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Kommentar: Cannabisblüten – was lange währt, wird endlich legal

19.01.2017, von

Cannabis und Fläschchen mit medizinischen Cannabis-Tropfen in unterschiedlicher Zusammensetzung, aufgenommen am 02.06.2015 in der Cannabis-Klinik in Tel Aviv. Foto: Alexandra Rojkov/dpa

Cannabis und Fläschchen mit medizinischen Cannabis-Tropfen in unterschiedlicher Zusammensetzung, aufgenommen am 02.06.2015 in der Cannabis-Klinik in Tel Aviv. Foto: Alexandra Rojkov/dpa

Deutschland bekommt das weltweit modernste und weitreichendste Gesetz zur Behandlung Schwerkranker mit Cannabis. Der Bundestag hat heute beschlossen: Auf Kassenrezept werden künftig Apotheken Cannabisblüten in hervorragender Bioqualität aus einheimischer Produktion ausgeben. Nach Jahrzehnten der ideologisch motivierten und faktenfreien Ablehnung von Cannabis als Medizin hat die Bundesregierung damit eine erstaunliche Kehrtwende hingelegt – dem Druck aus den Gerichtssälen sei’s gedankt! Immer mehr Richter haben zuletzt Patienten vom Vorwurf freigesprochen, gegen das Betäubungsmittelgesetz zu verstoßen, weil sie sich Cannabis als Schmerzmittel auf dem Schwarzmarkt besorgten. Vergangenes Jahr sprach das Amtsgericht Karlsruhe einen Schmerz- und ADHS-Patienten frei, bei dem die Polizei 887 Gramm Marihuana aus Eigenanbau gefunden hatte. Er brauche eine solch große Menge, weil er das Gras nicht raucht, sondern als Tee trinkt, gab er an. Solche Patienten befinden sich in einem Notstand, sagen Gerichte landauf landab und das ist angesichts der schweren Erkrankungen, um die es geht, keine Floskel. Damit soll nun endlich Schluss sein: Chronisch Kranke, die ohnehin oft finanziell schwach gestellt sind, können aufatmen. Das ist evidenzbasierte Medizinpolitik!

Cannabis: Krasser Rechenfehler des Ministeriums

11.11.2016, von

Aus den Niederlanden importiertes Cannabis aus der Apotheke: Bisher zahlen Patienten rund 18 Euro für ein Gramm. Medizinalhanf aus Baden-Württemberg könnte deutlich günstiger werden. dpa

Aus den Niederlanden importiertes Cannabis aus der Apotheke: Bisher zahlen Patienten rund 18 Euro für ein Gramm. Medizinalhanf aus Baden-Württemberg könnte deutlich günstiger werden. dpa

Wie viele Patienten werden in Zukunft mit Cannabis behandelt werden können? Diese Frage hatte der Grüne Landtagsabgeordnete Martin Hahn an das CDU-geführte Agrarministerium gerichtet. Die Frage war aus seinem Unterstützerkreis an ihn herangetragen worden: Landwirte wollte wissen, ob die bevorstehende Ausweitung von Cannabis als Medizin ein Geschäft für sie werden könnte. Aber die Stellungnahme des Ministeriums war nicht brauchbar, wie sich jetzt herausstellt.

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Schluss mit Krimi?

25.10.2016, von

drogenkongress-im-hamburger-schanzenviertel-im-park-gegenueber-stehen-die-kleindealer

Drogenkongress im Hamburger Schanzenviertel. (Foto: Kai Laufen)

„Schluss mit Krimi“. Das klingt wie eine Gegenveranstaltung zur Frankfurter Buchmesse. Aber um Bücher ging es nicht bei dem zweitägigen Kongress mit dieser Überschrift – sondern um die Entkriminalisierung von Drogen. Welche Wege sind möglich, welche versprechen Erfolg, um die derzeitige Drogenpolitik zu ändern? In wenigen Wochen wird in Kalifornien wahrscheinlich das Cannabisverbot fallen – nach Oregon und Washington wäre dies ein weiterer und diesmal großer US-Bundesstaat, in dem sich die Stimmung in der Bevölkerung innerhalb weniger Jahre vom „no“ zum „yes“ gedreht hat. Umfragen zufolge liegen die Befürworter an der Westküste bei rund 60 Prozent. Eine Ermutigung für die Kongressteilnehmer. „Schluss mit Krimi?“ weiterlesen →

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