. .

Tatortbegehung – Mehr als 70 Jahre danach

19.02.2018, von

Porträtfotos aus Ausweisen von SS-Wachmännern aus dem KZ Stutthof

SS-Wachmänner KZ Stutthof (Quelle: SWR)

Es ist ihre letzte Chance, NS-Verbrecher hinter Gitter zu bringen: Bundesweit laufen bei Staatsanwaltschaften die Ermittlungen gegen die letzten lebenden Nazi-Verbrecher. Nur noch wenige, die in den Konzentrationslagern Aufseher waren, sind heute noch am Leben und können vor Gericht gebracht werden.

Doch wie ermittelt man das 70 Jahre nach Kriegsende? Dieser Frage bin ich mit Christian H. Schulz für den Film Story im Ersten: Hitlers letzte Mordgehilfen? nachgegangen. Wir haben dafür ein Jahr lang deutsche Staatsanwälte und Kriminalbeamte von der Zentralen Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg und der Staatsanwaltschaft Dortmund bei ihrer schwierigen Suche begleitet. „Tatortbegehung – Mehr als 70 Jahre danach“ weiterlesen →

Wohnen darf nicht Luxus sein

14.09.2017, von

Das Mietroulette führt in die Armut. (Foto: dpa)

Was für ein Irrsinn: Millionen Menschen müssen inzwischen die Hälfte oder sogar noch mehr von Ihrem Einkommens für die Miete ausgeben. Das nehmen wir als Gesellschaft einfach hin. Dabei ist offensichtlich: Es wird jedes Jahr schlimmer. Ich will das nicht mehr länger hören: Ist halt so, kann man nichts machen, ist das Marktgesetzt, muss man eben rausziehen aufs Land, da ist es billiger. Was für ein Zynismus, wenn da Sätze gesagt werden wie: Kannst dann ja ruhig zwei Stunden pendeln, in Amerika fahren die Menschen doch noch viel weiter zur Arbeit. „Wohnen darf nicht Luxus sein“ weiterlesen →

Deutsche Hysterie

11.08.2017, von

Martin Rupps meint...

Martin Rupps meint… (Foto: SWR)

Samstag ist Autoputztag. Viele Dieselfahrer werden morgen betröppelt auf ihr „Heilix Blechle“ gucken, wie die Schwaben das Auto liebevoll nennen, auf ihr heiliges Blech. Einst kauften sie ihren Diesel in dem Glauben, dass er „sauber“ sei. Jetzt rechnen sie rauf und runter, wieviel Geld sie mit ihm – auch ganz wörtlich – verbrannt haben.
„Deutsche Hysterie“ weiterlesen →

Reichsbürger: Rechtsextreme Verschwörungstheoretiker

03.07.2017, von

(Quelle: dpa)

Die sogenannten Reichsbürger glauben an rechtsextreme Weltverschwörungstheorien. In Internetforen steigern Sie sich immer mehr in ihre wahnhaften Vorstellungen hinein. Meine Kollegen Kai Laufen, Jana Lange und ich haben uns die Szene genauer angesehen. Wir haben mehrere Reichsbürgertreffen in Baden-Württemberg besucht und dort Menschen kennengelernt, die harmlos wirken, aber einer sehr gefährlichen Ideologie anhängen. Wir berichten über die Treffen und über die Reichsbürgerszene in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg in der SWR 2 Sendung Wissen.

Auszug aus dem Bericht:

Ein Freitagabend: Ich fahre zu einem weiteren Treffen des Bundestaats Baden. Diesmal sind mehr Leute gekommen, etwa 30. Diesmal gibt es weniger Theorie dafür praktisches Training: Wir üben, das richtige Verhalten in einer Polizeikontrolle. Einer spielt den Polizisten, der andere den Reichsbürger. Gleich vorweg gibt Timo einen Tipp:

„Reichsbürger: Rechtsextreme Verschwörungstheoretiker“ weiterlesen →

Wie ein Kabarettist den Bundespräsidenten wählt

10.02.2017, von

Lars Reichow im SWR-Funkhaus Baden-Baden

Reichow und 30 weitere Frauen und Männer werden vom rheinland-pfälzischen Landtag in die Bundesversammlung geschickt. Das Landtag Baden-Württemberg entsendet 80 Wahlfrauen- und -Männer am Sonntag nach Berlin. Neben den Wahlfrauen und Männer aller 16 Landesparlamente sind auch die 630 Bundestagsabgeordneten Mitglieder der Bundesversammlung.

