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Physik gegen Erinnerung

27.10.2011, von

Tatmotorrad Suzuki (im Zustand 2011)

Tatmotorrad Suzuki (im Zustand 2011)

Am Freitag wird im „Buback-Prozess“ gegen Verena Becker ein interessantes Gutachten vorgestellt: Der Stuttgarter Unfallsachverständige Joachim Rössle wurde vom Gericht beauftragt, das Tatgeschehen zu bewerten. Kernfragen: Kann es sein, dass die Täter den Dienstwagen des Generalbundesanwalts im Verlauf des Anschlags mit dem Motorrad umrundet haben, während der Wagen über die Kreuzung rollte? Und kann der Wagen während des Attentats zum Stehen gekommen und später wieder losgerollt sein? Was für den flüchtigen Betrachter wie Petitessen aussehen mag, sind für die Bewertung einiger Zeugenaussagen wichtige Fragen. Wohl vor allem deshalb hat der Senat das Gutachten in Auftrag gegeben: Um zu sehen, wie sich die Gesetze der Physik zu der Erinnerung einiger Zeugen verhalten. Ergebnis: Die Physik korrigiert die Zeugen – so sehe ich jedenfalls die Feststellungen des vereidigten Sachverständige für Straßenverkehrsunfälle. Doch Michael Buback sieht es anders: Das Gutachten stehe nicht im Widerspruch zu der aus seiner Sicht zentralen Zeugin Gabriele W., aber auch zu anderen Zeugen, meint er. Es dürfte also ein kontroverser Freitag werden.  

Nochmals kurz die unstrittigen Fakten rekapituliert:

Der Mercedes der Bundesanwaltschaft stand wartend an der roten Ampel. Als die Ampel auf grün umschaltete, kam das Mordkommando aus zwei Personen mit einem Motorrad an den Wagen heran. Schüsse fielen. Der Wagen rollte oder fuhr los und kam schräg rechts über der Kreuzung an einem Bordstein bzw. an einem Pfosten zum Stillstand. Der Fahrer lag mitten auf der Kreuzung.

Die heute 66jährige Zeugin Gabriele W. meint zu erinnern, das Motorrad sei 2-3 mal um den Dienstwagen herumgefahren, dabei teilweise aus ihrem Sichtfeld aus einem benachbarten Bürogebäude verschwunden und dann wieder aufgetaucht.  Dazu müsste der Wagen also so langsam gerollt sein, dass genug Zeit für diese Umrundungen bleibt. 

Gutachter Rössle geht davon aus, dass der Wagen eine Wegstrecke von knapp 30 Metern zurücklegte. Für diese Strecke brauchte der Wagen nach seinen Berechnungen mindestens 8, höchstens jedoch 12 Sekunden. Diese Zeit reiche nicht einmal für eine einzige vollständige Umrundung mit einem Motorrad, stellt er in seinem Gutachten fest.

Anders würde es sich verhalten, wenn der Wagen zwischen Ampel und Bordstein nochmals zum Stehen gekommen wäre.

Doch dies schließt der Gutachter ebenfalls eindeutig aus. Dafür braucht das Rössle-Gutachten nur zwei kurze Absätze: Ohne laufenden Motor oder eingelegten Gang komme das Fahrzeug nach einem Stillstand nicht wieder in Fahrt, wenn es einmal stand, urteilt der Sachverständige. Und gestanden haben könne es nur im Leerlauf oder bei abgeschaltetem Motor.

Was das Ergebnis eines vereidigten Sachverständigen ist und für den Laien plausibel klingt, überzeugt Michael Buback jedoch nicht. Auf meine Nachfrage erklärt er, auch ein anderer Zeuge, nämlich Hans B. aus dem Bürogebäude, habe ähnliche Beobachtungen gemacht. Und Eva S. habe beobachtet, wie der Wagen zum Stehen gekommen sei und die Tür erst aufging, als das Motorrad schon weg gewesen sei. Michael Buback wörtlich:

