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BKA vergisst den Generalbundesanwalt

02.12.2011, von

Erste Version des Fahndungsplakates (ohne GBA)

Erste Version des Fahndungsplakates (ohne GBA)

Kleine Panne am Rande der gestrigen Pressekonferenz in Karlsruhe zum NSU: Das vorgestellte Fahndungsplakat wirkte zwar sehr überzeugend – und erinnerte auch von der Aufmachung an frühere, ähnliche Plakate (zum Beispiel aus der Fahndung gegen Eric Breininger und Houssain Al Malla). Doch offenkundig fiel bei der Gestaltung durch die Grafikabteilung der Generalbundesanwalt unter den Tisch.

Denn heute Nachmittag wurde eine neue Version verbreitet – mit Logo und Nennung der obersten Anklagebehörde. Ob das neue Plakat dadurch an tatsächlicher Schlagkraft gewinnt, scheint mir allerdings fraglich.

Die Sache ging für das BKA übrigens noch halbwegs glimpflich aus: Eingestampft werden musste wohl kein Plakat – weil der Druck noch gar nicht begonnen hatte. Was für sich betrachtet aber dann auch wieder erstaunt…

Die Hinweislage ist übrigens weiterhin sehr dürftig. Bis zum Nachmittag gab es nur rund 70 neue Hinweise, insgesamt sind es jetzt ca. 320. Wer den Gang zu den Behörden scheut, darf sich aber auch gerne bei mir melden 😉

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Kommentare zu „BKA vergisst den Generalbundesanwalt“

Es sind 9 Kommentare vorhanden. Ich möchte einen Kommentar verfassen.

  1. acab
    schreibt am 4. Dezember 2011 11:05 :

    Welchen Grund sollte es geben, den Flachpfeifen zu helfen?

  2. Jan
    schreibt am 4. Dezember 2011 13:12 :

    Wieso – ist der jetzt auch zur Fahndung ausgeschrieben?

  3. Sebastian
    schreibt am 4. Dezember 2011 15:10 :

    Wie wär’s mit nem Bindestrich bei „Terrorismus Blog“?

  4. thogo
    schreibt am 4. Dezember 2011 15:28 :

    Na, da fehlen aber noch einige auf dem Plakat, diverse V-Leute und vor allem der Führungsoffizier von Frau Zschäpe und dessen Vorgesetzte

    Link gelöscht

    oder haben die sich mittlerweile gestellt und sagen aus?

  5. thogo
    schreibt am 4. Dezember 2011 16:03 :

    zum „Link gelöscht“

    Ah, auch das SWR Blog hat das Internet nicht verstanden und will nicht auf externe Quellen (in dem Fall der Freitag, als hinweis auf meine Quelle) verlinken. Glaubt Ihr wirklich das ihr so die Leute auf eurer Seite haltet um mehr Werbung zu verkaufen (im Zeitalter von Tab-Browsing, Werbe- und Javascriptblockern)?

    Da ist dann durchaus schämen meinerseits angebracht warum ich hier Zeit verschwendet habe.

    naja, deutscher Qualitätsjournalismus at it’s best…

    • Holger Schmidt
      schreibt am 4. Dezember 2011 16:07 :

      @thogo: Nein, falsch geraten. Links werden hier grundsätzlich gelöscht, weil sie – vor allem im Bereich Islamismus – häufig zu sehr fragwürdigen Seiten führen. Es ist nicht zu leisten, dies im Einzelfall zu überprüfen. Aber Sie haben ja geschrieben, wohin Sie verlinken wollten, so dass es andere Leser nachvollziehen können.

  6. thogo
    schreibt am 4. Dezember 2011 16:48 :

    @Holger Schmidt,

    naja, wenn ich komische Quellen zitiere fällt das ja auf mich zurück. Aber ein Blog das nicht verlinkt… dann schon lieber die Kommentarfunktion ganz abschalten, das ist ehrlicher.