Von der Wahl des neuen Bundespräsidenten am Sonntag verspricht sich der Mainzer Kabarettist Lars Reichow nicht viel: „Es wird langweilig.“ Reichow ist einer von 1260 Wahlfrauen und -Männern, aber nur einer der wenigen  „Nicht-Politiker“, die den Nachfolger von Joachim Gauck wählen. Ich habe ihn gefragt, wie er die Wahl sieht. Aber wen wundert es, dass sachliche Journalistenfragen bei ihm kabarettistische Reflexe stimulieren.

„Wie ein Kabarettist den Bundespräsidenten wählt“ weiterlesen →

Flughafen Hahn: Letzte Verhandlungen mit der ADC/HNA Gruppe

23.01.2017, von

Beim Hahn-Verkauf sind alle anderen Bieter aus dem Rennen. Die Landesregierung verhandelt jetzt nur noch mit der deutsch-chinesischen ADC mit Sitz in Deidesheim. Die ADC bietet zusammen mit der HNA, einer der größten chinesischen Luftverkehrs- und Tourismusgesellschaften. Die ADC Gruppe hatte vor über einem Jahr bereits im ersten Verkaufsverfahren ein Gebot abgegeben. Hartnäckigkeit zahlt sich aus.

Über die ADC habe ich in der Vergangenenheit bereits mehrfach berichtet:

Retten Chinesen doch noch den Flughafen Hahn?

Schwierige Vertragsverlängerung für Kaufinteressenten

Flughafen Hahn: Insolvenz oder nicht? Entscheidung am 4. November

Kommentar: Demokratie hält das aus

23.01.2017, von

FILE - In this Feb. 10, 2016 file photo Bjoern Hoecke, chairman of the Alternative fuer Deutschland (AfD) in the German state Thuringia, delivers a speech at the Political Ash Wednesday rally of of the German party Alternative fuer Deutschland, AfD, (Alternative for Germany) in Guesten, central Germany. Hoecke said Tuesday, Jan. 17, 2017 that the Berlin memorial to the millions of Jews killed in the Holocaust is a "monument of shame." He told party supporters in the eastern city of Dresden that no other country would erect such a memorial in its capital and called instead for Germany to take a "positive" attitude toward its history. (AP Photo/Jens Meyer, file) |

Björn Höcke, AfD-Fraktionsvorsitzender in Thüringen bezeichnete am 17.1.2017 in einer Rede das Holocaust-Denkmal in Berlin als „Mahnmal der Schande“.

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, die NPD nicht zu verbieten, ist schlüssig und richtig. Die Partei ist verfassungsfeindlich, aber trotzdem nicht relevant genug. Zu wenige Mitglieder, in keinem Landtag und bei weitem nicht mehr in so vielen Kommunalparlamenten vertreten wie noch vor einigen Jahren. Die NPD ist radikal, aber damit kann eine Demokratie umgehen. Bei einem Verbot, hätte es die NPD-Anhänger trotzdem noch gegeben, sie hätten sich einfach nur anders organisiert.

Dennoch spielt die Entscheidung der Karlsruher Richter der  rechtspopulistischen AfD in die Hände. Wäre die NPD verboten worden, hätte die AfD ein Problem gehabt: Sie wäre die Partei am äußersten rechten Rand gewesen und wäre somit noch genauer beobachtet worden.

Der thüringische Fraktionsvorsitzende der AfD, Bernd Höcke, schien durch das Urteil geradezu beflügelt. Und so war es auch kein Zufall, dass er am selben Tag vor der Jugendorganisation der AfD in Dresden eine gezielte Provokationsrede hielt. Vom Holocaust-Mahnmal in Berlin als „Denkmal der Schande“ zu sprechen, ist menschenfeindlich, herabsetzend und somit völlig inakzeptabel. „Kommentar: Demokratie hält das aus“ weiterlesen →

Kommentar: Sexismus der Fake-News

13.12.2016, von

Gefälschtes Posting zum Freiburger Mordfall: Das Facebook-Profil der angeblichen Autorin ist komplett leer, den "Flüchtlingsverein Freiburg" gibt es nicht, wohl aber eine Facebook-Gruppe "Flüchtlingshilfe Freiburg", die mit Hass und Häme überschüttet wurde.

