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Eine Frage – bitte in die Breite!

26.05.2009, von

Schon der Vormittag hatte heute kurzweilige Momente, doch am Nachmittag veränderte sich die Stimmung weiter. War es zwischen den Beteiligten wirklich so heiter, wie es auf der Zuschauerbank ankam? Oder eher gereizt-aufgekratzt? Zwei Dialoge scheinen mir jedenfalls berichtenswert. Karl Engels (Verteidigung Yilmaz) hatte um das Wort gebeten, um eine (!) Frage zu stellen. Nach der dritten Nachfrage kam es dann zu diesem Dialog:
 

Breidling: „Herr Rechtsanwalt Engels, ich dachte, Sie haben nur eine Frage. Aber das sagen Sie ja immer am Anfang…“.

 

RA Engels: „Ist Ihnen das schon aufgefallen?“

 

Breidling: „Ja! Aber wahrscheinlich redet man sich da so rein. Man ist so fasziniert von dem, was man sagt…“

Engels nahm es mit Humor. Weitere Fragen – nicht nur von ihm – folgten. Auch Bernd Rosenkranz (Verteidigung Schneider), Manfred Gnjidic und Axel Nagler (beide Selek)  befragten den Sachverständigen S-L vom BKA, der zu den Sprengstofflaboraten aussagte (werde ich noch berichten). Das Ziel der Fragen war auch für die Zuschauer nicht klar zu erkennen. Aber möglicherweise hatte auch nicht jeder der Verteidiger das gleiche Ziel. Schließlich bemerkte der Vorsitzende, nicht jede Frage sei in seinen Augen erheblich, offenbar gehe es immer nur in die Richtung „hätte eh nicht funktioniert“ – aber darauf käme es ja unter dem Gesichtspunkt von § 30 II StGB (Verbrechensverabredung) vielleicht gar nicht an. Doch das wollte RA Nagler so nicht stehen lassen. Er habe durchaus ein Ziel. Daraufhin Breidling:

Breidling: „Wir als Richter müssen ja immer viele Überlegungen anstellen. Sie als Anwälte immer nur eine – die zur Entlastung Ihrer Mandanten. Wir müssen in die gesamte Breite. Das macht die Sache schwieriger.“

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