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Taponier und Ghesquière sind endlich frei!

01.07.2011, von

Solidaritätsplakat an einer Kneipentür

Solidaritätsplakat an einer Kneipentür

In Deutschland fand die Meldung keine große Beachtung. Nach 18 Monaten sind die zwei französische Fernsehjournalisten Stéphane Taponier und Hervé Ghesquière des Senders France 3 von ihren Entführern in Afghanistan freigelassen worden

Die beiden Männer wollten im Dezember 2009 eigentlich eine Reportage über französische Soldaten in Afghanistan drehen, als sie entführt wurden (hier der Bericht ihrer französischen Redaktion). Ob es bei der Entführung um Geld oder Politik oder (vermutlich) beides ging, war stets nicht ganz klar. Neben der Solidarität mit den Kollegen hat mich an diesem Fall aber noch etwas anderes bewegt: Die enorme Solidarität der französischen Bevölkerung!

Im Sommer 2010 war ich längere Zeit in Montpellier. Doch die Entführung von Stéphane Taponier und Hervé Ghesquière bekam ich sofort mit: In der Zeitung war jeden Tag ihr Bild abgedruckt – mit der Zahl der Tage, die sie nun schon entführt waren. Ebenso abends in den Fernsehnachrichten. Und am zentralen Platz der Stadt hingen ebenso ihre Bilder, wie in Geschäften oder Kneipen.

Plakat am Place de la Comédie in Montpellier

Plakat am Place de la Comédie in Montpellier

Eine starke Geste. Auch wenn es bei Entführungen eigentlich besser ist, wenn Regierungen und ihre Krisenstäbe möglichst geräuschlos mit Entführern und Mittelsmänner verhandeln können. Aber die Solidarität hat mich sehr beeindruckt.

Dass es aber noch fast ein Jahr dauern würde, bis Taponier und Ghesquière freikommen würden, hätte ich damals nicht gedacht. Und in den vergangenen Monaten hatte ich Sorge, sie würden nie mehr lebend gefunden.

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