„Ich bin gespannt, wie der Gutachter – angesichts dieser erdrückenden Zahl voneinander unabhängiger Hinweise auf ein Stehenbleiben auf der Kreuzung – seine These aufrechterhalten will, das Auto sei ohne anzuhalten über die Kreuzung gefahren. Durch das, was ich bislang vom Gutachter gelesen habe, sehe ich die Augenzeugen-Aussagen von Gabriele W. und von Michael W. in keiner Weise beeinträchtigt.“

Diese Auffassung verwundert: Soll sich ein Ingenieur bei seinem Gutachten von Augenzeugen leiten lassen? Zugespitzt: Geraten Gesetze der Physik außer Kraft, wenn genug Augenzeugen etwas anderes erinnern? Ganz abgesehen davon, dass sich ja schon die Aussagen von Gabriele W. und Eva S. in einem entscheidenden Punkt widersprechen.

Auf die Diskussionen über diese Fragen am Freitag in der Hauptverhandlung bin ich gespannt.

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Kommentare zu „Physik gegen Erinnerung“

Es sind 8 Kommentare vorhanden. Ich möchte einen Kommentar verfassen.

  1. G. Vontobel
    schreibt am 30. Oktober 2011 22:01 :

    rollte oder fuhr los? was sind das für dilletanten die nicht mal das feststellen konnten? Wenn er losrollte, durch was? entweder durch lostgelöste bremse, oder durch die schüsse. Beides könnte erst nach mehreren sekunden zustandegekommen sein. also kein beweise für direktes losrollen und damit der 8-12 sekunden.

  2. Zimmermann
    schreibt am 31. Oktober 2011 00:09 :

    Ohne das Gutachten oder seine Darstellung am Freitag zu kennen, wirft Ihre Wiedergabe einige Fragen auf:
    – Die Mehrzahl der Quellen spricht von einem Fahrzeug mit Automatik-Getriebe. Wenn dies stimmt, frage ich mich, wie Rössle für die Strecke zwischen Ampel und Auffindeort des Fahrers ein Abbremsen und Wiederanrollen des Fahrzeugs durch Betätigen des Bremspedals ausschließen will. Dies wäre sowohl bewusst möglich als auch unwillentlich geradezu typisch, wenn sich ein Fahrer bei dem Versuch, verletzt das rollende Fahrzeug zu verlassen, vom Bremspedal abstößt.
    – Der Gutachter nimmt eine minimale Durchschnittsgeschwindigkeit von 9 km/h an, was auch für die Annahme eines Automatikgetriebes spricht. Die Endgeschwindigkeit beim Aufprall auf Bordstein und Pfosten wäre nach dem Anrollen in der Automatik-Fahrstufe zwingend höher als diese Geschwindigkeit bzw. die 13,5 km/h maximale Durchschnittsgeschwindigkeit. Wurde insbesondere die aus letzterer maximal anzunehmende Endgeschwindigkeit mit dem Schadensbild durch das Stoppen des knapp 1,5 t schweren Fahrzeugs am Pfosten abgeglichen?
    – Wäre dieses Schadensbild nicht wesentlich plausibler durch eine deutlich geringere Endgeschwindigkeit zu erklären und jene wiederum dadurch, dass das Fahrzeug etwa vom Auffindeort des Fahrers erneut anrollte? Zumal, wie gesagt, ein Einwirken des Fahrers auf das Fahrzeug bis zu diesem Punkt höchstens gerichtsmedizinisch, aber nicht Kfz-gutachterlich auszuschließen wäre. Entsprechend ist auch nicht auszuschließen, dass dieses Anhalten bis nach der Flucht der Täter gedauert haben mag und der Wagen erst wieder anrollte, als der Fahrer dann das Fahrzeug verließ.

