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Volksparteien mit leerem Tank

02.09.2019, von

Martin Rupps

Martin Rupps meint … (Foto: SWR)

Kennen Sie das? Sie fahren auf der Autobahn, die Tankanzeige rutscht in den roten Bereich. Sie fragen sich, ob Sie an einer teuren Tankstelle abfahren oder versuchen sollen, noch nach Hause zu kommen.

Auch die CDU fährt auf Reserve. Der Partei gehen die Wähler unter 60 aus. Ob sie will oder nicht, sie muss sich entscheiden. Dabei hat sie gar keine andere Wahl als rechts abzubiegen. Der Weg nach links ist durch die Grünen versperrt. Ich meine: Die CDU muss ihre Igittigitt-Haltung gegenüber der AfD aufgeben, so schwer erträglich viele ihrer Figuren auch sind. Sie muss mit der Partei sogar auf mittlere Sicht Koalitionen in Erwägung ziehen. Die AfD als Partner anerkennen heißt, ihre Wähler anzuerkennen, damit sie in Zukunft ihr Kreuz bei der CDU machen und die AfD wieder zur Kleinpartei schrumpft.

Die SPD hat – um im Bilde zu bleiben – nur noch eine Pfütze im Benzintank. Sie wird bald liegen bleiben. Dabei taugen die Grünen nicht als Pannenhelfer. Die SPD würde im Windschatten der Grünen verschwinden. Mit Glück wird die SPD von der Linken gerettet. Seit Sonntag weiß die Linke, dass sie ihre Stammrolle als ostdeutsche Protestpartei verloren hat. Nur eine Vereinigung von SPD und Linken eröffnet der politischen Linken die Chance, auf Dauer zu überleben.

Die ehemaligen Volksparteien stehen vor enormen Kraftproben. Manchmal ist das Leben nicht billiger zu haben.

Martin Rupps
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