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Mit 72 nochmal Kandidat

12.09.2019, von

Martin Rupps

Martin Rupps meint … (Foto: SWR)

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat erklärt, dass er bei der Landtagswahl 2021 noch einmal als Spitzenkandidat seiner Partei kandidiert. Am Wahltag wird Kretschmann 72 Jahre alt sein. Er fühle sich einer weiteren Amtsperiode von fünf Jahren körperlich und geistig gewachsen, erklärte er.
 
Die Entscheidung von Winfried Kretschmann war so klar wie Kloßbrühe. Seine persönliche Popularität schlägt die seiner Konkurrenten im Land um Längen. Beim bisher letzten BW-Trend im Mai 2019 lag zwar die CDU mit 31 Prozent vor den Grünen mit 23 Prozent, aber das war ein Stimmungstest vor der Europawahl. Im Land können die Grünen auf einen „Kretschmann-Effekt“ hoffen, sprich nicht nur Anhänger der Grünen würden für ihn stimmen, damit er weitermachen kann.
 
Kretschmanns Gegenkandidatin von der CDU, Kultusministerin Susanne Eisenmann, hat es schwerer. Sie musste dieser Tage zum Schulstart Unterrichtsausfälle einräumen, weil Lehrer fehlen. Ich werde das Gefühl nicht los, die CDU will die Kretschmann-Ära personell überwintern.
 
Diese könnte freilich früher vorbei sein, als es heute den Anschein hat. Winfried Kretschmann bekräftigte zwar, dass er die vollen fünf Jahre regieren wolle. Gleichwohl halte ich ihn für so selbsteinsichtig, dass er zu einer Zeit aufhört, in der sein Entschluss noch tatsächlich bedauert wird.

Martin Rupps
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