Gefälschtes Posting zum Freiburger Mordfall: Das Facebook-Profil der angeblichen Autorin ist komplett leer, den „Flüchtlingsverein Freiburg“ gibt es nicht, wohl aber eine Facebook-Gruppe „Flüchtlingshilfe Freiburg“, die mit Hass und Häme überschüttet wurde.

„Der traumatisierte junge Flüchtling hat zwar getötet, man muss ihm aber jetzt trotzdem helfen.“ – diesen Satz hat Renate Künast nie gesagt und er stand auch nie in der Süddeutschen Zeitung. Ein noch unbekannter Facebook-Nutzer hatte dies behauptet und die nachvollziehbare Empörung der Grünen-Politikerin über diese Verleumdung hat die Diskussion um Fake-News befeuert. Es ist nur ein Fall von vielen und fast alle haben sie etwas gemeinsam: Sexismus.

„Kommentar: Sexismus der Fake-News“ weiterlesen →

„Reichsbürger“: Politisch motivierte Ordnungswidrigkeiten?

27.10.2016, von

ARCHIV - «Königreich Deutschland» steht auf dem Hemd des selbst ernannten «Königs von Deutschland», Peter F., aufgenommen am 28.11.2014 im Amtsgericht in Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt). Der 51-jährige Peter F. muss sich von Donnerstag an vor dem Landgericht Halle wegen Veruntreuung in Millionenhöhe verantworten. Foto: Hendrik Schmidt/dpa (zu dpa «König von Deutschland» wegen Veruntreuung vor Gericht" vom 19.10.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

„Königreich Deutschland“ steht auf dem Hemd eines selbst ernannten „Königs von Deutschland“, aufgenommen am 28.11.2014 im Amtsgericht in Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt). Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Viele der sogenannten Reichsbürger fahren ohne Führerschein oder weigern sich etwa Steuern und Bußgelder zu zahlen. Kann das politisch motiviert sein? Wenn es Ausdruck einer grundlegenden Ablehnung des Staates ist, meine ich ja. Wenn „Reichsbürger“ ohne Führerschein fahren, zeigen sie damit bewusst ihre Ablehnung. Sie haben teilweise eigene Fantasieführerscheine und überkleben amtliche Kennzeichen mit den Farben des Deutschen Reiches. Das ist eine Ordnungswidrigkeit. Ich frage mich allerdings, ob es nicht sinnvoll ist, dies als politisch motivierten Ordnungswidrigkeiten zu bezeichnen. Im Gegensatz zu politisch motivierten Straftaten werden Ordnungswidrigkeiten bisher nicht als politisch motiviert erfasst. Möglicherweise tun sich deshalb manche Verfassungsschutzämter schwer, eine politische Haltung hinter der Ideologie der sogenannten Reichsbürger zu sehen. „„Reichsbürger“: Politisch motivierte Ordnungswidrigkeiten?“ weiterlesen →

Hass auf den Staat und seine Repräsentanten

19.10.2016, von

ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein Mann posiert am 06.06.2016 in Rheinfelden (Baden-Württemberg) mit seinem "Deutsches Reich Reisepass" für den Fotografen. Foto: Patrick Seeger/dpa (zu dpa "Vier Polizisten bei Waffen-Razzia gegen «Reichsbürger» verletzt" vom 19.10.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Fiktiver Pass (Foto: Patrick Seeger/dpa)

Die sogenannten Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik und ihre Verfassung nicht an, Gesetze empfinden sie nicht als bindend und unsere demokratischen Werte sind ihnen egal. Sie träumen von einem Deutschen Reich in den Grenzen von 1937 oder halten die Bundesrepublik für eine Firma. Und eine Firma kann keine Gesetze machen. Kurz, sie fantasieren sich ihre eigene Welt zusammen und fühlen sich damit im Recht. „Hass auf den Staat und seine Repräsentanten“ weiterlesen →

Nächste Seite »

Archiv

Kategorien

 

Der SWR ist Mitglied der ARD.

Impressum | SWR ©2019