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Die gefährliche Reise der Greta Thunberg

14.08.2019, von

Martin Rupps

Martin Rupps meint … (Foto: SWR)

Die 16-jährige Klimaaktivistin Greta Thunberg will am Mittwoch im englischen Plymouth mit einem Segelboot zum UN-Klimagipfel nach New York aufbrechen.Gemäß dem Anlass soll die Reise so CO2-neutral wie möglich sein.
 
Greta Thunberg war zunächst die stille Mahnerin, die freitags vor dem schwedischen Parlament protestierte. Dann erhob sie ihre Stimme, etwa beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos. Seit kurzem tritt die junge Frau als Weltpolitikerin auf, die Journalisten auch mal aus dem Saal wirft und ihre Segeltour kinoreif dokumentieren lässt. Für mich sind das Anzeichen, dass der jungen Dame und ihren Eltern der Erfolg zu Kopf gestiegen ist.
 
Sie wandelt sich von einer Symbolfigur zur Marke, womit sie ihrer Seele und ihrer Sache schadet. Sie wird sogar als Anwärterin für den nächsten Friedensnobelpreis gehandelt. Was will die Schwedin in zehn Jahren machen? Ob Sportler, Schauspieler oder Klimaaktivisten – wer früh berühmt wird, begibt sich in Gefahr.
 
Auch der Sache des Klimaschutzes kann es auf Dauer nicht dienlich sein, wenn eine Frau mit viel Charisma und wenig Lebenserfahrung die Gallionsfigur macht. Ein Schulabschluss und ein Studium könnten zur tieferen Durchdringung der Themen, für die sie steht, hilfreich sein.
 
Dürfte ich Frau Thunberg einen Rat geben, wäre es dieser: Machen Sie Ihre Schule fertig. Die Welt braucht Sie hinterher nicht weniger.

Martin Rupps
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