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Krawattenkultur

05.05.2009, von

Heute morgen wurde die Öffentlichkeit ungewöhnlich früh in den Sitzungssal gelassen. Dies ermöglichte interessante Einblicke in die Vorbereitung der Beteiligten. So tragen die Vertreter des Generalbundesanwalts offenbar gerne dunkle Dreiteiler unter der Robe. So bereits früher Bundesanwalt Brinkmann und heute früh auch Staatsanwalt Setton – und auch die Oberstaatsanwältin beim BGH Zacharias wurde schon mit dunkler Weste zur weißen Bluse gesichtet. 

Noch interessanter war aber heute morgen das Krawattenbinden von Hannes Linke und Dirk Uden (beide Gelowicz) zum Auftakt. „Karlsruher Schule“, denkt da der Fachmann. Denn beide (Karlsruher) Anwälte banden sich eine weiße Krawatte zum weißen Hemd. Ein (fast) ungeschriebenes Gesetz für Strafverteidiger: Ab Schwurgericht aufwärts ist weiße Krawatte Pflicht. Badische Anwälte nehmen das seit je her etwas strenger, als anderswo. Erst kürzlich wurde vor dem Amtsgericht Mannheim darüber gestritten, ob es eine „Ungebühr“ dem Gericht gegenüber ist, wenn ein Anwalt ohne Krawatte vor Gericht erscheint. „NEIN“, entschied dazu das Landgericht in zwei Entscheidungen – was man auch unter modischen Gesichtspunkten nur begrüßen kann. Denn Krawattenauswahl ist bekanntlich manchmal Glücksache. Vielleicht ist das auch ein Grund für die Badener, einfach keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Weißer Binder auf weißem Hemd – das ist eine zu bewältigende Aufgabe.

Für Damen in der Strafverteidigung gibt es keine solche Empfehlung – aber Halstücher sind üblich und werden durchaus auch getragen. Ricarda Lang (Yilmaz) machte heute davon keinen Gebrauch – an früheren Tagen jedoch schon.

Der Vollständigkeit halber schnell noch die anderen Krawatten vom heutigen Tag. Überwiegend nicht zum weißen Hemd:

Karl Engels (Yilmaz): silbrig-hellblau, („Stratosblau“ beim VW-Käfer) 

Bernd Rosenkranz (Schneider): violett gestreift. Modell Captain’s-Dinner

Johannes Pausch (Schneider): beige, auf dem Weg ins helle Caramel 

Manfred Gnjidic (Selek): schwarz-weiß-grau gestreift. Beerdigungstauglich.

Axel Nagler (Selek): hellbeige („Schlamm“), mit feiner Struktur

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Kommentare zu „Krawattenkultur“

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  1. Horst Wesemann
    schreibt am 15. Mai 2009 17:34 :

    ein sehr lustiger Beitrag, habe herzlich gelacht. Besodners die Beerdigiungstauglich der Krawatte, sehr gelungen.

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