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Friedrich Merz bei den Klassenstrebern

14.10.2019, von

Martin Rupps

Martin Rupps meint … (Foto: SWR)

Die Junge Union (JU), Jugendorganisation der CDU, hat sich bei ihrem „Deutschlandtag“ für eine Urwahl der nächsten CDU-Kanzlerkandidatin bzw. des -Kandidaten ausgesprochen. Diese Forderung brüskiert Annegret Kramp-Karrenbauer – als CDU-Vorsitzende eigentlich die „natürliche“ Kanzlerkandidaten der Union – und stärkt ihren Rivalen Friedrich Merz, der eine zweite Chance bekäme. Der JU-Vorsitzende Tilman Kuban überreichte Kramp-Karrenbauer einen Setzling. Mit Merz stieß er öffentlich an.
 
In der CDU-Jugend sammeln sich traditionell Exemplare vom Typ Klassenstreber. Die Organisation ist männerdominiert, als gehörten Frauen noch immer an den Herd. Ihre Protagonisten schmeißen sich an die Alten ran für die eigene politische Karriere. In dieser Tradition, einer Welt im Wandel zum Trotz, lief auch der „Deutschlandtag“ am Wochenende ab.
 
Der von den Jungen gefeierte Friedrich Merz steht in seinem siebten Lebensjahrzehnt. Zum Beweis seines rhetorischen Talents hielt Merz eine donnernde Rede einschließlich vergiftetem Lob für seine immerhin sechs Jahre jüngere Rivalin Annegret Kramp-Karrenbauer. Die machte gute Miene zum bösen Spiel wie einst Angela Merkel (CDU), als sie auf offener Bühne von Horst Seehofer (CSU) brüskiert wurde. AKK weiß, dass über ihre Zukunft nicht im CDU-Jungensclub entschieden wird.
 
Die SPD hat sich selbst zerlegt und die CDU ist auf demselben Weg dahin. Der nicht erklärte Kampf um die Kanzlerschaft zeigt eine neue Brutalität. Am Ende kann viel mehr auf der Strecke bleiben als zwei Kandidaten.

Martin Rupps
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