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„Stille Nacht“ am 20. November

18.11.2019, von

Martin Rupps

Martin Rupps meint … (Foto: SWR)

Die Weihnachtsmärkte im Südwesten beginnen immer früher und dauern immer länger. In Ludwigshafen wird der Weihnachtsmarkt am Mittwoch eröffnet, in Freiburg tags darauf. Karlsruhe verlängert seinen Markt bis 6. Januar, auch Baden-Baden behält ihn so lange offen.
 
Städte und Gemeinden folgen einem Trend, den der Handel schon länger praktiziert: Bei Ikea, Kaufhof und Co. kann die Advents- und Weihnachtszeit gar nicht früh genug beginnen – häufig im Oktober. Für Kaufhäuser und Einzelhändler sind lange Weihnachtsmarktzeiten ein Lockmittel für potentielle Kunden. Ein Geschenk des Himmels, um im Bild zu bleiben.
 
Die Kirchen kritisieren die Instrumentalisierung des Weihnachtsmarkts als Shopping-Lockvogel – und haben damit recht. Ein Adventsstern und eine Krippe stehen an einem 20. November so wenig für Weihnachten wie das Lamm im Sommer für Ostern. Christliche Symbole, zumal die von Ankunft und Geburt, haben einen festen Platz im Kalender. Wer eine Art Vor-Adventszeit ausruft, treibt Schindluder mit diesen Symbolen.
 
Obwohl ich nicht mehr gläubig bin, freue ich mich jedes Jahr auf die Lichter und Lieder der Weihnachtszeit. Ihre Bräuche erinnern an die eigene Kindheit und machen Kindern von heute Freude. Doch ein Pferd, das zu früh geritten wird, kommt völlig ausgezehrt ins Ziel.

Martin Rupps
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