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„Sauerländer in kleiner“

29.04.2011, von

Heute Morgen haben Beamte des Mobilen Einsatzkommandos des BKA drei Männer in Düsseldorf und Bochum festgenommen. Nach SWR-Informationen handelt es sich um den 29jährigen Abdeladin K,, den 31jährigen Jamil S. und den ebenfalls 19jährigen Ahmet C. Einer der Männer leistete bei seiner Festnahme offenbar Widerstand und soll Polizisten mit einem Messer bedroht haben. Ein Ermittler sagte mir eben: „Es ist wie bei den Sauerländern, nur kleiner“. Allerdings geht es diesmal um das Terrornetzwerk Al Qaida. 

Alle drei Männer lebten in Nordrhein-Westfalen und wurden vom Bundeskriminalamt schon seit Monaten beobachtet. Aufmerksam wurden die Ermittlungsbehörden wohl im Zusammenhang mit Ermittlungen im vergangenen Jahr: Unter dem Decknamen „Komet“ ermittelte das Bundeskriminalamt, nachdem ein anonymer Anrufer Hinweise auf geplante Terroranschläge in Deutschland gegeben hatte. Der Mann nannte unter anderem den Reichstag in Berlin als Ziel. Im Rahmen dieser Ermittlungen wurde das BKA auf die drei Männer aufmerksam und beobachtete sie seit mehreren Monaten. Vor zwei Wochen wurden die Anschlagsvorbereitungen dann so konkret, dass der Generalbundesanwalt ein Ermittlungsverfahren gegen die Männer einleitete. Die Männer sollen sich Chemikalien besorgt und nach dem Vorbild der „Sauerland-Gruppe“ versucht haben, selbst Sprengstoff herzustellen. Möglicherweise fand die Festnahme heute unmittelbar vor einem ersten Test des Sprengstoffs statt. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Männer festgenommen und nicht verhaftet wurden. Daraus kann man schließen, dass eine „dynamische Lage“ vorlag (wie es die Polizei nennt), man sich also aufgrund aktueller Entwicklungen zur Festnahme entschied.

Ein Anschlag habe aber nicht unmittelbar bevorgestanden, heißt es nachdrücklich aus Ermittlerkreisen. Auch haben die Ermittler keinen Anhaltspunkt dafür, dass das Ziel überhaupt schon konkret ausgewählt war. Diese Information ist besonders wichtig, weil in diesen Stunden eine Menge bizarre Theorien gehandelt werden, was das Anschlagsziel hätte sein können. „So weit waren sie noch nicht“, sagte mir jemand, der es wissen muss.

Hinter den Männern soll Al Qaida stehen, die drei hätten mit der Führungsebene von „Kern Al Qaida“ Kontakt gehabt. Die drei Männer sollen morgen dem Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof vorgeführt werden. Dann wollen der BKA-Präsident Jörg Ziercke und der Abteilungsleiter Terrorismus beim Generalbundesanwalt Rainer Griesbaum Einzelheiten bekannt geben.

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