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Kevin hat nun Daniels Anwalt

13.11.2010, von

Anwaltswechsel: Der Terrorverdächtige Kevin S., der versucht haben soll, Daniel Schneider von der Sauerlandgruppe aus dem Gefängnis freizupressen, will offenbar einen neuen Anwalt haben. Aus Justizkreisen ist zu hören, dass dem Beschuldigten möglicherweise ein anderer Pflichtverteidiger beigeordnet wird. Und zwar interessanterweise der gleiche Anwalt, der auch Daniel Schneider im Sauerland-Verfahren vertreten hat:

Johannes Pausch aus Düsseldorf. „Es stimmt, ich war gestern in Saarbrücken bei Kevin S. und bin nun sein Anwalt“, sagte mir Pausch auf Nachfrage. Nun müsse er erst einmal die Ermittlungsakte lesen, um sich ein Bild von den Vorwürfen gegen seinen Mandanten zu machen. Der Antrag auf Entpflichtung des bisherigen Anwalts, Christian Kessler (Saarbrücken), laufe. Kessler reagierte darauf überrascht: „Ich war auf den Besuch vorbereitet und habe das mit meinem Mandanten besprochen“, sagt der Saarbrücker Anwalt. Von einem Entpflichtungsantrag wisse er aber „noch“ nichts, obwohl er erst gestern „informell“ mit den zuständigen Behörden telefoniert habe.

Kessler hatte für Aufsehen gesorgt, als er am Donnerstag die Möglichkeit in den Raum gestellt hatte, sein Mandant Kevín können von einem V-Mann zu seiner Tat animiert worden sein, wie der Saarländische Rundfunk berichtete.

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Kommentare zu „Kevin hat nun Daniels Anwalt“

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  1. MH
    schreibt am 4. Dezember 2010 12:30 :

    Hat ein V-Mann des LKA Kevin S. zu den Drohvideos angestiftet?
    Nach meinen Kenntnissen und persönlichen Erfahrungen halte ich die Anschuldigungen des Anwalts durchaus für berechtigt und für alles andere als unrealistisch. Dieser Ermittlungsstil der Polizei findet definitiv im Bereich der Verfolgung politischer Straftaten auch in Deutschland rege Anwendung. Kevin S. hatte zuvor bereits Videos ins Internet gestellt, in denen er den Heiligen Krieg unterstützt hat. Der Staatsschutz ist auf ihn aufmerksam geworden und hat einen V-Mann auf ihn angesetzt. Sie loten psychologische Befindlichkeiten aus, und dann wird gezielt versucht, die Zielperson zu einer Straftat zu bewegen, unter dem Vorwand, man könne sonst nicht herausfinden, wie hoch die Gewaltbereitschaft tatsächlich sei und welche dunklen Absichten die Person wohlmöglich verberge. Diese Vorgehensweise wird im Bereich des „homegrown terrorism“ in den USA bereits seit einigen Jahren erfolgreich praktiziert. Dort werden über von den Geheimdiensten geführte Web-Seiten oder durch die Überwachung entsprechender Foren psychisch labile Personen ausfindig gemacht und von V-Leuten oder FBI-Mitarbeitern so lange bearbeitet, bis sie schließlich dazu bereit sind, eine vom FBI präparierte Bombe an einem ausgesuchten Ort abzustellen. Anschließend wird der verhinderte „Terroranschlag“ medienwirksam als Ermittlungserfolg präsentiert. Diese Menschen hätten von sich aus mit großer Wahrscheinlichkeit niemals ein Verbrechen begangen. Sie verlieren nun ihre Freiheit, ihre Zukunftsperspektiven, ihr Leben wird zerstört. Sie haben folgenschwere und unverzeihliche Fehler begangen. Diese liegen zum einen in der öffentlichen Äußerung ihrer politischen Ansichten, zum anderen in ihrer kompletten Desillusionierung verbunden mit psychischer Labilität, ihrer Leichtgläubigkeit und ihrem Unvermögen, die ihnen von den Sicherheitsbehörden gestellte Falle zu erkennen.
    Auch Frau Gelowicz könnte Opfer dieser Polizeitaktik geworden sein.
    Und warum will Kevin S. nun einen anderen Anwalt? Hat man ihm mit sanftem Nachdruck zu verstehen gegeben, dass die Verteidigungsstrategie seines Anwaltes für ihn nur zum Nachteil sein könne?

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