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Die Bischöfe bitten zur Kasse

11.11.2019, von

Martin Rupps

Martin Rupps meint … (Foto: SWR)

Der Missbrauchsbeauftragte der Katholischen Bischofskonferenz, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, will Missbrauchsopfer mit Geld aus der Kirchensteuer entschädigen. Auch wenn es vielen Gläubigen widerstrebe, mit ihren Beiträgen für Verfehlungen einzelner Geistlicher einzugestehen, seien die Kirchenmitglieder als Solidargemeinschaft in der Pflicht, sagt er.
 
Warum?
 
Bei dem tausendfachen Missbrauch handelt es sich um Vergehen kirchlicher Amtsträger, deren Taten von ihren Chefs, den Bischöfen, lange verschwiegen und lässlich verfolgt wurden. Darum sollten meines Erachtens die Bischöfe mit dem Geld der Kirche für die Taten der kirchlichen Amtsträger einstehen!
 
Übrigens wurde das Gehalt vieler kirchlicher Straftäter von den jeweiligen Landesregierungen bezahlt, sprich nicht mit der Kirchensteuer. Auch Bischof Ackermann und seine Kollegen in der Bischofskonferenz sind Landesbeamte. Das Geld aus der Kirchensteuer ist auch das Geld der Missbrauchsopfer, wenn sie denn nicht aus der Kirche ausgetreten sind.
 
Die Kirchensteuer hat der helfenden Arbeit der Gemeinden zu dienen. Darunter fallen auch solidarische Aufgaben, etwa die Unterstützung von kirchlichen Hilfsprojekten in der Welt. Bischof Ackermanns Verständnis von Solidarität ist nicht christlich, sondern amtskirchlich.

Martin Rupps
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