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Bambi – das Christuskind im deutschen Fernsehen

22.11.2019, von

Martin Rupps

Martin Rupps meint … (Foto: SWR)

Ich wurde mit einer Fernsehzeitschrift groß, der „Bild + Funk“. Andere mit „TV Hören und Sehen“ oder „Hörzu“. Die Generation meiner Eltern wechselte die „Fernsehzeitung“ so selten wie den Wohnzimmerschrank.
 
Als Zwangsleser von „Bild + Funk“ traf ich früh auf den Bambi – die goldbemalte Trophäe aus dem Hause Burda, die seit Jahrzehnten alljährlich an Prominente aus Film und Fernsehen, Showgeschäft und Politik verliehen wird. Solche Veranstaltungen sind immer auch Kassenstürze: Was und wer war im ausgehenden Jahr wichtig? Ein mediales Spektakel von Werden und Vergehen.
 
Zugleich schaffen sie für Stunden eine Welt ohne Gegensätze. Fußballpensionär Paul Breitner, der immer noch links und frei stänkert, passte bei der Bambi-Verleihung am Donnerstag ebenso in das Baden-Badener Festspielhaus wie Königin Mathilde von Belgien, eine mutige Jesidin ebenso wie Barbara Becker.
 
Die Bambi-Preisverleihung ist der Heilige Abend im deutschen Showbusiness. Die Schönheit und Schwere seiner Tradition wirkt ein Leben lang. Noch einmal bin ich der „Bild + Funk“-Leser, der im Programmteil Fernsehsendungen ankreuzt. Aber zum Glück nur einen Abend lang. Das reicht dann wieder für ein Jahr.

Martin Rupps
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