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Willkommenskultur? Die Verniedlichung des Raubtiers

10.08.2017, von

 

Junger Wolf (dpa)

Junger Wolf (dpa)

Hätte es das kleine Rotkäppchen der Gebrüder Grimm gut gefunden, wenn der böse Wolf mit des Jägers Büchse einen Fangschuss bekommen hätte? Wahrscheinlich schon. Immerhin soll sie ja auch zugesehen haben, wie ihr Retter, der Jäger, dem Wolf Steine in den Bauch genäht hat, um ihn sodann zu ertränken. Allerdings hatte der Wolf Rotkäppchen ja zuvor gefressen, eine gewisse Rechtfertigung für Rachegedanken will man ihr nicht absprechen.

 

Dafür, dass auch der im Schluchsee gefundene tote Wolf zuvor kleine Mädchen gefressen hat, spricht nichts. Es gab keinen Grund, das Tier zu töten und es derart demonstrativ in den See zu werfen. Auch sonst stimme ich mit vielen Menschen überein, die fassungslos sind, wie man ein solch seltenes, faszinierendes Tier derart demonstrativ töten und entsorgen kann. Laienpsychologisch vermute ich: Der Täter wollte seinen Hass auf das Tier zur Schau stellen.

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Der überfahrene Wolf bei Lahr war ein Schweizer

17.08.2015, von

200 km liegen zwischen Fundort und Herkunftsort des Wolfes (Quelle: FVA)

200 km liegen zwischen Fundort und Herkunftsort des Wolfes (Quelle: FVA)

Der im Juni auf der Autobahn A5 nahe Lahr überfahrene Wolfsrüde ist aus der Ostschweiz zugewandert. Dies ergaben die Analysen des Laboratoriums für Naturschutzbiologie der Universität Lausanne, Schweiz, die von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) in Auftrag gegeben worden waren.

Die Ergebnisse der Senckenberger Gesellschaft für Naturforschung aus Gelnhausen bestätigten, dass es sich um einen reinrassigen Wolf der „Alpinen Wolfspopulation“ handelt. Mit einer weitergehenden Analyse wurde das Laboratorium für Naturschutzbiologie der Universität Lausanne beauftragt. Dort konnte anhand von vorliegenden Referenzproben die Herkunft des Tieres exakt bestimmt werden. Demnach handelt es sich bei dem überfahrenen Wolf um das im Frühjahr 2014 geborene Tier M53 aus dem schweizerischen Wolfsrudel im Calandagebiet bei Chur.

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Die Zungenprobe: So wird der Wolf zum Wolf

08.07.2015, von

Wolfsexperten aus Freiburg untersuchen das tote Tier

Wolfsexperten aus Freiburg untersuchen das tote Tier (Foto: FVA)

Ist nach 150 Jahren der Wolf wieder zurück in Baden-Württemberg? Es war ein Stück Muskelfleisch, dass die Sensation um den überfahrenen Wolf von der A5 bei Lahr in dieser Woche zur Gewissheit werden ließ.

Aus einem knapp einen Zentimeter großen Stück der Zunge des toten Tieres hatten die Wissenschaftler der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurter DNA extrahiert und dann einzelne Erbgutabschnitte untersucht, die für Wölfe arttypisch sind. So konnten sie im Labor immer weiter in die Tiefe gehen und schon nach wenigen Tagen zweifelsfrei feststellen, dass es weder ein Wolfshund noch ein Wolfshybride war, der tot an der A5 gelegen hat – es war ein Wolf.

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