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Genosse Brunner kommt endlich groß raus

20.08.2019, von

Martin Rupps

Martin Rupps meint … (Foto: SWR)

Der Bundestagsabgeordnete Karl-Heinz Brunner aus Illertissen (Kreis Neu-Ulm) hat seine Kandidatur für den SPD-Parteivorsitz erklärt. Er wolle dafür sorgen, dass die Breite der Partei abgebildet werde, so Brunner im SWR. Nach Auffassung des Parteirechten haben zu viele Kritiker der Großen Koalition ihren Hut in den Ring geworfen.
 
Inzwischen zähle ich 16 Bewerberinnen und Bewerber für die Parteispitze, die einzeln oder im Doppelpack antreten werden. Vielleicht sind mir ein paar durchgegangen. Bei der Farce, zu der das Wahlverfahren verkommen ist, spielt die genaue Zahl keine Rolle. Die SPD hat sich vorgenommen, ihre neue Führung basisdemokratisch zu bestimmen. Alle sollen wählen und gewählt werden können. Doch der Versuch, Ideale in Verfahren zu gießen, kehrt sich gegen die Genossen selbst. Wieder einmal haben sie etwas gut gemeint, bekommen es aber nicht gut hin.
 
Die Kandidatinnen und Kandidaten werden ab Anfang September auf 23 Regionalkonferenzen für sich werben. Die meisten von ihnen sind so wenig bekannt und damit chancenlos wie Herr Brunner. Solchen Bewerbern eine Bühne zu geben, halte ich für Verschwendung von Zeit und Energie. Ich fürchte, der Konferenzmarathon verkommt zu schlechtem Politiktheater, das noch mehr Wähler verschreckt.

Martin Rupps
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