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2. Koblenzer Al-Qaida Urteil rechtskräftig

27.05.2011, von

Kurz notiert: Mit Beschluß vom 19. Mai hat der Bundesgerichtshof die Revisionen im 2. Koblenzer Al Qaida-Verfahren verworfen. Das Urteil gegen Ömer Ö. und Sermet I. ist damit rechtskräftig. Ömer Ö. soll Mitglied, Sermet I Unterstützer des Terrornetzwerks gewesen sein. Weiterhin läuft der Entzug der deutschen Staatsbürgerschaft gegen Sermet I. Ömer Ö. ist Türke, ihm droht nun theoretisch die Ausweisung.

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Kommentare zu „2. Koblenzer Al-Qaida Urteil rechtskräftig“

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  1. franxville
    schreibt am 18. Juni 2011 18:29 :

    Da wird mal wieder so schön mit dem Begriff des Gotteskriegers kolportiert, man hat sich ja schon daran gewöhnt, noch aus der Zeit, als die Ahnen der Gemeinten auf unserer Seite gegen die bösen Russen kämpften.

    Mir ist dabei Schleierhaft, welche Botschaft mit solchen Redewendungen transportiert werden sollen.

    Geht es darum, alles religiöse in einen sack zu werfen, nach dem Motto: diese Fundamentalisten (ob sie in den USA Abtreibungskliniken in die Luft sprengen oder im Orient alles was nicht in deren Weltbild passt) sind eine Bedrohung all dessen, woran wir glauben (wobei mir die Substanz dieses Credo auch schleierhaft ist, aber: andere Baustelle)?

    Oder geht es darum, explizit Anhänger des Islam über einen Kamm zu scheren als aktive oder sypathisierende Moslems (wie evtl die rdaikalen Katholiken und Protestanten Nordirlandes; schon wieder abgeschweift…)?

    Als Kind der 60er habe ich den bewustseinsbildenden Teil meiner Jugend im Klima der RAF- und PLO-Aktionen reifen lassen dürfen.

    Und schon damals wolte mir in den von Ideologien noch unbelasteten Kopf nicht der Umstand, wieso die Akteure das recht für sich in Anspruch nehmen durften, sich püolitisch nennen zu dürfen: mein (jugendlicher!) Eindruck war mehr der, dass sich da ein paar Alpha-Figuren auserkoren hatten statt zu arbeiten die Märtyrer zu spielen.

    Für mich waren, und sind das Kriminelle.

    Zugegeben: die Vorgänge in Tunesien, Libyen und Syrien sind geignet, meine Anschauungen auf dem Prüfstand zu sehen: die Bewegungen dort nehme ich weit eher als politisch wahr. Anders als bei dem unter dem Sammelbegriff Taliban kategorisierten Gruppierungen.

    Was bitte ist so schwer daran, diese Leute als das zu bezeichnen, was sie sind: Kriminelle!

    In Leserbriefen oder Anfragen bemühe ich mich darum, Aufschluss darüber zu bekommen, was dahinter steckt, dass diesen Formulierungen -Gotteskrieger, Islamisten,usw- kommt; denn letztendlich wird den Terroristen nur in die Hände earbeitet, indem den Lesern, Zuschauern, Hörern suggeriert wird, dass dieser Terror eben die Folge des Kulturkreises an sich wäre.

    Bitter…

    Vor allem, dass ich solche Briefe als unveröffentlicht erfahre, Anfragen unbeantwortet bleiben.

    Allmählich habe ich es aufgegeben, doch der o.a. Beitrag hat mich doch noch einmal angestoßen, denn so entsteht für mich der eindruck einer gewollten Polarisierung.

    Und damit meine ich nicht die Philosophie von der Mann beißt Hund-Lehre des Journalismus.

    Ich bin allmählich tatsächlich verführt zu glaben, dass es eine zunehmende Tendenz gibt, aus Mangel an brauchbaren Feindbildern eine neue Büchse der Pandora zu öffnen.

    Denn selbst das diktat von Quoten und Auflagen kann zu einem häßlichen Rückkoplungseffekt führen, der uns zu unpassendster Zeit um die Ohren fliegt.

    Am deutlichsten offenbart sich das in den Krisenherden der nordafrikanischen und nahöstlichen Staaten: es sind eben nicht radikale religiöse Eiferer, die dort am Werk sind, sondern Menschen, die so einfache politische Rechte fordern, wie wir sie für uns als selbstverständlich erleben.

    Die Ohnmacht unserer Regierungen, hier konstruktiv Einfluss zu nehmen, weckt um so mehr mein Mißtrauen!

    Denn mir ist durchaus bewusst, dass eine freiheitliche Gesellschaft dort für uns mit einigen Einbußen verbunden wäre. Unser Wirtschaftssystem, und damit wir Verbraucher, hat einige Vorteile daraus ziehen können, dass es dort nicht mit rech(lich)en Dingen zu ging und geht.

    Verführerisch, dadurch Verschwörungstheorien zum Opfer zu fallen.
    Denn so erfüllen die Terroristen einen sehr erhabenen Zweck: sie schüren die Zweifel an einem Kulturkreis, von dem wir gerne weiter profitieren wollen. Und wir liefern ihnen die Rechtfertigung für ihr Treiben.

    Und sei es nur durch so unüberlegte Zuordnungen und Titulierungen wie Islamisten oder Gotteskrieger…

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