  3. A. Wirtz
    schreibt am 31. Oktober 2011 23:45 :

    Wenn Sie die Zeiten und Wegstrecken richtig wiedergegeben haben, dann folgt hieraus eine mittlere Geschwindigkeit des Pkw von 9 bis 13,5 km/h über die 30 m. Wenn der Wagen dann nicht angehalten hat, müsste der Fahrer aus dem fahrenden Pkw gefallen sein. Als Arzt kann ich nur sagen, das geht nicht ohne Verletzungen, und zwar konkret sind mindestens Hautabschürfungen zu erwarten, wenn der Fahrer aus dem fahrenden Auto bei dem o. g. Tempo herausgefallen sein sollte. Da es mit Sicherheit eine Obduktion des Getöteten gegeben haben dürfte, ist das wohl eher eine Frage, die dem medizinischen Sachverständigen hätte gestellt werden müssen.
    Als Autofahrerin will ich aber noch darauf hinweisen, dass der Wagen m. E. auch ohne laufenden Motor und ohne eingelegten Gang wieder in Bewegung geraten sein kann, wenn vor Ort ein Gefälle vorlag. Und wenn ich mir den Verlauf der Blutspuren auf der Fahrbahn ansehe, die man auf den Bildern im Internet finden kann, dann würde ich sagen, da lag auch ein Gefälle vor. Also scheint da der Kfz-Sachverständige nicht die richtige Wahl gewesen zu sein. Das Gericht hätte sich wohl besser eines kompetenten Mediziners als Sachverständigen bedient.

