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Neues Al Qaida-Verfahren in Koblenz

01.02.2012, von

Wahrscheinlich spricht sich der Name Koblenz inzwischen schon in Waziristan herum: Erneut hat das Oberlandesgericht Koblenz heute eine Anklage wegen Mitgliedschaft im Terrornetzwerk Al Qaida zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet. Nach den Verfahren gegen Aleem Nasir (8 Jahre Haft), dem Verfahren gegen Ömer Ö. (6 Jahre Haft) und Sermet I. (2 Jahre und 6 Monate Haft wegen Unterstützung von Al Qaida) und dem gerade laufenden Verfahren gegen Hussam S. (Al Qaida-Unterstützung) geht es nun um den mutmasslichen Terroristen Ahmad S. Er wurde dem OLG quasi per Luftfracht zugestellt.

Denn Ahmad S. wurde in Kabul durch das US-Militär festgenommen. Am 21. April 2011 wurde er durch die US-Luftwaffe nach Ramstein ausgeflogen – und ist damit im Wortsinne im Zuständigkeitsbereich des OLG Zweibrücken Koblenz gelandet.

Der Fall von Ahamd S. ist aus mehreren Gründen sehr interessant. Er gehört zu den Personen, die als „Hamburger Reisegruppe“ im afghanisch-pakistansichen Grenzgebiet auf der Suche nach der „passenden“ Terrororganisation gewesen sind und zunächst bei der „Islamischen Bewegung Usbekistans“ landete, bevor er dann den Weg zu Al Qaida fand. Dort sah man in ihm einen möglichen Kämpfer in einem europäischen Netzwerk. Deshalb war er auch nach seiner Festnahme für deutsche und US-Ermittler ein gefragter Gesprächspartner. Nicht zuletzt aus den Gesprächen mit ihm sollen sich die Terrorwarnungen des vergangenen Jahres ergeben haben.

Es dürfte also spannend werden, wenn das Verfahren gegen Ahmad S. am 19. März vor dem 1. Senat des Oberlandesgericht Koblenz unter dem Vorsitz von Angelika Blettner beginnt.

 

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