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Konsument und Bauernschreck

26.11.2019, von

Bettina Fächer

Bettina Fächer meint… (Quelle: SWR)

Wir möchten Milch von glücklichen Kühen. Weiden sollen sie auf Blumenwiesen, begleitet von Bienensummen. Saftige Erdbeeren bitte den ganzen Sommer lang. Das Gemüse üppig, alle Produkte regional und natürlich günstig.
 
Ich habe Verständnis dafür, wenn die Hersteller dieser Produkte – also die Landwirte – den Kopf schütteln. Die Liste der Verbraucher-Ansprüche ist lang, mehr kosten soll es aber bitte nicht. Nur langsam scheint hier ein Umdenken einzusetzen. Im Land der Discounter steigt die Bereitschaft, für hochwertige Lebensmittel höhere Preise zu zahlen, sagen Umfragen. Doch bei der Umsetzung hapert es oft noch.
 
„Sprachlosigkeit zwischen Konsumenten und Produzenten“, nennt das Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU). Manche Landwirte sprechen von „Bauernbashing“. Sie fühlen sich unverstanden und bei Tierhaltung und konventioneller Feldwirtschaft zum Sündenbock gestempelt. Was die richtige – vielleicht auch: trendige – Ernährung ist, scheint mir ein Glaubenskrieg geworden zu sein. Und das gilt auch für die Art, wie wir uns die Produktion von Lebensmitteln wünschen.
 
Aus Verpflichtungen – wie verantwortungsvolles Düngen für weniger belastetes Grundwasser – können und sollten wir die Landwirte nicht entlassen. Aber dass wir uns fragen, wo wir als Konsumenten unrealistische Forderungen stellen oder verlogen argumentieren – das können die Landwirte von uns verlangen.
 

Bettina Fächer
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