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„Kronzeuge“ für 6.000 Euro

29.06.2009, von

Randnotiz: Im Prozess gegen den „Germersheimer Schmucksteinhändler“ Aleem N. vor dem Oberlandesgericht Koblenz hat heute der Generalbundesanwalt eine Haftstrafe von 8 Jahren wegen Mitgliedschaft des Angeklagten bei Al Qaida und mehreren Verstößen gegen das Außenwirtschaftsgesetz gefordert. Staatsanwalt Bodo Vogler erläuterte in seinem dreistündigen Schlussvortrag die Beweiswürdigung aus Sicht der Anklage. Danach habe Aleem N. seit 2004 bis zu seiner Verhaftung 2008 Al Qaida unterstützt, zahlreiche Ausrüstungsgegenstände für die Organisation nach Pakistan gebracht und mindestens 76.000 Euro Bargeld an die Terroristen übergeben. Die Verteidigung plädiert am Freitag dieser Woche, das Urteil wird am 13. Juli erwartet.

Kurz zuvor war der Senat nochmals in die Beweisaufnahme eingetreten. Die Verteidigung hatte verlangt, eine mögliche Verletzung der Öffentlichkeit des Verfahrens am vorangegangenen Verhandlungstag während der Videovernehmung von Nihad C. in das Protokoll aufzunehmen.

Außerdem wurde ein Fax eben jenes Nihad C. verlesen, dass dieser am 24. Juni (nach der erfolglosen Videovernehmung) an den Generalbundesanwalt geschickt hatte. Nihad C. nennt darin die Bedingungen, unter denen er eine Aussage machen würde, „damit Sie Aleem N. ohne Probleme verurteilen können“: Zeugenschutz, keine Öffentlichkeit und 6.000 Euro!. Nihad C. erklärte, er sei arbeitslos und das Geld würde ihm gut bekommen.

Probleme bei der Verurteilung? Mein Eindruck am heutigen Verhandlungstag in Koblenz war, dass allenfalls der Angeklagte selbst solche Probleme sehen könnte. Aber vielleicht nicht einmal er. Immer wieder hatte er ja dem Gericht und vor allem Dritten gegenüber höchst verräterische Angaben gemacht.

Freitag plädiert die Verteidigung und Aleem N. hat das letzte Wort. Heute hatte er schon mehrere Seiten handgeschriebenen Text in der Hand. Das Urteil fällt am 13. Juli.

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