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Bei der Feuerwehr brennt die Hütte

19.08.2019, von

Martin Rupps

Martin Rupps meint … (Foto: SWR)

Der Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz hat gefordert, ein Schulfach „Feuerwehr“ einzuführen. Außerdem soll bereits Kindergartenkindern das Thema Brandschutz vermittelt werden. Hintergrund sind die Nachwuchsprobleme vieler ehrenamtlicher Wehren im Land.
 
Jetzt also auch ein Schulfach „Feuerwehr“. Es macht die Vorschlagsliste für neue Schulfächer noch länger. „Benehmen“ soll Schulfach werden oder „Glück“ (was manche Schulen tatsächlich anbieten). Auch „Gesunde Ernährung“ und „Wirtschaft“ finden regelmäßig Fürsprecher. Handwerkskammern fordern ein Schulfach „Handwerk“, Ärzte eines für „Gesundheit“.
 
Für diese Vorschläge gibt es jeweils gute Gründe. Doch Schüler lernen schon heute am Limit. Das Arbeitspensum von Zehntklässlern übersteigt häufig das ihrer Eltern.
 
Ich kann verstehen, dass in den Feuerwehren die Hütte brennt. Feuerwehrarbeit bedeutet Lehrgänge, Bereitschaftsdienste, Einsätze rund um die Uhr. Nicht sexy für Jugendliche, die gerne chillen. Der Staat könnte ihnen ein soziales Pflichtjahr auferlegen, das sie etwa in der Pflege, beim Technischen Hilfswerk oder der Feuerwehr leisten müssten.
 
Mit ein bisschen Zwang und Glück würden die Feuerwehren – und nicht nur die – so ihr Nachwuchsproblem lösen.

Martin Rupps
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