  4. MH
    schreibt am 2. November 2011 15:21 :

    Ich empfinde Ihre Kommentierung der wesentlichen Aussagen des Sachverständigengutachtens vor Befragung des Gutachters in der Hauptverhandlung als extrem unfair gegenüber Herrn Buback. Wie Richter Wieland zu Beginn der Verhandlung feststellte, ist dieses Gutachten – zum Nachteil der Nebenklage- unerlaubterweise an die Öffentlichkeit gelangt. Herr Wieland machte klar, dass es sich bei der Weitergabe des Gutachtens durch einen der Prozessbeteiligten vor Einführung in die Hauptverhandlung um eine Straftat handele. Bundesanwaltschaft, Nebenklage, Senat und Verteidigung erklärten daraufhin nacheinander, für dieses „Leck“ nicht verantwortlich zu sein. Ich möchte daher die Ergebnisse meiner Prozessbeobachtung vom letzten Freitag einschließlich meiner persönlichen Einschätzung des Sachverhalts Ihrer Bewertung, Herr Schmidt, entgegenstellen. Mein Eindruck nach Vorstellen und Hinterfragen des Gutachtens lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Es handelt sich hier um einen versuchten Missbrauch der durch Sachverständigengutachten suggerierten Objektivität, durch Erzielen des gewünschten Ergebnisses mittels Berechnung und Simulation unter Annahme zweckmäßiger aber nicht bewiesener und teilweise willkürlich eingesetzter Ausgangswerte und angenommener Abläufe.
    Ein Gutachten kann nur dann das Erinnerte widerlegen, wenn ihm Berechnungen zugrunde liegen, die auf vollständig bekannten Größen beruhen oder wenn beim Rechnen mit allen denkbaren Werten für die physikalischen Größen aller möglicher Abläufe kein Einklang mit den Zeugenaussagen erzielt werden kann. Ansonsten spricht man von einer Manipulation. Die Simulation ist dann von vorne herein darauf ausgerichtet, dass Ausgangswerte und Umstände gezielt gesucht werden, die den angenommenen Tathergang nur bestätigen können. Und die Vorgabe des Auftraggebers, der Bundesanwaltschaft, war folgende:
    „Es ist nicht möglich, dass das Motorrad, so wie es die Zeugen behaupten, den Dienstwagen des Generalbundesanwalts auf der Kreuzung mehrfach umrundet hat, ein Stehenbleiben und wieder Losrollen sei ebenfalls auszuschließen.“
    Wenn die Zeugen nun schon den Tathergang falsch erinnern, müsse eine Glaubwürdigkeit bezüglich der Beschreibung der Gestalt des Schützen / der Schützin auch nicht mehr angenommen werden. Mit dieser Begründung ließe sich dann ein Ausschließen von Verena Becker als diejenige, die geschossen hat, begründen. Man sagt: die Zeugen fabulieren.
    Die Berechnungen von Herrn Rössle beruhen auf folgenden Annahmen (die ich teilweise wegen des mir nicht vorliegenden Gutachtens auch fehlerhaft erinnern könnte):
    Da noch ein Bordstein überwunden werden musste, der abbremst, können die anhand von Bildern bewerteten Schäden am Dienstwagen nur bei einer Geschwindigkeit zwischen 10-13 Km/h entstanden sein, also bei einer verbleibenden Aufprallgeschwindigkeit gegen den Pfosten von mindestens 7 Km/h. Die erste Berechnung erfolgte für ein Anfahren im ersten Gang und Weiterrollen des Fahrzeugs im ersten Gang nach dem Herausfallen oder Springen des vermutlich bereits schwer verletzten Fahrers auf der Kreuzung nach etwa 4-5 Sekunden bei einer Fahrtdauer von der Haltelinie der roten Ampel bis zum Stillstand des Fahrzeugs von 12 Sekunden. Die zweite Simulation zeigte den Dienstwagen beim Anfahren im ersten Gang, Hochschalten im den zweiten Gang mit gleichzeitiger versuchter Umrundung des Wagens durch das Motorrad, die natürlich bei den angenommenen Fahrtzeiten physikalisch unmöglich ist. Bei 8 Sekunden Dauer müsste hier der Fahrer nach 3-4 Sekunden bei 12 km/h das dann weiterrollende Fahrzeug verlassen haben. Hier kann der Sachverständige ganz korrekt die maximal mögliche Geschwindigkeit des Motorrads dadurch eingrenzen, dass bei zwei Personen eine bestimmte Schräglage des Motorrads nicht überschritten werden kann und dass die möglichen Kurvenradien die Höchstgeschwindigkeit der Kurvenfahrt vorgeben, unabhängig vom Beschleunigungsverhalten des Motorrades auf gerader Strecke. Die Simulationen des Herrn Rössle belegen, dass ohne ein Stehenbleiben des Wagens auf der Kreuzung selbst ein einmaliges Umrunden des Wagens auszuschließen ist. Ein Stehenbleiben sei jedoch laut Rössle nicht denkbar, weil der Wagen hierzu im Leerlauf gewesen sein müsse, aber ohne eingelegten Gang dann (bei einem Schaltwagen, keine Automatik!) nicht wieder in Fahrt hätte kommen können.
    Einwände der Nebenklage:
    Die Anwälte der Nebenklage kritisierten, dass der Gutachter keinerlei Berechnungen zu der Annahme eines Stehenbleibens und wieder Anrollens des Wagens durchgeführt hat, obwohl dieses, wie der Gutachter bestätigen musste, bereits bei leicht abschüssiger Fahrbahn mit einer Steigung von 2 % möglich sei, und zwar durch die Überwindung der Haftreibung aufgrund des durch den Ausstieg des Fahrers verursachten Impulses und nach erfolgtem Auskuppeln, also im Leerlauf. Hierzu behauptete der Gutachter, dass die beim Aufprall erzeugten Schäden dann nicht erhalten worden wären, weil auf der verbleibenden Strecke höchstens noch eine Endgeschwindigkeit von ca. 5 km/h durch die Hangabtriebskraft erreicht worden wäre. Für die erforderlichen 7 km/h (ohne Bordsteinkante, deren Höhe anhand der Reifengröße abgeschätzt wurde) wäre eine Steigung von ca. 5 % notwendig. Die Fotos lassen die Annahme einer in Fahrtrichtung des Wagens abfallenden Fahrbahn durchaus zu, die Bestimmung der Neigung soll anhand der Fotos unter Umständen möglich sein. Weder vor Ort noch anhand der Fotos wurde vom Gutachter ein Versuch hierzu unternommen, obwohl Herr Rössle den Tatort persönlich in Augenschein genommen hat. Der Belag der Straße sowie die Bürgersteige weisen einen anderen Zustand auf als vor 34 Jahren, ein Ausmessen der Straße erübrigt sich daher. Unterschiede beim Reifendruck, die ebenfalls Abweichungen von ca. 1 km/h ausmachen können, blieben genauso unberücksichtigt wie die Möglichkeit eines abgeflachten Bürgersteigs im Kurvenbereich. Crash-Tests wurden weder am selben Fahrzeugtyp noch an ähnlichen Fahrzeugen durchgeführt, der Zusammenhang zwischen behaupteter Mindestgeschwindigkeit und den an den Fotos abgelesenen Schäden bleibt damit unbewiesen. Der jahrelang eigentlich zuständige noch lebende Fahrer des Dienstwagens, der das Fahrzeugverhalten hätte einschätzen können, wurde ebenfalls nicht befragt, weder von der Bundesanwaltschaft noch von Herrn Rössle, der sich als hierfür nicht zuständig erklärte. Die Lage und Art der Verletzungen des 2 Minuten später auf der Kreuzung verstorbenen Fahrers könnten Aufschluss darüber geben, ob der Fahrer ein stehendes oder ein mit 12 km/h rollendes Fahrzeugs verlassen hat. Michael Bubacks Frage nach möglichen Zusammenhängen und Hinweisen hierzu wurde für nicht zulässig erklärt…
    Ergebnis der Recherchen der Nebenklage:
    Es ist denkbar, dass der Wagen auf der Kreuzung zum Stehen gekommen ist, der Fahrer hierbei ausgekuppelt hat und sich dann aus dem Fahrzeug gestemmt hat. Beim Zuschlagen der Fahrertür kann er dem Wagen einen Impuls versetzt haben, so dass dieser losgerollt ist und durch die Neigung der Fahrbahn Richtung Pfosten auf 5-7 km/h beschleunigt wurde. Diese Geschwindigkeit kann bei seitlichem Hochrollen einer abgeflachten Bordsteinkante ausgereicht haben, um die auf den Fotos erkennbaren Schäden hervorzurufen. Ein mehrmaliges Umrunden des Wagens durch das Motorrad wäre damit nicht mehr auszuschließen genauso wenig wie Verena Becker auf dem Soziussitz…

