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Politisch Verbrannte, persönlich Verbrauchte

08.07.2019, von

Martin Rupps

Martin Rupps meint … (Foto: SWR)

Ich sehe, höre und lese gerade Nachrichten mit einem mulmigen Gefühl. Etwa die von heute: Ein Bundesminister und eine kommissarische SPD-Vorsitzende kritisieren die EU-Kommission beim Thema Seenotrettung. Das mulmige Gefühl hängt nicht mit dem Thema zusammen, das zornig und traurig macht, sondern mit Stil und Stellung der in Berlin handelnden Personen. Gerd Müller (CSU) ist Chef eines budgetmäßig kleinen, also politisch wenig bedeutenden Ressorts. Manuela Schwesig bekleidet eigentlich das Amt einer Ministerpräsidentin, aber für ein paar Wochen macht sie auch kommissarisch den SPD-Vorsitz, zusammen mit anderen.
 
Herr Müller und Frau Schwesig sind zwei Beispiele von vielen. Die Bundespolitik im Sommer 2019 wimmelt nur so von politisch verbrannten oder persönlich verbrauchten Figuren.
 
Eine neue Bundesjustizministerin (wie heißt sie noch? Ach so, Christine Lambrecht) ist anderthalb Wochen im Amt. Ihre Kollegin aus dem Verteidigungsressort, Ursula von der Leyen, geht vielleicht in anderthalb Wochen ab. In der letzten Sitzung des Bundeskabinetts konnte über die Causa von der Leyen nicht gut gestritten werden, die Herren Scholz und Heil, beide Inhaber wichtiger Ressorts, weilten bereits im Urlaub.
 
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber da fällt gerade etwas auseinander. Mich beschleicht das Gefühl, wir werden nicht gut, weil überhaupt nicht regiert. Hoffentlich macht der Herbst dieser instabilen Situation rasch ein Ende!

Martin Rupps
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