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Showdown für Schneider

16.02.2010, von

Am Mittwoch um 11 Uhr gehen die Schlussvorträge im Sauerland-Verfahren weiter. Die Rechtsanwälte Johannes Pausch (Düsseldorf) und Bernd Rosenkranz (Hamburg) plädieren für Daniel Martin Schneider und werden ggf. ihre Strafanträge stellen. Es geht um viel: Weil er bei seiner Festnahme einem BKA-Beamten die Waffe entrissen und mit ihr geschossen hat, droht ihm als Höchststrafe eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen versuchten Mordes.

Während Adem Yilmaz und Fritz Gelowicz innerlich „15 Jahre, minus“ rechnen dürften (weil ihre zu erwartende Strafe über die Höchststrafe von 15 Jahren minus dem in Aussicht gestellten Rabatt für ihre Geständnisse und weitere Faktoren gebildet werden wird), sieht es für Daniel Schneider weniger gut aus: Er hat das kurz vor Schluss der Beweisaufnahme selbst eingeräumt, dass seine bisherigen Schilderungen über den Ablauf seiner Festnahme Fragen aufwerfen. Es spricht deshalb viel dafür, dass er von den vier Angeklagten die höchste Strafe bekommen wird, obwohl er erst relativ spät von den Anschlagsplänen erfahren und wenig in der Vorbereitung beigetragen hat.

Im Schlussvortrag will sich sein Anwalt Johannes Pausch, der sich nach meinem Eindruck neben der Strafverteidigung stets auch intensiv um das Seelenleben seiner Mandanten sorgt, mit der Vorgeschichte von Daniel Schneider beschäftigen und noch weitere, ergänzende Worte zur Festnahmesituation und Schneiders Erklärung sagen. Bernd Rosenkranz dürfte sich mit der politischen Dimension des Verfahrens beschäftigen, bzw. mit dem, was er dafür hält.

Käme es so, wäre die Aufteilung ähnlich dem Plädoyer, das die beiden Anwälte 2008 für den „Kofferbomber“ Youssef El Hajdib gehalten haben (ebenfalls vor dem 6. Strafsenat des OLG Düsseldorf unter dem Vorsitz von Ottmar Breidling).

Hajdib bekam für versuchten Mord in einer unbestimmten Vielzahl von Fällen und weiterer Straftaten Lebenslänglich.

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