    Ich kenn ja nun nicht die Hintergründe, die beim SWR Terrorismus-Blog dazu geführt haben, aber bei den journalistischen Angeboten die ich von innen kenne waren es hauptsächlich folgende Gründe: Leute auf der Seite halten (könnten ja die Konkurrenz lesen, Werbung geht verloren), Angst bei den Lesern anzuecken und vor allem auch um Scherereien mit Justiz & einer im Medienbereich bekannten Münchner Anwaltskanzlei zu vermeiden.

    Letzteres ist generell nachvollziehbar, und leider halten sich die finanziell schlagkräftigeren journalistischen Angebote vornehm zurück wenn die Justiz sie einengen möchte (die Heise Mediengruppe ist da rühmliche Ausnahme). Leute die private Blogs schreiben rate ich ja dann immer (und helfe ihnen dabei) das etwas anonymer via Ausland aufzuziehen.

    Aber so dürfen sich die großen Medienangebote im Internet – ich zähl den SWR mal dazu 😉 – nicht wundern warum sich die interessanten Diskussionen auf anderen Plattformen abspielen und sich das interessierte Publikum abwendet.

  7. David
    schreibt am 5. Dezember 2011 14:48 :

    Versteh mal einer die Polizei!
    Anstatt in der halben Weltgeschichte rumzufahnden sollten sie vielleicht mal den ehemaligen Präsidenten des Verfassungsschutzes Helmut Roewer befragen (wenn er dann nicht zufällig [wie immer wenn es für ihn eng wird] jahrelang „nicht verhandlungsfähig“ ist). Immerhin hat er die NSU-Gruppe finanziert, aufgebaut sowie offensichtlich gedeckt und untertauchen lassen. Oder glaubt jemand wirklich an die angeblichen „Ermittlungspannen“ in deren zuge die Gruppe abgetaucht ist? Warum wurde dann anschließend die Suche nach diesen Leuten eingestellt? Das Herr Roewer persönlich rechtes Gedankengut hegt, ist ja kein Geheimnis. Immerhin ist er Publizist von rechtsradikalen Thesen (nachzulesen bei wikipedia).
    Ich persönlich würde ja unter Berücksichtigung der Indizien und Hinweise mal ganz stark davon ausgehen, dass es sich bei der NSU wohl um einen inoffiziellen, verlängerten Arm des Herrn Roewer/des Verfassungsschutzes handelt.
    Denkt mal drüber nach!

  8. Rolph
    schreibt am 8. Dezember 2011 20:32 :

    Dass man sich nun über das LfV und auch H. Roewer aufregt, das ist wirklich verständlich. Aber herzugehen und dem gesamten LfV zu unterstellen, dass dieser die „rechte Szene“ unterstützt, das finde ich sehr abwegig. Wenn H. Roewer in 2000 vom LfV Thüringen freigestellt worden ist, zeig tdies, dass es sich hier um einen „Mitläufer“, vlt. auch um eine „Unterwanderung der rechten Szene“ durch H. Roewer handelte; heißt aber noch nicht, dass der LfV „rechts“ ist. Ich denke, Heinz Fromm (Prsäsident des BfV) hat sich schon des Nächtens öfters im Bett umgedreht, wenn er über den Namen „Roewer“ nachdenkt. Menschen in solchen verantwortlichen Positionen brechen mit dem Rechtsstaat und vermitteln ein sehr negatives Bild der Dienste. Sie sind daher nicht mehr tragbar und müssen in jedem Fall sofort entfernt werden.
    Es mag zutreffen, dass H. Roewer die NSU unterstützt, vlt. auch langjährig finanziert (leider auch mit Steuermitteln) hat; allerdings muss dies eine interne Untersuchung klären. Auch, inwieweit die Strukturen innerhalb der NSU reichen, wer noch (von Seiten des Lfv), ausser H. Roewer, in die rechte Szene verstrickt war.

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