Verhandlung beginnt um 09:15 Uhr – bis zum Mittag dürfte die Aussage von Verena Becker erfolgt sein.

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