  5. Zimmermann
    schreibt am 2. November 2011 18:12 :

    @MH: Vielen Dank für die ausführliche und aufschlussreiche Schilderung. Die vom Gutachter angenommenen Geschwindigkeiten scheinen mir nach wie vor nicht definitiv begründbar. Das Schadensbild am Fahrzeug lässt durch die Aufprallsituation insgesamt große Spielräume. Allerdings ist m. E. der Abknickwinkel des Pfostens an den damals üblichen Produkten schon mit einer Aufprallgeschwindigkeit von weniger als 7 km/h zu erreichen. Die Bremswirkung des relativ gut bekannten Bordsteins ( http://www.suedkurier.de/storage/pic/xmlios_import/spezial/gesamt/baden-wuerttemberg/4955650_1_M43FM3UL.jpg ), der am Aufrollpunkt jedenfalls niedriger war als auf Höhe der Stoßstange in Endposition, mit bis zu 6 km/h zu veranschlagen, scheint mir ebenfalls hoch gegriffen. Eine Endgeschwindigkeit am Bordstein von weniger als 10 km/h ist kaum auszuschließen.
    Zwei Fragen beschäftigen mich noch:
    – Ist geklärt, dass die Fahrertür zugeschlagen war?
    – Herrn Schmidts Schilderung der Simulation („Die Nebenklage und die Hangabtriebskraft“) wirkt auf mich, als wäre für die Umrundungen von einem homogenen (minimalen?) Wendekreis ausgegangen worden. Selbstverständlich entfernt sich ein rollender Wagen aus dem Mittelpunkt eines solchen Wendekreises. Der Fahrer des Motorrads würde dies aber erkennen und korrigieren. Entsprechend beschreibt sein Fahrweg bei der Umrundung eines beweglichen Objekts eine verlängerte Rollkurve. Auf diese durch Simulation einer Kreiswendung zu schließen, halte ich für ungeeignet, da ja weder die Beschleunigungsfähigkeit des Motorrads noch die Möglichkeit, bei geringem Tempo „Haken zu schlagen“, dabei abgebildet werden.

  6. Beckenbauer
    schreibt am 2. November 2011 22:03 :

    Ich bin beeindruckt! Wir haben offenbar nicht nur 90 Millionen Bundestrainer, sondern auch 90 Millionen Unfallsachverständige. So jedenfalls meine grobe Schätzung, bevor MH wieder „Willkür“ kräht…

  7. Andrea
    schreibt am 4. November 2011 19:34 :

    @Beckenbauer

    LOL, ganz Ihrer Meinung 😉

  8. Ralf Möbius
    schreibt am 18. Dezember 2011 00:05 :

    Die rechtsstaatliche Schlußfolgerung auch dieser Diskussion heißt Verjährung.

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