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Wer hat die Macht über meinen Briefkasten?

22.07.2019, von

Bettina Fächer

Bettina Fächer meint… (Quelle: SWR)

Prospekt-Stapel neben der Eingangstür. An den Briefkästen im Flur kleben viele Anti-Werbung-Warnschilder. Ein Schwung Flyer liegt obendrauf. Aus einem unbenutzten Postfach quillt buntes Papierchaos. Sieht’s bei Ihnen auch so aus, wenn Sie nach Hause kommen?
 
„Bitte keine Werbung“ – welchen Teil dieser klaren Ablehnung haben die Zusteller nicht verstanden? Das frag ich mich immer. Wütend? Ja, auch, aber vor allem resigniert.
 
Die Initiative „Letzte Werbung“ ist da ehrgeiziger: Sie will nun vor Gericht am liebsten grundsätzlich klären lassen, ob Zusteller die Werbesendung „Einkauf aktuell“ trotz klarer Ablehnung der Empfänger einwerfen dürfen. Laut Deutscher Post dürfen das ihre Zusteller nicht, wenn ein Aufkleber auf dem Briefkasten klebt. Mein Blick in unseren Hausflur lässt mich zweifeln.
 
Zugegeben: „Einkauf aktuell“, die plastikgeschützte Werbesendung der Deutschen Post, habe ich selten in meinem Briefkasten. Sie finde ich nur öfters zehnfach in der Papiertonne entsorgt – einzeln eingeschweißt in Plastik. Großartig – danke für diesen Umwelt-Beitrag!
 
Der Kampf gegen Plastik- und Papiermüll durch Werbung liegt im Trend. Wenn der aktuelle Klimawandel-Aufwind dazu führt, dass die Initiative „Letzte Werbung“ hier eine Klärung im Sinne der Verbraucher erreicht, wenn „Werbung, nein danke“-Schilder in Zukunft auch Folgen haben, und ich nicht mehr resigniert vor den Briefkästen im Hausflur stehe – für mich wäre etwas Gutes erreicht.

Bettina Fächer
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